FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 03.05.2016:

„Wohnen am Wasser“ in Lingen nimmt weiter Gestalt an

Lingener Tagespost - Lokales

Lingen. Im fünften Stock des Lingener Rathauses, wo die Bauverwaltung ihre Büros hat, können sich interessierte Bürger am Modell anschauen, wie sich das Baugebiet „Alter Hafen“ an der Lindenstraße in Lingen in Richtung „Wohnen am Wasser“ weiterentwickeln wird. Inzwischen ist der B-Plan erneut öffentlich ausgelegt worden. Der Planungs- und Bauausschuss hatte in seiner letzten Sitzung dafür grünes Licht gegeben.

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Speichergebäude „verschoben“
Die Verwaltung hatte die Pläne zur weiteren Bebauung der Flächen bereits Anfang letzten Jahres ausführlich vorgestellt . Seitdem haben sich aber einige Veränderungen ergeben, die eine Anpassung des Bebauungsplanes und deshalb eine erneute Auslegung erforderlich machten. So hatten Anwohner der angrenzenden Wohnanlage den Wunsch geäußert, dass das vorgesehene sogenannte „Speichergebäude“ um einige Meter verschoben werden soll, um die Sicht zum Hafenbecken nicht zu verstellen. Diese Änderung sei auch vorgenommen worden, sagte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher. Den Planungen zufolge soll das dem ehemaligen Kornspeicher am Alten Hafen nachempfundene „Speichergebäude“ neben Wohnungen Gastronomie im Erdgeschoss anbieten. Neben diesem Gebäude entsteht ein trapezartiges Haus mit weiteren Wohnungen. Weitere Baufelder schließen sich auf dieser Seite des Hafens an.

Wohnquartier mit maritimem Flair
An der Grundausrichtung der Planung, die auf die Ideen des Architekturbüros „Bolles+Wilson“ aus Münster gründet, hat sich nichts geändert. Danach soll die Gewerbebrache im Umfeld des Alten Hafens in ein hochwertiges Wohnquartier mit maritimem Flair verwandelt werden. Dazu gehören auch eine touristische Nutzung und optional eine Hotelbebauung aufgrund der Nähe zu den Veranstaltungszentren Emslandhallen und Emslandarena. Eine großzügige, offene Uferrandgestaltung soll eine hohe Attraktivität der Promenade gewährleisten. Dazu gehört auch eine Verknüpfung mit dem Radwanderweg entlang des Dortmund-Ems-Kanals.

Altlasten durch Reinigung

Was die mögliche Hotelbebauung anbelangt, fragte Jens Beeck für die Liberale Fraktion in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses, ob es sinnvoll sei, dieses Ziel weiterzuverfolgen. Planungsrechtlich wolle die Verwaltung daran weiter festhalten, meinte Schreinemacher.

Weitere Fragen im Ausschuss bezogen sich auf die Themen Altlasten und Grundwasser. Zwei Faktoren spielen hier eine Rolle: Das Areal ist nach dem Zweiten Weltkrieg für den Umschlag von Schüttgütern und als Lagerstätte für oberirdische Kraftstoffe genutzt worden. Nach Angaben der Verwaltung sind Bodenkontaminierungen innerhalb des Plangebietes am Alten Hafen bekannt. Zweites Problem: 1987 ist auf dem ehemaligen Gelände der chemischen Reinigung Nieweler rund 400 Meter Luftlinie entfernt an der Rheiner Straße in Lingen eine umweltschädliche Konzentration mit Chlorkohlenwasserstoff (CKW) im Grundwasser festgestellt worden. Eine verunreinigte Grundwasserfahne erstreckt sich bis zum Alten Hafen.

Zwischen Mitte Mai und Mitte Juni liegt der Bebauungsplan zur Einsicht im Bürgerbüro und in der Bauverwaltung des Rathauses aus. Sobald in der zweiten Jahreshälfte der Satzungsbeschluss getroffen worden sei, könne mit den Bautätigkeiten begonnen werden, sagte Schreinemacher Montag auf Anfrage der Redaktion.


Kommentar LT: Filetstück in der Stadt
Lingen. Ein städtebauliches Filetstück mit einer für Lingen einzigartigen Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Freizeitgestaltung mit Blick aufs Wasser ist das Baugebiet „Alter Hafen“ in Lingen, meint der Kommentator.
Es braucht seine Zeit mit dem „Wohnen am Wasser“ an der Lindenstraße in Lingen. Erste Pläne gab es bereits, als der inzwischen verstorbene Stadtbaurat Nikolaus Neumann noch im Amt war.
Doch Zeit vertrödelt worden ist nicht in diesen Jahren, wie die aktuellen Modelle für den Alten Hafen zeigen. Dieser Teil ist ein städtebauliches Filetstück mit einer für Lingen einzigartigen Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Freizeitgestaltung mit Blick aufs Wasser.
Dass die Verwaltung immer wieder nachjustiert hat, um auch den Interessen der bereits dort wohnenden Bürger gerecht zu werden, spricht ebenfalls für die Behutsamkeit der Planungen. Sichtbarer Ausdruck dafür ist die Verschiebung des geplanten „Speichergebäudes“ um ein paar Meter, das somit den dahinterliegenden Mietern bzw. Wohneigentümern nicht die Sicht aufs Wasser versperrt.
Ob das Festhalten an einem „Sondergebiet Hotel“ entlang der Lindenstraße der Weisheit letzter Schluss ist, bleibt abzuwarten. Von Nachfragen interessierter Investoren ist bislang nichts bekannt. Unabhängig davon ist der nun erreichte Planungsstand so weit gediehen, dass einer Weiterentwicklung des maritimen Wohnens am Alten Hafen nichts mehr im Wege stehen sollte.
Klar ist aber auch allen: Seine volle Wirkung als hochwertiges, modernes Vorzeigestadtquartier wird dieses Areal erst dann entfalten können, wenn der Baustoffhandel gegenüber eine attraktive Alternativfläche bekommen hat und auch die andere Hafenseite überplant werden kann.
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