FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 09.12.2016:

Genossen haben leicht die Nase vorn - Machbarkeitsstudie vorgestellt

Lingener Tagespost - Lokales

Die Stadt Lingen möchte bezahlbaren Wohnraum schaffen. Der Planungs- und Bauausschuss befasste sich jetzt mit einer Machbarkeitsstudie, die Vor- und Nachteile einer Genossenschaft und einer Gesellschaft darstellt.

Von Sven Lampe

Lingen. Peter Tautz, Geschäftsführer der Planungsfirma GFS aus Emsdetten, empfiehlt das Genossenschaftsmodell. Für eine Genossenschaft spricht laut Tautz unter anderem die Möglichkeit, einfacher privates Kapital einwerben zu können, als dies bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) möglich sei. Befürchtungen, durch das Genossenschaftsmodell würde die Stadt das Zepter aus der Hand geben, zerstreute Tautz mit dem Hinweis, dass es Hebel gebe, mit denen die Stadt ihren Einfluss wahren könne. Als Risiko nannte Tautz unter anderem das Startkapital von kalkulierten 1,1 Millionen Euro. Bevor dieses nicht gezeichnet worden sei, könne es nicht losgehen. Die Stadt selbst kann sich vorstellen, mit rund 250 000 Euro in die Genossenschaft einzusteigen und das übrige Kapital durch den Einstieg anderer Großinvestoren wie beispielsweise der Volksbank und der Kirche zu generieren. Außerdem können auch Mieter und Kleininvestoren Mitglieder der Genossenschaft werden.

Für eine GmbH spricht laut Tautz unter anderem, dass sie schneller ins Leben gerufen werden könnte und dass keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden müsste. Schwieriger als bei einer Genossenschaft sei unter anderem aus steuerrechtlichen Gründen das Einwerben von privatem Kapital, so Tautz.

Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile, Risiken und offenen Fragen hat die Genossenschaft laut Tautz knapp die Nase vorn.

Eine Schlussfolgerung, mit der sich FDP-Ratsherr Jens Beeck nicht zufriedengeben wollte. Er versuchte, eine Diskussion darüber anzustoßen, ob es überhaupt einer Genossenschaft oder Gesellschaft bedürfe, um die Aufgabe anzugehen. Das vom Gutachter vorgelegte Zahlenwerk zur jeweiligen Wirtschaftlichkeit interpretierte Beeck dahingehend, dass es für die Stadt billiger wäre, auf ein wie auch immer geartetes Unternehmen zu verzichten und direkt aus dem städtischen Haushalt in Wohnungsbau zu investieren. Stadtbaurat Lothar Schreinemacher begegnete dem unter anderem mit dem Argument, dass sich die zurzeit günstigen finanziellen Bedingungen auch schnell ins Negative verändern und dann gegen die Stadt drehen könnten.
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