FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 26.10.2016:

RWE-Aktien verhageln Bilanz 2015 - Wertberichtigung beim Eigenbetrieb Lingener Emslandhallen erforderlich

Lingener Tagespost - Lokales vom 28.10.2016

Die beim städtischen Eigenbetrieb Emslandhallen „geparkten“ RWE-Aktien im Besitz der Stadt Lingen verhageln diesem die Bilanz 2015. Dies wurde auf der jüngsten Betriebsausschusssitzung Emslandhallen deutlich.

Von Wilfried Roggendorf

Lingen. Eigentlich sieht das Ergebnis der Eigenbetriebe für 2015, zu denen neben den Emslandhallen und der Arena auch die Halle IV an der Kaiserstraße gehört, ganz gut aus. Gestiegene Besucherzahlen sind der Grund für höhere Umsatzerlöse gewesen: Sie stiegen im Vergleich zu 2014 im letzten Jahr um 179. 000 Euro auf rund 1,78 Millionen Euro.

Matthias Robben bescheinigte von der WRG Audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft dem Eigenbetrieb Emslandhallen eine ordnungsgemäße Buch- und wirtschaftliche Betriebsführung. Robben wies allerdings auf den deutlich gestiegenen Verlust hin. Dieser betrug 2014 rund 513 000 Euro und ist 2015 auf etwa 1,39 Millionen Euro gestiegen. Ursache dafür sei im Wesentlichen die Wertberichtigung der RWE-Aktien in Höhe von 866. 000 Euro. Der Kurs der Aktien war von 25,88 Euro am 31. Dezember 2014 auf 11,71 zum Jahresende 2015 gefallen.

Stadt will Aktien halten

Bereits 2014 hatten die 61. 995 RWE-Aktien im Besitz der Stadt Lingen wegen ihres rasanten Kursverlustes zu einem Minus von rund 69 000 Euro in der Bilanz der Emslandhallen geführt. Dementsprechend wurde das Thema im Ausschuss zum wiederholten Male diskutiert. Lingens Stadtkämmerin Monika Schwegmann stellte klar, dass die Stadt als „RWE-Standortgemeinde“ die Aktien behalten wolle und ein Verkauf zum jetzigen niedrigen Kurs nicht sinnvoll sei.

Dieser Auffassung schloss sich Stefan Wittler (SPD) an. Abgesehen vom „Wermutstropfen RWE-Aktien“, deren Kursverfall der Eigenbetrieb Emslandhallen jetzt „ausbaden müsse“, sei seine Fraktion mit dem Betriebsergebnis zufrieden. „Wir wussten von Anfang an, dass die Arena defizitär ist“, erklärte Wittler. CDU-Fraktionschef Uwe Hilling betonte, dass das Team der Emslandarena gute Arbeit leiste. „Finanziell bewegen wir uns im Rahmen und haben den ‚best case‘ erreicht“, sagte Hilling. Die Emslandarena sei ein wichtiger Faktor für die Stadt.

Jens Beeck (FDP) griff diese Argumentation auf: „Man muss sehen, welche Attraktivität Lingen in der Region durch die Arena gewonnen hat.“ Da würden die Zahlen keine Rolle spielen. Gleichwohl kritisierte der Liberale die Beteiligung der Stadt an RWE. „Durch unsere geringfügige Beteiligung ist keine Einflussnahme möglich. Die vorhandene gute Gesprächsbasis mit RWE ist nicht auf die Aktien zurückzuführen.“ Deren Wert beurteilte er skeptisch: „Solange der Kurs nicht bei null liegt, ist da noch Luft nach unten.“

Der Betriebsausschuss genehmigte den Jahresabschluss des Eigenbetriebs, dessen Defizit durch einen Zuschuss der Stadt von circa 1,28 Millionen vermindert wird, trotz der Kritik einiger Mitglieder wegen der RWE-Aktien einstimmig.
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