FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 31.05.2013:

5,9 Hektar Gewerbegebiet und nicht mehr - Kompromiss zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerinitiative in Altenlingen mehrheitlich verabschiedet

Lingener Tagespost - Lokales

Die Grafik der Stadt Lingen zeigt das zukünftige Gewerbegebiet im Altenlingener Forst mit einer Größe von 5,9 Hektar. Grafik: Stadt Lingen
Die Grafik der Stadt Lingen zeigt das zukünftige Gewerbegebiet im Altenlingener Forst mit einer Größe von 5,9 Hektar. Grafik: Stadt Lingen
Lingen. Südlich des Logistikzentrums der BP-Raffinerie in Lingen soll ein insgesamt 5,9 Hektar großes Gewerbegebiet entstehen. Die Flächen dafür sind bereits abgeholzt, sodass keine weiteren Bäume fallen müssen. Auf diesen Vorschlag der Verwaltung haben sich jetzt die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses (PBA) der Stadt Lingen mehrheitlich verständigt. Gegen ein Gewerbegebiet an dieser Stelle sprachen sich die SPD, die Grünen und die Bürgernahen (BN) aus.
Der Abstimmung vorausgegangen war eine Darstellung des Sachverhalts von Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone, eine lange Diskussion im Ausschuss und die Einwohnerfragestunde, während derer insbesondere der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Pro Altenlingener Forst“, Gerhard Schultz, und weitere Altenlingener zu Wort kamen.
Krone machte eingangs deutlich, dass man nach vielen Gesprächen mit der BI zu dem Entschluss gelangt sei, die jetzigen Waldflächen auch als Waldflächen festzulegen. Eine Erweiterung der BP-Gleisanlage werde erst dann in Angriff genommen, wenn BP auch wirklich bauen wolle und das dafür benötigte Geld vorliege. Den an die Gleise angrenzenden Wald werde die Stadt unterpflanzen und der neben der Gewerbefläche gerodete Wald, in einer Größe von rund zwei Hektar, solle sich selbst überlassen und nicht aufgeforstet werden.
Der Oberbürgermeister: „Wir werden nicht wie früher im vorauseilenden Gehorsam abholzen, sondern erst, wenn London (Hauptsitz der BP, Anmerk. der Red.) sein o.k. für eine Verbreiterung der Gleisanlage gegeben hat.“ Mit einer Zustimmung zur heutigen Beschlussvorlage könne ein Kompromiss erzielt und ein „unrühmliches Kapitel der Lingener Stadtgeschichte endlich abgeschlossen werden.“

Während sich die CDU nach den Worten von Uwe Hilling mit dem vorgelegten Kompromiss zufrieden erklärte, weil damit ein lang anhaltender und heftiger Streit in der Stadt beendet werden könne, zeigte sich Grünen-Ratsherr Michael Fuest mit dem Vorschlag unzufrieden. „Das ist ein trauriger und kein guter Kompromiss“, sagte Fuest und vertrat die Ansicht, dass der Wald aufgrund seiner abgeholzten und nicht wieder aufgeforsteten Flächen „kein Schutzwald“ mehr sei. Deswegen könnten die Grünen diesen Beschluss nicht mittragen.
Dieser Argumentation folgten auch die BN, die darauf beharrten, dort wieder aufzuforsten. Marc Riße: „Da muss wieder Wald hin.“
Jens Beeck, Liberale Fraktion, fand es „vernünftig, aufeinander zuzugehen“, und befürwortete für seine Fraktion diesen „guten Kompromiss“.
Für die BI machte Sprecher Schultz zunächst klar, dass man innerhalb der vergangenen Jahre immer das Gefühl gehabt habe, von Politik und Verwaltung „verschaukelt“ zu werden. Obwohl sich die BI heute mit diesem Ergebnis zufrieden zeige, stelle sich doch die Frage, was passiere, wenn es in ein paar Jahren keine Gewerbeansiedlung an dieser Stelle gebe?
Darauf er widerte der Oberbürgermeister, dass man in den letzten Jahren in diesem Quartier keine „wirkliche Vermarktung“ betrieben habe, das nun aber tun werde. Die Sicherung vorhandener und die Schaffung neuer Arbeitsplätze sei für die Stadt von zentraler Bedeutung. Demzufolge sei die Versorgung der Wirtschaft mit entsprechenden Gewerbeflächen ein gewichtiger Handlungsschwerpunkt.
Stefan Heskamp, CDU, erinnerte in Richtung aller Gegner dieser Gewerbeflächen daran, dass man sich ohne die Steuern der „vielen“ Unternehmen in Lingen sich auch „Vieles“ nicht leisten könne. „Das Geld, das mit und in unseren Unternehmen verdient wird, kommt schließlich allen Bürgern Lingens zugute.“


*** Kommentar der LT***

Ein gutes Ergebnis

Endlich, mag man denken, endlich scheint ein Kompromiss im Altenlingener Forst nach jahrelangem und heftigem Streit gefunden worden zu sein. Zwar nicht für alle himmelhochjauchzend, aber im Endeffekt ein Ergebnis, mit dem sich jeder arrangieren kann.

Zurückzuführen ist dieser Kompromiss in weiten Teilen auf Oberbürgermeister Dieter Krone, der sich „unverbrannt“ dieser Thematik annähern konnte, und auf einen gemäßigten BI-Sprecher Gerhard Schultz, der stets das Machbare im Auge hatte und sich nicht im „Unmöglichen“ verloren hat.

Gut ist auch, dass die Stadt aus der Vergangenheit gelernt hat und nicht, wie zuvor, ohne bindenden Vertrag die Kettensäge aus dem Keller holt.

Alles in allem liegt ein Kompromiss vor, der die Gemüter in Altenlingen beruhigen sollte.
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