FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 06.11.2014:

Lingener Kunstpreis wird am 14. November vergeben - Jury entschied sich für die Rumänin Marieta Chirulescu

Lingener Tagespost - Lokales

pm Lingen. Bereits zum 21. Mal wird in diesem Jahr der renommierte Lingener Kunstpreis vergeben, und zwar am Freitag, 14. November, um 19 Uhr in der Kunsthalle. Seit 1983 widmet er sich ausschließlich Künstlern, die im Medium Malerei arbeiten. Bisherige Preisträger waren unter anderen Karin Kneffel (1994), Antje Majewski (1998), Cornelius Völker (2004) und Julia Oschatz (2008), 2012 erhielt ihn Kim Nekarda.
In diesem Jahr wurden insgesamt zwölf Direktoren sowie Kuratoren von Museen und Institutionen um jeweils zwei Vorschläge gebeten. Das Niveau der eingereichten Bewerbungen war erstaunlich hoch. Die Jury – bestehend aus den Mitgliedern des Freundeskreises des Lingener Kunstpreises Sigrid Hohoff, Richard Lange und Christa Nitze-Ertz sowie Bettina Steinbrügge (Direktorin, Kunstverein in Hamburg), Thomas Thiel (Direktor Kunstverein Bielefeld) und Meike Behm (Direktorin der Kunsthalle Lingen) – ist zu dem Ergebnis gekommen, den Preis an die 1974 in Sibiu (Rumänien) geborene Künstlerin Marieta Chirulescu zu verleihen, die heute in Berlin lebt.
Marieta Chirulescu absolvierte ihr Studium der freien Kunst an den Kunstakademien in Budapest und Nürnberg und präsentierte ihre künstlerische Arbeit in Einzelausstellungen in der Kunsthalle Mainz und im Kunstverein Nürnberg und in Gruppenausstellungen wie „Made in Germany Zwei“ in Hannover sowie im Museum Folkwang in Essen.
Für ihre Arbeiten nutzt die Künstlerin zwar analoge Techniken der Malerei wie Öl auf Leinwand, mit diesen kombiniert sie jedoch oft Bilder, die durch digitale Arbeitsweisen entstanden sind, wie kopierte oder auch gescannte Blätter. Oft arbeitet sie mit dem Prinzip der Wiederholung, indem sie ein gefundenes Motiv kopiert, es dann vergrößert und anschließend das entstandene Bild ausdruckt, es übermalt und das gewonnene Ergebnis wiederum einscannt, welches dann als Grundlage für ein weiteres Bild dient.
Wieder eingescannt
Ihre Malerei steht in der Tradition selbstreflexiver Vorgehensweisen, denn Marieta Chirulescu hinterfragt über diese Ineinssetzung analoger und digitaler Techniken das Genre in seiner traditionellen Gültigkeit. Hierbei untersucht sie gleichzeitig den Einfluss digitaler Bildproduktion auf unseren Alltag.
In ihren Kompositionen greift Marieta Chirulescu immer wieder auf diesen Raum jenseits der traditionellen Medien der Malerei zurück und erweitert so ihre Grenzen. Es entstehen abstrakte Bilder mit einer ebenso zarten wie manchmal organischen Anmutung, die mitunter geometrische Farbfeldkompositionen ablesen lassen. Durch den Verzicht auf einen Titel eröffnen die Arbeiten Marieta Chirulescus vielfältige Assoziationen.
Der Lingener Kunstpreis wird in diesem Jahr von Eva-Maria Essmann gestiftet. Die Ausstellung von Marieta Chirulescu und der sie begleitende Katalog werden durch den Freundeskreis des Lingener Kunstpreises ermöglicht. Die Kunsthalle Lingen dankt dem rumänischen Kulturinstitut Titu Maiorescu, Berlin, für die großzügige Unterstützung des Katalogs.
Parallel dazu wird die Ausstellung des Künstlers Lluis Mateu aus Salt eröffnet. Er arbeitet in den Medien Skulptur, Zeichnung und Malerei. Seine Themen reichen von der Landschaftsdarstellung über Selbstbildnisse bis zu Stadtansichten im Bereich Malerei sowie Menschen- und Tierdarstellungen als Skulpturen, die zwischen Figuration und Abstraktion changieren.
Im Rahmen dieser ersten institutionellen Einzelausstellung von Lluis Mateu in Deutschland wird die Möglichkeit eröffnet, einen Einblick in das umfangreiche Werk dieses Künstlers aus der Lingener Partnerstadt Salt zu erhalten.
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