FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 13.01.2015:

Lingen zeigt Flagge gegen Pegida - Mehr als 2000 Menschen demonstrieren – Deutschlandweiter Protest

Lingener Tagespost - Seite 1

Lingen. Mehr als 2000 Menschen haben am Montagabend in Lingen an einer Demonstration gegen die islamkritische Pegida-Bewegung teilgenommen und zu einem „Aufstand der Anständigen“ gegen Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit aufgerufen – genau wie in vielen anderen Städte in ganz Deutschland.
Das Forum Juden-Christen im Altkreis Lingen als Veranstalter hatte zur Teilnahme eingeladen. Dem Aufruf waren Vertreter der Parteien, Kirchenverbände, Gewerkschaften, der Wirtschaft und Sozialverbände, des kurdischen Kulturvereins und anderer Organisationen aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim gefolgt.
Die Demonstrationsteilnehmer waren vom Bahnhofsvorplatz in Lingen zum Marktplatz gezogen. Der Vorsitzende des Forums, Heribert Lange, verwies darauf, dass die Idee vor dem Hintergrund der Pegida-Demonstrationen in Leipzig entstanden sei. Diese Notwendigkeit hat sich seinen Worten zufolge durch die jüngsten islamistisch motivierten Terroranschläge in Paris eher noch verstärkt. Es gelte, sich Pegida entgegenzustellen, die den Terrorakt dazu benutzen würde, ihre Agitation und Panikmache weiter zu befeuern. Der Vorsitzende des Forums rief dazu auf, „gemeinsam den dumpfen Parolen der Brunnenvergifter von Pegida zu widerstehen“. Die Stadt Lingen sei offen für Menschen, die auf der Flucht seien, offen für die Vielfalt ihrer Anschauungen und ihrer Buntheit.
Er sei überwältigt von diesem Zeichen der Toleranz und Mitmenschlichkeit, sagte Oberbürgermeister Dieter Krone. „Lingen ist Charlie“, sagte Medina Atalan. Die Kurdin, die seit 29 Jahren in Lingen lebt, erinnerte damit an den Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift letzten Mittwoch.
„Wir wollen eine Gesellschaft, die tolerant ist und Respekt zeigt“, sagte unterdessen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bei einer Großkundgebung in Hannover unter Applaus. „Wir lassen uns nicht spalten.“ Weil wertete die hohe Zahl der Gegendemonstranten als klare Abstimmung. Bis zu 19 000 Menschen demonstrierten in Hannover zeitweise gegen die Pegida. Sie waren dem Aufruf zu der „Bunt statt braun“-Kundgebung gefolgt. Am Abend gingen 200 Anhänger der islamkritischen Bewegung „Hagida“ auf die Straße, allerdings wurde diese Veranstaltung von der Polizei abgebrochen. In Dresden folgten dagegen rund 25 000 Menschen dem Aufruf der Pegida-Bewegung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte nach den Terroranschlägen in Paris vor einer pauschalen Verurteilung der rund vier Millionen Muslime, die in Deutschland leben. Der frühere Bundespräsident Christian Wulff habe gesagt, der Islam gehöre zu Deutschland. „Dieser Meinung bin ich auch“, sagte Merkel. Union, SPD, Linke, Grüne und FDP teilten mit, dass sie sich der Mahnwache des Zentralrats der Muslime am Dienstag um 18 Uhr am Brandenburger Tor anschließen werden. Dabei wird Bundespräsident Joachim Gauck eine Rede halten. Auch Vizekanzler Sigmar Gabriel und mehrere Minister nehmen teil. Außerdem schlossen sich Vertreter des Islam in Deutschland dem Aufruf an, darunter der deutsch-türkische Verband Ditib, der für sich reklamiert, rund 70 Prozent der Muslime in der Bundesrepublik zu vertreten.
Druckversion Druckversion 
Suche

Jens Beeck - Unser Abgeordneter in Berlin


FREI-BRIEF

Mitglied werden