FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 14.06.2016:

Krone hofft auf „Härte des Gesetzes“

Lingener Tagespost - Lokales

Nach den Schüssen auf zwei Flüchtlinge hinter einem Wohnheim im Lingener Langschmidtsweg herrscht in der Stadt Ratlosigkeit und Entsetzen.

Von Wilfried Roggendorf

Lingen. Vor der Ausgabestelle der Lingener Tafel im Langschmidtsweg herrscht einen Tag nach der Tat reges Gedränge. Rund um die benachbarte Flüchtlingsunterkunft ist es hingegen sehr ruhig. Auf ihrer Rückseite wirkt es fast ein wenig idyllisch, obwohl die Außenanlage noch nicht fertiggestellt ist. Dichtes Grün umgibt den Bereich, der den Flüchtlingen als Aufenthaltsort im Freien dient.

Doch das Grün ist nicht dicht genug: Durch eine Lücke ist ein Fenster eines rund 40 Meter entfernten Mehrfamilienhauses an der Langenbielauer Straße zu sehen. Von dort sind am Sonntag Schüsse auf die Flüchtlinge, ein fünfjähriges Mädchen und ein 18 Jahre alter junger Mann, abgegeben worden.

Die Flüchtlinge halten sich am Montag im Gebäude auf, haben die Vorhänge der Fenster zugezogen. In ihrer Unterkunft werden sie von Sozialarbeitern des Vereins für soziale Dienste Lingen (SKM) betreut, der im Auftrag der Stadt diese und rund ein Dutzend weiterer Unterkünfte betreibt. Dies erklärt SKM-Geschäftsführer Hermann-Josef Schmeinck. „Wir werden in den nächsten Tagen intensiv beobachten, wie es den Leuten geht“, versichert er. Wenn die Flüchtlinge es wünschten, werde der SKM ihnen den Umzug in eine andere Unterkunft innerhalb der Stadt ermöglichen.

Schmeinck ist fassungslos über das, was geschehen ist. Und nicht nur er. „Ich bin über dieses verabscheuungswürdige Ereignis entsetzt“, sagt Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone. Es sei niederträchtig, auf unschuldige Menschen zu schießen.

„Die Flüchtlinge suchen bei uns Schutz vor Anschlägen, sind traumatisiert, und dann schießt hier jemand auf Kinder und Jugendliche“, verurteilt Krone die Tat. Und dies erwartet er auch von den Strafverfolgungsbehörden: „Ich hoffe, dass die deutsche Justiz mit aller Härte des Gesetzes gegen den Täter vorgeht.“ Krone betont, dass es sich um einen Einzeltäter handele. „Dem gegenüber stehen die vielen Lingener, die sich aktiv im Rahmen der Integrationsarbeit für die Flüchtlinge engagieren und eine herzliche Willkommenskultur pflegen“, so der Lingener Oberbürgermeister.
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