FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 31.08.2016:

Pläne für Rathaus-Nebengebäude auf Eis

Lingener Tagespost - Lokales

Wie geht es weiter mit dem Nebengebäude des Lingener Rathauses in der Elisabethstraße? Eine Antwort auf diese Frage wollte die SPD-Fraktion im Rat der Stadt auf der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses (PBA) von der Verwaltung bekommen.

Von Wilfried Roggendorf

Lingen. Zur Vorgeschichte: Die rechte Hälfte des Gebäudes stammt aus den 1950er-Jahren und beherbergte ursprünglich ein Ärztehaus. 1964 wurde dann links ein Gebäude mit einer Bücherei und Wohnungen für städtische Bedienstete gebaut. Später zogen das Sport-, Schul- und das Kulturamt der Stadt in die Gebäude.

Von dieser Nutzung zeugen heute noch die blechernen Schilder mit dem Lingener Stadtwappen neben den Eingangstüren. Ende 2013 sind die Ämter aus dem Gebäude ausgezogen. Aufgrund brandschutztechnischer und energetischer Mängel ist es in seinem heutigen Zustand nicht mehr nutzbar.

Pläne für eine Nachnutzung gab es. Der rechte, stadtbildprägende Teil des Gebäudes sollte erhalten und saniert werden. Der Anbau von 1964 hingegen sollte abgerissen werden. An seiner Stelle plante die Stadt einen Klinkerneubau mit großen Glaselementen. In dem sanierten und neuen Bau sollten Mitarbeiter der Stadtverwaltung eine neue Heimat finden, die derzeit in angemieteten Räumen im OLB-Gebäude ihren Dienst verrichten. 2,2 Millionen Euro genehmigte im Januar 2014 der Planungs- und Bauausschuss für diese Maßnahmen, die bis Mitte 2016 abgeschlossen sein sollten.

Doch es kam alles anders, und das Gebäude steht bis heute leer. „Wir konnten die Mietverträge mit der OLB zu verbesserten Konditionen verlängern“, sagte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher im PBA. Daher habe die Stadt die Maßnahme verschoben. Der Stadtbaurat betonte, dass die Verwaltung am Entwurf von 2014 weiter festhalte, jedoch das Nutzungskonzept müsse überarbeitet werden. „Wir müssen aber schauen, dass die Gebäude nicht verfallen“, sagte Schreinemacher, der einen Verkauf der im städtischen Eigentum befindlichen Immobilie ausschloss.

Dem schloss sich CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling an: „Die Gebäude müssen städtisches Eigentum bleiben und adäquat genutzt werden.“ Stefan Wittler (SPD) kritisierte den langen Leerstand. „Bei anderen regen wir uns darüber auf. Hier sind wir kein Vorbild.“ Schreinemacher verteidigte die Verschiebung: „Wir können nicht bei hohen Defiziten dort bauen, wenn andere Maßnahmen, beispielsweise die Sanierung der Overbergschule, Vorzug haben.“

FDP-Ratsherr Jens Beeck erklärte, so wie die Dinge jetzt gelaufen sind, ist es vernünftig, wie verfahren wird. Gleichwohl kritisierte der Liberale, dass „die ursprünglichen Planungen von der Verwaltung und Teilen des Rates umgeworfen worden sind“. Schreinemacher entgegnete, dass die Verwaltung immer zu den veränderten Rahmenbedingungen vorgetragen habe und entsprechende Beschlüsse im Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt gefasst worden seien. Beeck bemängelte dieses Vorgehen. „Vielleicht schreiben sie mir als Ingenieur mal, wieso der VA da Zuständigkeiten hat. Mir dies zu erklären haben bislang drei Erste Stadträte nicht geschafft.“
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