FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 28.11.2015:

Rat stimmt für Krematorium - Ortsratsmitglieder bleiben bei ihrem Nein – BI bereitet Klage vor

Lingener Tagespost - Lokales

Lingen. Der Lingener Stadtrat hat am Donnerstagabend über Parteigrenzen hinweg die planerischen Voraussetzungen zur Errichtung eines Krematoriums im Ortsteil Brögbern auf den Weg gebracht. Dagegen stimmten Annette Wintermann (CDU), Hermann-Otto Wiegmann (SPD) und Margitta Hüsken (fraktionslos).

Vor der Abstimmung hatten der Rat und Vertreter der Bürgerinitiative „Kein Krematorium in Brögbern“ noch einmal intensiv über das Für und Wider des Vorhabens diskutiert. Deutlich wurde dies insbesondere an den Stellungnahmen von Annette Wintermann (CDU) und Hermann-Otto Wiegmann (SPD), die beide auch Mitglieder im Ortsrat Brögbern sind. Der hatte geschlossen gegen eine solche Einrichtung an dieser Stelle im Ortsteil gestimmt.

In der Sitzung kritisierte Wintermann, dass sich der Stadtrat über dieses Votum des Ortsrates hinwegsetzen wolle. Von der BI seien bereits zwei Rechtsanwälte beauftragt worden. „Sie haben angekündigt, Normenkontrollklagen zu erheben.“ Warum habe der Lingener Stadtrat so viel Unfrieden nach Brögbern gebracht, fragte sie und forderte ihre Fraktion dazu auf, „diesen unsäglichen Bebauungsplan“ zu kippen. Die Stadt benötige kein Krematorium. Das Vorhaben habe einen tiefen Graben zwischen der Bevölkerung von Brögbern und der Stadtpolitik gerissen.

Ähnlich argumentierte auch Wiegmann (SPD): „Der Tod gehört zum Leben, aber warum drängen wir den Tod an den äußersten Rand der Stadt?“ Er kritisierte, dass es keine Bürgerbefragung gegeben habe, wo doch sonst viel Wert auf eine Einbindung der Bürger in politische Entscheidungen gelegt werde.

Emotional begründeten Einwänden sei sachlich nicht zu begegnen, meinte Stefan Wittler für die SPD. Die Bestattungskultur habe sich stark verändert, deshalb sei die SPD mehrheitlich für den Bau. „Wir werden keine Gegner zu Befürwortern machen“, sagte Birgit Kemmer, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Gleichwohl hoffe sie, dass die Entscheidung akzeptiert werde.

BN-Fraktionsvorsitzender Robert Koop erinnerte an die frühere Diskussion um einen möglichen Standort am Waldfriedhof in Darme, der bestens geeignet gewesen sei für ein Krematorium. Der Ortsrat Darme hatte sich dagegen ausgesprochen. „Damit hast du dich nicht mit Ruhm bekleckert“, meinte Koop an die Adresse des Ratsvorsitzenden und Ortsbürgermeisters Werner Hartke (CDU) gewandt. Der Standort in Brögbern sei aber ebenso geeignet. „Es gibt, mit Ausnahme der Emotionen, kein einziges sachliches Argument dagegen.“

Jens Beeck von der Liberalen Fraktion forderte Annette Wintermann auf, „sprachlich abzurüsten“. Hier sei ein demokratisches Verfahren nicht verletzt, sondern umgesetzt worden. Stadtbaurat Lothar Schreinemacher und Oberbürgermeister Dieter Krone bekräftigten, dass es sich um ein sauberes und transparentes Verfahren gehandelt habe. Wenn im Laufe der Untersuchungen festgestellt worden wäre, dass es an dieser Stelle nicht gehe, „dann hätten wir das gestoppt“, betonte Krone. Dies müsse aber auch umgekehrt gelten. Er stehe zu dieser Entscheidung, „weil ich davon überzeugt bin, dass wir vernünftig abgewogen und beraten haben“.

Die Vertreter der Bürger initiative dagegen erklärten, dass es keine objektive Standortauswahl gegeben habe. „Wir sind nicht gegen ein Krematorium, es geht uns nur um den Standort“, sagte eine Bürgerin. Es sei versucht worden, die BI in eine Ecke zu drängen, sie sei nicht ernst genommen, sondern eher belächelt worden. Ein anderer Bürger sprach von einem „unsauberen Prozess“, ein Vorwurf, den Krone und Schreinemacher zurückwiesen.
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