FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 09.09.2016:

Junge Kandidaten, „junge“ Themen

Vertreter der FDP, Grünen, Bürgernahen, CDU und SPD diskutieren beim „Kaffeeklatsch“ im Lockentor

Lingener Tagespost - Lokales
Von Jessica Lehbrink

Lingen. 2816: So lautet die Zahl der Erstwähler in Lingen, teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Einige von ihnen fanden sich am Mittwoch im Lookentor zum „Kaffeeklatsch“ ein, der sich vorwiegend an Erstwähler, Jugendliche und junge Erwachsene richtet. Den Fragen auf dem Podium stellten sich Ali Hachem (FDP), Andreas Kröger (SPD), Jeremy Zgrzebski (Grüne), Christian Fühner (CDU) und Roman Hoffmann (Bürgernahe). Eingefunden hatten sich auch Jungpolitiker, Stadtratsmitglieder sowie Oberbürgermeister Dieter Krone.

Die Moderation der Podiumsdiskussion übernahmen Mario Köhne und Inga Graber, Redakteure des lokalen Radiosenders Ems-Vechte-Welle, der die Veranstaltung live übertrug. Mit ihren kritischen Fragen, die zum Teil auch per Zettel aus dem Publikum kamen, führten sie die Kandidaten das eine oder andere Mal in hitzige Diskussionen. Auch per Facebook oder auf Twitter konnten sich Interessierte beteiligen.

Bereits das erste Thema, der ÖPNV – also der öffentliche Personennahverkehr, der somit den Lili-Bus und die kürzlich abgeschaffte Nachteule einschließt –, sorgte für viel Gesprächsstoff bei den jungen Politikern. Hachem bezog sich auf seine persönlichen Erfahrungen und kritisierte den unregelmäßigen Busverkehr im Wohngebiet Goosmanns Tannen. „Wenn ich Schüler bin und kein Auto habe, ist es dort schon sehr schwierig mit dem Busverkehr“, sagte der FDP-Vertreter, derzeit selbst noch Schüler. Sei man auf den Bus als Verkehrsmittel angewiesen, seien Verspätungen in diesem Gebiet meist vorprogrammiert.

Ausweitung der Lili?

Dagegen hielt Kröger von der SPD. Zwar sei ein Ausbau und eine Verbesserung für gewisse Ortsteile nicht ausgeschlossen, es müsse aber wohl überlegt sein, ob der Bedarf für einen Ausbau der Lili da sei. „Schließlich zahlen dies die Steuerzahler“, machte der Sozialdemokrat klar. Auch das umstrittene Thema des Nachtbusses wurde zur Sprache gebracht. „Wir haben uns die Zahlen für die Nachteule genau angeguckt. Der Bedarf war leider nicht da“, äußert sich Fühner. Dennoch sei der Christdemokrat für Alternativen, beispielsweise für die Ausweitung der Lili zum Altstadtfest.

Ein Themenblock, der sich laut Moderatorin Graber nicht nur auf die Bundesebene, sondern auch auf die Kommunalebene auswirke, sei die Flüchtlingspolitik. Das Thema Flüchtlinge bereite vielen Menschen Angst. „Es wird eine Aufgabe sein, die Generationen beanspruchen wird“, meinte Hoffmann (BN). Offenheit und Ehrlichkeit seien dabei von größter Notwendigkeit. Hoffmann würde sich ein Flüchtlingsbüro in Lingen wünschen, in dem die Aufgaben klar delegiert werden. „Aber wir sind auf einem guten Weg“, fügte er hinzu.

Ein Flüchtlingsbüro hält Christdemokrat Fühner nicht für nötig. Es bräuchten dafür keine zusätzlichen Stellen geschaffen werden, sagte er:„Ich finde, der SKM leistet da herrvorragende Arbeit.“

Das viel zitierte „Wir schaffen das“ der Bundeskanzlerin dürfe man keinesfalls als Selbstläufer sehen, argumentierte Kröger, der für mehr Toleranz plädierte. „Die besten Botschafter für die Flüchtlinge sind Flüchtlinge selbst“, ist die Meinung des Grünen Zgrzebski, der Sprache als wichtigsten Schlüssel sieht, um Menschen die Angst vor Flüchtlingen zu nehmen. Einen größeren kulturellen Austausch befürwortet in diesem Sinne Hachem, der sich eine Minderung des „Schubladendenkens“ wünscht.

Alle für WLAN

Es folgte der Themenbereich „Freies WLAN“ in der Stadt, dem Bahnhof und Schuleinrichtungen – alle Kandidaten befürworteten dies – und eine kurze Diskussion über die Förderung der Jugendarbeit. Hierbei gab Köhne den Hinweis, dass die Bewerbungsphase für die 60 Plätze im Kinder- und Jugendparlament (Kijupa) verlängert wurde, da sich zu wenig Jugendliche um einen Platz darin beworben hätten (siehe Bericht oben).

Beim fünften Themenblock gingen die Meinungen der Jungpolitiker wieder weiter auseinander. Erstmalig wurden auch Studierende des Campus befragt, „und zwar zu einem Thema, das uns eigentlich alle interessiert“, ließ Köhne verlauten. „Bezahlbarer Wohnraum“. Derzeit wird in der Stadtpolitik um die richtige Gesellschaftsform für Wohnungsbau gestritten: Gesellschaft kontra Genossenschaft. „Wenn der Schuh drückt, sollte man schauen, dass da auch etwas gemacht wird“, fasste der Bürgernahe Hoffmann zusammen. Vorsorglich mehr soziale Wohnbauten zu schaffen, sei für ihn die richtige Lösung.

„Nachverdichtung“ anstatt zu viele Neubauten lautete Krögers Schlagwort und bezog sich auch auf den Ausgangspunkt der Frage: die Studierenden in Lingen. Stadtnahe Bauten seien Luxuswünsche. Zehn Minuten mit dem Bus zur Hochschule zu fahren – für die Studierenden absolut möglich und in größeren Städten normal, meint Kröger. „Dafür muss das Ganze aber in Verbindung mit dem ÖPNV gebracht werden“, stellte der Sozialdemokrat klar.

„Geht wählen!“

Kritisiert wurde er von Fühner, der die unterschiedlichen Meinungen der SPD-Ortsverbände innerhalb von Lingen zum bezahlbaren Wohnraum bemängelte. Eine einheitliche Absprache müsse hierbei natürlich getroffen werden, nahm sich Kröger der Kritik an. Für eine Nachverdichtung anstatt einer „Betonierung durch neue Bauten“, wie Zgrzebski es nannte, seien auch die Grüne. Dass sozialer Wohnungsbau aber auch etwas mit Integration zu tun habe, betonte Hachem von der FDP.

Egal wie sich die Bürger, vor allem aber die jungen Wähler entscheiden, ein Appell bleibt: „Geht wählen! Das ist das Wichtigste, was ihr machen könnt. Jeder hat eine Stimme“, richtete sich Hoffmann (BN) an alle Zuhörer der Ems-Vechte-Welle und alle Anwesenden.
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