FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 23.10.2016:

Ampelanlage an B 213 nachgerüstet - Auch als Blinder sicher über Lingens Kreuzungen

Endlich können blinde Verkehrsteilnehmer wie Boris-Leon Kreyenkötter mit Blindenhund Riggi sicher über die Ampelkreuzung in Damaschke gehen. Darüber freuen sich mit ihm Jens Beeck, Mandy Benneh, Philip Overbeck, Klaus Haberland und Hendrik Klinkhardt (von links). Foto: Christiane Adam
Endlich können blinde Verkehrsteilnehmer wie Boris-Leon Kreyenkötter mit Blindenhund Riggi sicher über die Ampelkreuzung in Damaschke gehen. Darüber freuen sich mit ihm Jens Beeck, Mandy Benneh, Philip Overbeck, Klaus Haberland und Hendrik Klinkhardt (von links). Foto: Christiane Adam
Lingener Tagespost vom 24.10.2016

Lingen. Sich möglichst frei bewegen zu können, empfinden die meisten Menschen als hohes Gut. Was aber, wenn körperliche Behinderungen diese Bewegungsfreiheit einschränken? Boris-Leon Kreyenkötter ist im Erwachsenenalter erblindet und kann sich nicht mehr so frei bewegen, wie er es gern möchte.

Seinem Ziel, seinen Arbeitsplatz als Fitnesstrainer sicherer zu erreichen, ist er nun einen Schritt näher gekommen. Seit September ist die Ampelanlage an der Kreuzung der Bundesstraße 213 mit der Schillerstraße und der Damaschkestraße nun an jeder Querung mit Vibrationsknöpfen für blinde Fußgänger ausgestattet.

Bei einer Ortsbegehung hat Kreyenkötter Klaus Haberland, dem Leiter des Geschäftsbereichs Lingen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, jetzt gezeigt, wie wichtig diese Nachrüstung für ihn ist und wo sonst noch Bedarf für einen sichereren Arbeitsweg besteht. Von der Kreuzung aus ist die Gruppe, die außerdem noch aus Hendrik Klinkhardt und Philip Overbeck, (beide ebenfalls Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr), Kreyenkötters Chefin Mandy Benneh, (Geschäftsführerin des Fitnesscenters Injoy), sowie Jens Beeck, liberaler Ratsherr und Anwohner der Damaschkestraße, bestand, zur Umgehungsstraßenauffahrt gelaufen. Blindenführhund Riggi lotst Kreyenkötter zwar sicher über den Fuß- und Radweg, aber „insbesondere die Querung der Auffahrten machen mir trotzdem jedes Mal etwas Sorgen“, erklärt Kreyenkötter. „Hier können wir relativ schnell Abhilfe schaffen. Wir können einfach Agglomerat-Markierungen anbringen“, entscheidet Haberland direkt vor Ort. „Die haben Noppen, und diese können dann vom Blindenhund erkannt oder mittels Blindenstock ertastet werden“, ergänzt Klinkhardt.

„Entscheider“ vor Ort

Dass ein Entscheider mit ihm die Strecke abläuft, gefällt Kreyenkötter gut. „Das habe ich mir schon lange gewünscht, denn nur so kann ich wirklich erklären, wo Schwierigkeiten bestehen, und ein Experte kann sagen, was abhelfen könnte“, freut sich der Fitnesstrainer . „Wir sind auf Hinweise von Betroffenen, aber auch aus der Politik oder vom Blindenverein angewiesen“, betont der Leiter der Landesbehörde. Diesen Kontakt hat in diesem Fall Jens Beeck hergestellt, der von Kreyenkötter um Hilfe gebeten wurde.

Nachrüstung für 9000 Euro

Dass die Nachrüstung der Ampelanlage mit einem halben Jahr recht lange gedauert hat, liege an der enormen Nachfrage nach blindengerechten Ampelsystemen. „Es gab Lieferschwierigkeiten für die Vibrationsknöpfe. Normalerweise realisieren wir solche Projekte innerhalb von vier Wochen“, sagt Haberland. 9000 Euro hätten die acht Tastschalter an der Kreuzung gekostet. „Wenn heute Ampeln aufgestellt werden, sind sie von vornherein mit solchen Systemen ausgerüstet“, fügt er hinzu.

„Bedarf anmelden“

Allerdings seien nur Ampeln, die außerhalb der Lingener Ortsschilder stehen, in seinem Zuständigkeitsbereich. Die 42 Ampelanlagen, die innerhalb der Ortsschilder stehen, unterliegen der Zuständigkeit der Stadt Lingen. Von den 42 städtischen Signalanlagen seien bereits an 14 Anlagen solche Vibrationsknöpfe montiert. Wiederum sieben von diesen 14 verfügten zudem über ein akustisches Signal, erklärt Karl-Heinz Kley vom Fachbereich Tiefbau, Beleuchtung / Signalanlagen. Georg Tieben, Leiter des Tiefbauamts, ergänzt, dass immer dann nachgerüstet werde, wenn vor Ort Bedarf besteht und angemeldet wird. Dies dauere natürlich einige Zeit, weil die Abstimmung intern erfolgen müsse und die Mittel angemeldet und genehmigt werden müssten.

Thema ins Bewusstsein rücken

Bei dem Wunsch von Boris Kreyenkötter, dass jemand mit ihm einmal seinen kompletten Fußweg zur Arbeit abläuft, möchte Beeck gern helfen. „Entweder jemand vom Tiefbauamt geht mit ihm, oder ich selbst“, verspricht er. „Uns geht es dabei nicht nur um Boris‘ Arbeitsweg, sondern auch darum, das Thema insgesamt mehr ins Bewusstsein zu rücken und möglichst für alle sehbehinderten und blinden Verkehrsteilnehmer eine gleichberechtigte Teilhabe am Straßenverkehr zu gewährleisten“, unterstreicht Benneh.
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