FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 02.05.2007:

Von „Platzhirschen“ nicht entmutigen lassen

Lingener Tagespost
lj

Junge Leute, die sich im Altkreis Lingen in der CDU, SPD, FDP und im Bündnis 90/Die Grünen engagieren, haben an ihre Altersgenossen appelliert, in den demokratischen Parteien mitzuwirken und sich nicht von „Platzhirschen" entmutigen zu lassen.

In einem Gespräch mit der LT waren Tanja Schulte (Grüne Jugend), Björn Roth (JU), Felix Görich (Jusos) und Norbert Brüggemann (Junge Liberale) offen für die Idee, interessierte junge Leute zu einem Workshop einzuladen. Darin könnte geklärt werden, ob es eine Basis für gemeinsame Positionen bei Jugendthemen gibt. Bei entsprechender Nachfrage seien Begegnungen zum Kennenlernen und gemeinsame Freizeitangebote denkbar. Norbert Brüggemann: „Wichtig ist es zunächst, dass überhaupt politisches Interesse bei Jugendlichen mit der Zielrichtung geweckt wird, in einer der demokratischen Parteien mitzuarbeiten. Es ist zweitrangig, welche es dann ist.“ Aus seiner eigenen politischen Erfahrung sage er: „Der Eindruck, dass der Einzelne in der Politik nichts ändern kann, ist falsch.“

Der 32-jährige selbstständige Radio- und Fernsehtechniker in Gersten trat 2001 in die FDP ein, weil ihn die Betonung der Eigenverantwortlichkeit bei den Liberalen angesprochen hatte. 2002 zog er für die FDP in den Bundestagswahlkampf und holte in seinem Heimatort Gersten die absolute Mehrheit bei den Erststimmen. Dr. Hermann Kues (CDU) gewann seinerzeit insgesamt den Wahlkreis Mittelems. Derzeit ist Brüggemann für die FDP sowohl im Gemeinderat Gersten als auch im Samtgemeinderat Lengerich vertreten. „Diese Arbeit macht mir viel Spaß,“ hob er hervor.

Allerdings ärgert sich Brüggemann sehr darüber, wenn Jugendliche in ihren Anliegen von älteren Kommunalpolitikern nicht ernst genommen werden. „Auch wenn einige Wünsche vielleicht nicht verwirklicht werden können, haben junge Leute immer Anspruch auf eine vernünftige Antwort.“ Tanja Schulte (23) würde gerne die Grüne Jugend in Lingen reaktivieren. Gerade wegen der „schwarzen Übermacht“ im Emsland sei es besonders wichtig, junge Leute zu einer Mitarbeit bei den Grünen zu gewinnen. 2005 war die ausgebildete Erzieherin, die sich zurzeit auf ihr Fachabitur vorbereitet, den Grünen beigetreten, weil sie sich unbedingt politisch engagieren wollte. Bei den Zusammenkünften mit Parteifreunden auf Landesebene habe sie leider feststellen müssen, dass Jüngere bei den Älteren nicht das nötige Gehör gefunden hätten.

Björn Roth (26), seit 1999 Vorsitzender des JU-Kreisverbandes und für die CDU im Lingener Stadtrat vertreten, kritisierte, dass ältere Kommunalpolitiker Jüngeren häufig bei Kommunalwahlen aussichtsreiche Listenplätze verwehrten. „Es ist nicht gut, wenn das Bild der Parteien von Personalfragen, sprich dem Kampf um Posten, bestimmt wird, und Sachfragen in den Hintergrund treten.“ Interesse an der Politik fanden er und sein Zwillingsbruder Jens, als sie in der Schülervertretung der Marienschule engagiert waren. Auch Roth meinte, dass sich die politische Arbeit lohne. „Die JU hat sich gegen die Abschaffung des Discobusses Nachteule gewehrt. Jetzt fährt sie zumindest noch im Altkreis Lingen.“ Gegenwärtig studiert Roth in Osnabrück Jura. Ob er sich vorstellen könne, Berufspolitiker zu werden? „Eher nicht“, meinte er.

Mit 112 Mitgliedern ist der JU-Kreisverband Lingen derzeit mit Abstand die stärkste politische Jugendorganisation im südlichen Emsland. Roth gab zu erkennen, dass die JU nicht unfroh sei, wenn Jugendorganisationen anderer demokratischer Parteien stärker würden. „Wir möchten uns ja gerade mit Altersgenossen streiten, die andere politische Ansichten haben.“

Felix Görich, der mit 19 Jahren zusammen mit seinem „Paten“ Hans-Joachim Wiedorn für die SPD im Ortsrat Holthausen vertreten ist, will versuchen, mit Jusos in Meppen und Papenburg einen emsländischen Juso-Verband auf die Beine zu stellen. Für einen eigenen Lingener Juso-Verband fehlen ihm zurzeit noch die Mitstreiter. Auch Görich, der in einer sozialdemokratisch geprägten Familie aufwuchs, will sich weiter politisch engagieren. Bei der nächsten Kommunalwahl peilt der junge Mann einen Sitz im Lingener Stadtrat an. Bei der Wahl am 10. September 2006 hatte es noch nicht geklappt.

Zurzeit lernt er an der kaufmännischen Berufsschule in Lingen Wirtschaftsinformatik. Später will er an der FH studieren. Spaß an der Politik hatte er durch seine vierjährige Mitarbeit im Kinder- und Jugendparlament in Lingen gewonnen. „Schade, dass ich dort 2006 wegen Erreichens der Altersgrenze aufhören musste. Ich hätte gerne noch zwei Jahre weitergemacht.“

Junge Liberale:
Norbert Brüggemann, Telefon 05904/963540, E-Mail: norbert-brueggemann@t-online.de
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