FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 12.05.2016:

Blinde mit Problemen an B213 in Damaschke - Fehlende Vibrationsknöpfe an den Überquerungen sollen nachgerüstet werden

Lingener Tagespost - Seite 1 und Lokales vom 12.05.2016

Boris-Leon Kreyenkötter erläutert Mandy Benneh und Jens Beeck, wie er die Kreuzung an einigen Stellen lediglich mithilfe seines Hörsinns überqueren muss. Foto: Adam
Boris-Leon Kreyenkötter erläutert Mandy Benneh und Jens Beeck, wie er die Kreuzung an einigen Stellen lediglich mithilfe seines Hörsinns überqueren muss. Foto: Adam
Boris-Leon Kreyenkötter hat einen langen Arbeitsweg. Insbesondere der letzte Abschnitt zu seinem Arbeitsplatz macht ihm schwer zu schaffen, denn er ist gefährlich.

Kreyenkötter ist nämlich blind.

Von Christiane Adam

Lingen. Seinen Traum, Fitnesstrainer zu werden, hat sich der Rheinenser mit Unterstützung von Fitnessclub-Geschäftsführerin Mandy Benneh und ihrem Team im Injoy in Lingen-Damaschke erfüllen können.

„Mein Arbeitsweg sieht so aus, dass ich in Rheine zunächst mit dem Bus zum Bahnhof fahren muss. Danach steige ich in den Zug. Und von dort aus geht es wieder mit dem Bus weiter, entweder mit der LiLi oder dem Linienbus Richtung Haselünne. Ich steige dann in Damaschke aus und muss die Bundesstraße 213 überqueren, um in den Fitnessclub zu kommen“, beschreibt der Fitnesstrainer seinen täglichen Weg.

Die B213 ist an dieser Stelle stark frequentiert, und nicht alle der insgesamt sieben Überquerungen sind mit Vibrationsknöpfen für sehbehinderte Fußgänger ausgestattet. „Ich kann mich teilweise nur an den Geräuschen orientieren, die die Fahrzeuge von sich geben. Wenn ich höre, dass auf der einen Seite angefahren wird und auf der anderen Seite niemand fährt, gehe ich los. Das gleicht fast einem russischen Roulette“, klagt er.

Auch seine Chefin Benneh sorgt sich täglich um ihn. „Wir sind immer froh, wenn Boris unversehrt bei uns eintrifft.“ Dabei gibt es an der Kreuzung B213/Schillerstraße immerhin noch eine Ampelanlage. An anderen Überquerungen wie beispielsweise an der Auf- und Abfahrt zur Umgehungsstraße gibt es gar nichts, was Kreyenkötter dabei hilft, sicher die Straße zu queren. „Mein Blindenhund hat hier auch Schwierigkeiten, da er die flachen Bürgersteige nicht als solche erkennt“, führt Kreyenkötter weiter aus. Er hat sich deshalb an Jens Beeck gewandt. Das FDP-Stadtratsmitglied wohnt selber quasi gegenüber und kennt die Kreuzung und die Verkehrslage dort ganz genau. Allerdings hatte er sich bislang nie damit auseinandergesetzt, wie eine Straßenquerung für einen blinden Passanten sein müsste.

Rillen und Noppen fehlen

„Nachdem Boris mir gezeigt hat, wie er vor allem anhand seines Gehörs die Straße zu überqueren probiert, bin ich erstaunt, dass nur zwei von sieben Querungen mit dem Vibrationsknopf ausgestattet sind. Das müsste selbstverständlich sein“, lautet eine Erkenntnis nach einer gemeinsamen Ortsbegehung. Laut Kreyenkötter fehlen außerdem Rillen und Noppen im Boden, die dem Blinden bzw. dem Blindenhund signalisieren, wo es langgeht und wo man stehen bleiben muss. „Dazu kommt, dass die Drücker an den Ampeln nicht normgerecht angebaut sind und die Ampeln selber teilweise zu weit im Gras stehen. Das macht das Auffinden für mich und auch für Riggi, meinen Blindenhund, schwerer.“

Es sei gut, einmal von einem Betroffenen zu hören, welche Schwierigkeiten im Straßenverkehr bestehen, „die von uns sehenden Verkehrsteilnehmern gar nicht wahrgenommen werden“, betont Beeck. Inzwischen hat sich der Liberale bei Klaus Haberland, Leiter des Geschäftsbereichs Lingen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, dafür eingesetzt, dass alle Querungen an der Kreuzung B213/Schillerstraße/Damaschkestraße mit Vibrationsknöpfen ausgestattet werden. Er hat von ihm die Zusage für eine baldige Ausführung bekommen. „Im Prinzip müsste man einmal alle Ampeln hinsichtlich solcher Hilfsmittel prüfen“, meint Beeck. „Ein behinderter Mensch soll sich genauso frei bewegen können wie jeder andere auch“, fordert Kreyenkötter.
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