FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 20.07.2016:

Beeck und Goldmann mit FDP-Landtagsabgeordneten Hermann Grupe bei Raiffeisenwarengenossenschaft Emsland-Süd

Bernhard Temmen (1.v.r.vorne) erläutert Jens Beeck (2.v.r.vorne), Hermann Grupe (3.v.r.vorne)  und Michael Goldmann (4.v.r.vorne) die technische Umsetzung der Gülleseparation
Bernhard Temmen (1.v.r.vorne) erläutert Jens Beeck (2.v.r.vorne), Hermann Grupe (3.v.r.vorne) und Michael Goldmann (4.v.r.vorne) die technische Umsetzung der Gülleseparation
Pressemitteilung
FDP-Abgeordneter informiert sich in Lünne über Probleme und Lösungsansätze der intensiven Landwirtschaft

Im Rahmen seiner Sommertour besuchte der niedersächsische Landtagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der FDP Fraktion Hermann Grupe gemeinsam mit Kreistagsmitglied Hans-Michael Goldmann und dem Bezirksvorsitzenden Jens Beeck die Raiffeisenwarengenossenschaft Emsland Süd.

Hermann Grupe erklärte einleitend, dass es in Niedersachsen sehr unterschiedlich strukturierte Regionen gibt. Die in den Viehregionen im Übermaß anfallende Gülle werde in den Ackerbauregionen in Süd – Niedersachsen als wertvoller Dünger gebraucht. Deshalb müsse eine bessere Verteilung der Nährstoffe im Land stattfinden. „Aus diesen Regionen liefern wir ja auch das Getreide ins Emsland oder nach Vechta - Cloppenburg. Da ist es nur die logische Konsequenz, den organischen Dünger wieder zurückzunehmen. So funktioniert moderne Kreislaufwirtschaft zwischen den Regionen“. Deshalb sei er besonders interessiert an den Separationsverfahren, mit denen das Substrat transportfähig gemacht werde.
Das Emsland ist eine von der intensiven Tierhaltung geprägte Region, in der Nährstoffüberschüsse in Form von Gülle und Mist produziert werden. Eine Ausbringung würde zu einer Überversorgung und Belastung der Flächen mit Stickstoff und Phosphat führen. Um dies zu verhindern, müssen Gülle und Mist aus dem Emsland in Regionen mit Nährstoffbedarf (Ackerbauregionen) transportiert werden. Hierfür gibt es umfangreichen Vorgaben und Kontrollen. Geregelt wird die Nährstoffverwertung durch die Düngeverordnung. Bereits heute müssen Landwirte die Güllemengen, die sie abgeben oder aufnehmen, in einer Onlinedatenbank melden.
Die Raiffeisenwarengenossenschaft Emsland-Süd eG (RWG) bietet ihren Landwirten in diesen Bereichen umfangreiche Unterstützung an. Petra Wöhle, Maria Krieger und Melanie Hoppmann stehen den Landwirten für diese Dienstleistungen zur Verfügung, sämtliche Dokumentationspflichten, von der Führung der Ackerschlagkartei bis hin zu den Meldungen in die Datenbanken, werden übernommen. Petra Wöhle: „Die Landwirte wissen unsere Dienstleistungen zunehmend zu schätzen und sind bei Kontrollen ohne unsere Hilfe oft überfordert.“

Stellt die RWG Nährstoffüberschüsse bei den Landwirten fest, gibt es weitere Lösungsmöglichkeiten. In einem Projekt mit dem 3N Kompetenzzentrum in Werlte und der Fachhochschule in Münster werden unterschiedliche Techniken der Separation getestet, die die Nährstoffe aus der Gülle abscheiden sollen. Die Mitglieder der FDP hatten vor Ort die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Techniken zu informieren. Besonders beeindruckt waren sie von der Zentrifuge der RWG. Die RWG hat in diesen Bereich ca. 400.000€ investiert und mit der Anlage in den letzten sechs Monaten gemeinsam mit dem Agrovermittlungsdienst Emsland-Grafschaft GmbH 25.000m³ Gülle bei 30 landwirtschaftlichen Betrieben separiert. Bei diesem Verfahren werden 25% des Stickstoffs und 75% des Phosphors aus der Gülle herausgeholt. Dieses Substrat hat dann etwa30 Prozent Trockenmasse und optisch Ähnlichkeit mit einer Silage und wird in Ackerbauregionen als Futter in Biogasanlagen eingesetzt.
Bernhard Temmen: „So wird die Umwelt mehrfach entlastet, die Nährstoffe aus der Gülle verlassen das Emsland und belasten nicht mehr die Umwelt. Zusätzlich wird aus dem silageähnlichen Substrat in Biogasanlagen Strom produziert, so wird der Methaneintrag in die Umwelt verringert. Ich wundere mich nur, dass sich nicht noch mehr Landwirte diesem Verfahren anschließen.“

Bernhard Temmen stellte die anderen Aktivitäten der RWG wie den Betrieb von Biogasanlagen und Windparks, den Betrieb eines Ackerbaubetriebes in Litauen so wie die Nahversorgung vor Ort mit Raiffeisenlebensmittelmarkt, Tankstellen und einer Raststättevor. Insgesamt gehört die Genossenschaft mit ca. 140 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern in der Region.

Im Anschluss besuchten Hermann Grupe, Michael Goldmann, Jens Beeck und weitere FDP Mitglieder den Schweine- und Bullenmastbetrieb von Bernhard Barkmann in Messingen. Auf dem Drei-Generationen-Familienbetrieb erhielten sie einen Einblick, wie die Schweinemasthaltung nach dem „Tierwohl“-Initiative funktioniert: den Tieren steht sowohl mehr Platz zur Verfügung als auch verschiedene „Spielzeuge“ zur Beschäftigung. Auch im Bereich der Bullenmast steht den Tieren mehr Platz zur Verfügung. In den Stallungen herrschte eine friedliche Atmosphäre mit neugierigen Tieren. Hermann Grupe, selbst Landwirt in einer Ackerbauregion und Vorsitzender des Bauernverbandes Weserbergland, zeigte sich beeindruckt vom Betrieb der Familie Barkmann.
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