FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 19.08.2016:

Altmeppen: Folgen des Brexits für Lingen nicht abzusehen

Lingener Tagespost - Lokales

Von Thomas Pertz

Lingen. Die Folgen des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union für die Stadt Lingen und hiesige Unternehmen, die mit dem Königreich in wirtschaftlicher Beziehung stehen, sind derzeit nicht abzusehen. Dies betonte Erster Stadtrat Stefan Altmeppen in der Sitzung des Wirtschafts- und Grundstücksausschusses.

Anlass war ein Antrag der SPD-Fraktion. Die Sozialdemokraten wollten unter anderem wissen, welche Auswirkungen die Entscheidung auf die Stadt als Standort international operierender Unternehmen hat. Altmeppen verwies darauf, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich sei, konkrete Aussagen zu treffen. Zunächst einmal müsse Großbritannien offiziell einen Antrag auf Austritt stellen, was bislang noch nicht geschehen sei. „Vielleicht am Jahresende oder Anfang 2017“, sagte Altmeppen. Die Verhandlungen über ein Austrittsabkommen könnten sich dann noch rund zwei Jahre bis 2019 hinziehen. „Die Folgen für uns sind deshalb spekulativ“, erklärte der Jurist. Auch das Wirtschaftsministerium habe sich auf eine Anfrage hin bedeckt gehalten.

Die SPD hatte im Zusammenhang mit dem Brexit auch auf die Raffinerie in Lingen hingewiesen, die zum britischen Konzern BP gehört. Die Verwaltung stehe, so Altmeppen, in engem Kontakt zu dem Unternehmen. Die BP halte an ihrem Investitionsverhalten ausdrücklich fest, sagte der Erste Stadtrat. Die Raffinerie plant auf einem sechs Hektar großen Areal im Altenlingener Forst die Errichtung von Verwaltung, Werkstätten und Laboren.

Partnerstadt für Brexit

Was Lingens englische Partnerstadt Burton upon Trent in East Staffordshire anbelangt, erläuterte Altmeppen, dass die Zustimmung dort für den Austritt Großbritanniens bei 63,2 Prozent gelegen habe. Jens Beeck von der Liberalen Fraktion regte an, einmal darüber nachzudenken, was Partnerstädte wie Lingen zu einem besseren Bild von Europa beitragen könnten. Darüber könne im Beirat Städtepartnerschaften beraten werden.

Weiteres Thema im Ausschuss war die Installierung eines Personenzählsystems in der Innenstadt. Bis auf die Bürgernahen stimmte der Ausschuss für einen Vertragsabschluss über fünf Jahre mit der Firma Lase PeCo aus Wesel in NRW, die die entsprechenden Geräte zur Zählung bereitstellt. Die Kosten liegen bei 29300 Euro. Messpunkte sollen in der Lookenstraße, Burgstraße, Marienstraße und der Großen Straße eingerichtet werden. Zurzeit gibt es ein solches Zählsystem nur in der Lookentor-Passage. Wie Ludger Tieke von der Wirtschaftsförderung der Stadt erläuterte, ist die Nachfrage nach solchen Daten sehr hoch. Sie würden unter anderem Erkenntnisse über Besucherzahlen und die Attraktivität von Einkaufsstandorten liefern.

Daten darüber, wie viele Leute wo unterwegs seien, brächten die Stadt nicht weiter, meinte Marc Riße für die BN. „Wir wissen, wo sie sind, das sehen wir an den Umsätzen in den Geschäften“. Es seien gerade die Eigentümer und Geschäftsleute, die nach solchen Daten fragten, entgegnete Tieke. Stefan Wittler (SPD) meinte, dass anders als bei sonst üblichen Zählungen ein- oder zweimal im Jahr eine solche Messung das ganze Jahr hindurch erkenntnisreich sei. Das sahen auch die anderen Ratsmitglieder so.
Druckversion Druckversion 
Suche

Jens Beeck - Unser Abgeordneter in Berlin


FREI-BRIEF

Mitglied werden