FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 30.09.2016:

Krone wirft Vion schäbiges Verhalten vor - Lingener Stadtrat stimmt Verhandlungspaket zu

Lingener Tagespost - Lokales

Von Thomas Pertz

Lingen. 268 Beschäftigte hatten bis Ende April 2014 auf dem Schlachthof an der Friedrich-Ebert-Straße gearbeitet. Vor dem Hintergrund der Schließung des Schlachthofes durch Vion am 1. Mai 2014 und der einseitigen Kündigung des Vertrages über den Zweckverband Fleischzentrum Emsland hatte es nach Darstellung der Verwaltung in den letzten Monaten intensive außergerichtliche Vergleichsgespräche gegeben. Diese sind nun abgeschlossen.

Eingebunden war bei den Gesprächen auch der Landkreis Emsland, der ebenso wie die Stadt und Vion Mitglied im Zweckverband ist. Bestandteile des Verhandlungsergebnisses sind die Zahlung eines Vergleichsbetrages durch Vion, ein Verkauf der städtischen, nicht an der Börse handelbaren Vion-Aktien an das Unternehmen zum halben Anschaffungspreis (161. 160 Euro) und ein Grundstückskaufvertrag über das etwa drei Hektar große Areal an der Friedrich-Ebert-Straße zwischen der Stadt Lingen und Vion.

Im Mittelpunkt der Debatte im Rat stand die Frage, ob die Stadt in den Verhandlungen mit Vion das Maximale herausgeholt habe oder nicht.

Für die CDU-Fraktion drückte Martin Koopmann das Bedauern über das Ende des Lingener Schlachthofes aus und kritisierte die einseitige Vertragsaufkündigung durch Vion. Positiv sei, dass Vion das Areal altlastenfrei übergeben müsse und sich dort neue Chancen für Betriebe und Arbeitsplätze ergeben würden.

Grünen-Ratsherr Michael Fuest hob den Vertragsbruch von Vion hervor. Ein Verkauf der Aktien zur Hälfte des Preises sei nicht zustimmungsfähig. „Dafür Danke schön zu sagen finden wir zu wenig“, so Fuest. Ein Vertrag aus dem Jahr 2005 sieht vor, dass die Muttergesellschaft verpflichtet ist, auf Verlangen eines Aktionärs dessen Aktien in Höhe von 50 Prozent des Nennbetrages zu erwerben. Er hoffe darauf, „dass die Verträge vernünftig gestrickt sind und wir nicht auf Altlasten sitzen bleiben werden.“

Auch BN-Fraktionsvorsitzender Robert Koop meinte, dass das ausgehandelte Paket „insgesamt für uns zu wenig ist“. Deshalb würden die Bürgernahen nicht zustimmen. Ähnlich äußerte sich auch Jens Beeck für die Liberale Fraktion.

„Areal gut vermarkten“

SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Bendick dagegen betonte, dass es trotz aller berechtigten Enttäuschung keinen Sinn mache, nach hinten zu schauen. Er erinnerte daran, dass es auf dem Schlachthof auch prekäre Arbeitsverhältnisse gegeben habe. Es komme nun darauf an, das Areal gut zu vermarkten und neue, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Wenn dies gelinge, „sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“.

In diesem Sinne äußerte sich auch Oberbürgermeister Dieter Krone. Der Verwaltungschef sprach von einem „schäbigen Verhalten“ des Unternehmens Vion. Sein Vertrauen in die Gültigkeit von Verträgen, die mitunter das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt seien, sei tief erschüttert worden. „Alles in allem ist das erzielte Ergebnis das gewesen, was möglich war.“
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