FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 21.11.2015:

Andere Bestattungsformen gewünscht - Ausschuss für Bau von Krematorium in Brögbern

Lingener Tagespost - Lokales

pe Lingen. Einstimmig hat der Planungs- und Bauausschuss der Stadt Lingen empfohlen, im Ortsteil Brögbern den Bebauungsplan 20 als Satzung zu beschließen und damit grünes Licht zur Errichtung eines Krematoriums an der Duisenburger Straße zu ermöglichen.
Ob die Bürgerinitiative gegen den Bau einer solchen Einrichtung für maximal 1500 Einäscherungen pro Jahr klagen wird, bleibt abzuwarten. Der Ortsrat Brögbern hatte sich in der vergangenen Woche gegen den Bau entschieden.
Stadtbaurat Lothar Schreinemacher hatte in der Sitzung die Stellungnahmen zum Vorhaben und deren Einordnung durch die Verwaltung erläutert. Rund 700 Seiten umfasste das Material, unter anderem mit den Stellungnahmen von Bürgern und von 26 Trägern öffentlicher Belange zu den Krematoriumsplänen.
Punkt für Punkt wies Schreinemacher kritische Anmerkungen zum Bedarf, zur verkehrlichen Situation, zu Fragen von Emissionen und des Naturschutzes zurück. Oberbürgermeister Dieter Krone ergänzte, dass es sich um ein für die Bürger sehr transparentes Verfahren gehandelt habe. Er wisse darum, dass Emotionen zu diesem Thema nicht durch Argumente beseitigt werden könnten. Es gelte aber ebenso zu respektieren, dass es einen zunehmenden Wunsch nach anderen Bestattungsformen gebe, zu denen auch die Verbrennung gehöre. Die Anlage füge sich pietätvoll in die Umgebung ein. Eine „Spaltung des Ortes“ in dieser Frage sehe er im Übrigen nicht. Diese Auffassung hatte Margitta Hüsken (fraktionslos) vertreten. Sie hat im Ausschuss kein Stimmrecht und sprach sich gegen das Vorhaben aus.
In ihren Stellungnahmen befürworteten dagegen die Ratsfraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Bürgernahen und Liberale Fraktion das Vorhaben. Aus gesamtstädtischer Sicht sei ein solches Angebot zu begrüßen, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling. Es sei ein emotional sehr belastendes Thema, sagte Stefan Wittler für die SPD. Er wie BN-Fraktionsvorsitzender Robert Koop, die Grünen-Fraktionsvorsitzende Birgit Kemmer und Jens Beeck von der Liberalen Fraktion sprachen aber von einer notwendigen Einrichtung.
Vertreter der BI hatten an der Sitzung als Zuhörer nicht teilgenommen. Günter Herrmann, der seit 1973 in Brögbern wohnt, verwies in der Einwohnerfragestunde darauf, dass sich die Bestattungskultur in Deutschland geändert habe. Wenn das Krematorium da sei, werde sich die Bevölkerung auch daran gewöhnen.
Oberbürgermeister Krone betonte abschließend, dass sich die Entscheidung zum Bau für ein Krematorium in keiner Weise negativ auf die weitere Entwicklung des Ortes ausgewirkt habe. Jüngstes Beispiel sei ein Baugebiet in Brögbern, dessen Bauplätze ganz schnell vergeben worden seien.
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