FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 29.04.2016:

Lingen: Nachtbussystem „Nachteule“ steht vor dem Aus

Lingener Tagespost - Lokales

Lingen. Die „Nachteule“ steht vor dem Aus. Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone hat dem Rat der Stadt vorgeschlagen, das Nachtbussystem schnellstmöglich einzustellen. Herbe Kritik gab es von Seiten der Bürgernahen am schnellen Vorgehen des Verwaltungschefs.

Neben stetig sinkenden Fahrgastzahlen begründete Krone dies mit der Schließung der Meppener Diskothek „Update“ . Die Betreiber hatten im April angekündigt, die Pforten zumindest bis zum Herbst zu schließen. Damit falle die Grundlage für eine Linie weg.

Zahl der Fahrgäste sinkt stetig
Die „Nachteule“ hatte nach einem Monat Unterbrechung und dem Wegfall einer Linie erst am 5. Dezember 2015 ihren Betrieb auf den Linien Lingen-Meppen und Lingen-Schüttorf wieder aufgenommen. Am Starttag konnte sie 313 Fahrgäste verzeichnen. Doch da war die Mitfahrt auch kostenlos.

Krone: Nicht weiter sinnlos Geld ausgeben
Danach ging es mit der Zahl der Fahrgäste bergab. „Nur eine Woche später, am 12. Dezember, haben nur noch 25 Personen das Angebot genutzt“, erläuterte Krone. Dies seien aber immer noch mehr gewesen als einen Monat später auf der Linie nach Schüttorf: „Dort sind im gesamten Januar nur 14 Leute mitgefahren.“ Angesichts dieser Entwicklung schlug Krone dem Rat vor, ihm ein Votum für die sofortige Einstellung nach dem letzten Aprilwochenende zu geben, damit nicht weiter sinnlos Geld ausgegeben werde. Darin sei er sich mit den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen Emsbüren, Geeste und Wietmarschen einig.

Rode: Der Sargnagel ist drin
CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling erklärte, dass die Nachteule zwar eine sinnvolle Angelegenheit sei, man aber angesichts der Zahlen zum Schluss kommen könne, dass eine Fortführung wenig sinnvoll sei. Er schlug vor, freiwerdende Gelder beispielsweise in den „Lili“-Bus zu investieren. Die Stadt Lingen subventioniert die „Nachteule“ jährlich mit 25.000 Euro. Für Hillings Fraktionskollegen Fabian Rode ist beim Thema „Nachteule“ der „Sargnagel drin“. Das Party- sowie das Organisations- und Kommunikationsverhalten habe sich geändert, unterstützte Rode die These von Krone, dass die „Nachteule“ mittlerweile am Bedarf vorbei gehe.

Jens Beeck (FDP) erklärte, es ergebe keinen Sinn, in ein Bussystem zu investieren, wo „man besser jedem Fahrgast einen Taxigutschein gibt und dann auch noch Gewinn macht“. Es sei unter finanziellen Aspekten richtig, das Angebot zu beenden. Michael Fuest (Grüne) sah sich in der Zwickmühle: „Wenn wir jetzt Schluss machen mit der ‚Nachteule‘, dann wird das eine Beerdigung für die nächsten Jahre.“ Trotzdem sei die Einstellung wegen des Geldes alternativlos.

Linien des Index funktionieren
Robert Koop (Bürgernahe) erklärte, das Index betreibe selber vier zusätzliche Buslinien nach Rheine, Nordhorn, Gronau und Enschede. „Wir sollten den Betreiber fragen, warum diese Linien laufen“, sprach sich Koop dafür aus, dass Thema am 9. Mai im Verkehrsausschuss zu beraten. Jürgen Herbrüggen (CDU) widersprach dem Bürgernahen. „Diese Linien fahren nur einmal am frühen Abend zum Index und am nächsten Morgen wieder zurück.“ Wenn das Index zu dem Schluss komme, dass sich eine Linie nach Lingen lohnen würde, dann würden die Betreiber diese auf ihre Kosten anbieten.

Koop wirft Krone „Unverschämtheit“ vor
Koop kritisierte überdies das schnelle Vorgehen des Oberbürgermeisters. „Immer wenn die Verwaltung sagt, dass es schnell gehen muss, dann ist etwas faul an der Sache“, warf der Fraktionsvorsitzende der Bürgernahe dem Verwaltungschef vor. „Halten sie sich an die Geschäftsordnung. Wenn, dann haben sie das Thema in den zuständigen Ausschuss zu bringen.“ Koop bezeichnete es lautstark als „Unverschämtheit“, das Thema zwei Tage zuvor ohne Beschlussvorlage im Bericht der Verwaltung im Verwaltungsausschuss vorgestellt zu haben. „Herr Oberbürgermeister, es geht hier nicht nach ihrer Hutschnur.“

Beratung im Vertwaltungsausschuss
Krone entgegnete, dass es selbstverständlich eine Vorlage geben werde und der formelle Beschluss nachgeholt würde. Ihm sei es bei der Bitte um ein Votum darum gegangen, keine zusätzliche Zeit zu verlieren, die unnötig öffentliche Gelder kosten würde. Hilling kritisierte Koop, dessen Ton er als nicht angemessen bezeichnete. „Rein formal ist jedoch ein Beschluss in den Gremien richtig“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Da es wegen der Kritik Koops nicht zu einem einvernehmlichen Votum kam, die „Nachteule“ Ende April einzustellen, wird auf der nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses am 10. Mai über das Ende des Nachtbussystems beraten und abgestimmt werden.
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