FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 17.09.2014:

Neue Magerrasenfläche in Darme Am Kohschultenhof – Traubenkirsche wird gerodet – Bäume und Gehölze bleiben stehen

Lingener Tagespost - Lokales

Lingen. Nachdem es im April dieses Jahres zwischen der Verwaltung und dem Umweltausschuss der Stadt Lingen in Sachen „Sandtrockenrasen in Darme“ am Kohschultenhof noch hoch hergegangen war, ist nun hinter den Kulissen ein Kompromiss gefunden worden. Einstimmig sprach sich der Umweltausschuss am Montagabend dafür aus, die dort wachsende Traubenkirsche zu roden und auf ein Fällen von Bäumen in diesem Bereich zu verzichten. Ein Ergebnis, mit dem sich auch die Verwaltung arrangieren kann.
Die geplante künstliche Anlegung eines Sandtrockenrasens am Kohschultenhof in Darme. ist eine von 30 Projekten deutschlandweit, die als sogenanntes Hotspotprojekt „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“, ausgewählt worden ist. Karin Schreiner von der Unteren Naturschutzbehörde hatte im April vor Ort Mitgliedern des Umweltausschusses und des Ortsrates Darme erläutert, dass ein junges Birkengehölz gerodet werden müsse, um den ehemaligen Sandtrockenrasen in diesem Areal wiederherzustellen.
Die Rodung des überwiegenden Teils der Gehölze bis auf einige Solitäre sei von besonderer Bedeutung, um eine weitere Beschattung der Fläche und Nährstoffeintrag durch das Laub zu vermeiden, sagte Schreiner. Außerdem solle die nicht heimische Späte Traubenkirsche abgeholzt werden. „Das Wiederherstellen des Sandtrockenrasens fördert die Wiederbesiedlung der Fläche etwa durch Zauneidechse, Wildbienen und Laufkäferarten“, sagte die Vertreterin der Unteren Naturschutzbehörde weiter. Nach Angaben der Verwaltung soll die Realisierung des Projekts rund 30 000 Euro kosten, wobei die Stadt Lingen rund 2800 Euro zu tragen hätte. Der weitaus größere Teil werde aus Bundes- und Landesmitteln finanziert.
Kritisiert wurde damals vehement, dass unter anderem keine bewaldete Fläche für einen Sandtrockenrasen abgeholzt werden dürfe und zudem über diese Aktion nur ungenügend informiert worden sei.
Während sich die Bürgernahen mit Marc Riße, die Grünen mit Michael Fuest und die SPD mit Stefan Wittler bereits im April für die Realisierung des Projekts ausgesprochen hatten, votierten die CDU mit Günter Reppien und die Liberale Fraktion mit Godula Süßmann damals gegen dieses Projekt. Man sei zwar grundsätzlich für Magerrasen, aber da die dafür vorgesehene Fläche bereits bewaldet sei, „ist es nun zu spät dafür“.
Wie Schreiner nun am Montag erklärte, habe es in den vergangenen Monaten Gespräche zwischen den Beteiligten gegeben, während derer man sich aufeinander zubewegt habe. Das Ergebnis: Nach wie vor werde die Traubenkirsche komplett gerodet, allerdings blieben die Bäume erhalten. Eine Übereinkunft, dem nun auch die Vertreter der CDU und der Liberalen Fraktion folgen konnten.
Außerdem beschlossen die Mitglieder des Umweltausschusses, den Gewässerunterlauf des Pieskenbachs in Altenlingen zu renaturieren. Damit soll ein artenreiches grünlandartiges Saumbiotop geschaffen werden. Auch diese Maßnahme ist bereits vom Bundesamt für Naturschutz bewilligt worden.

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Kommentar der LT:

Alle haben gewonnen
So unversöhnlich wie sich Politik und Verwaltung in Sachen Magerrasen in Darme noch im April gegenüberstanden, so einvernehmlich konnte jetzt ein Kompromiss vorgestellt werden. Gewonnen haben beide – und die Natur.
Es wäre aber auch zu peinlich gewesen, wenn eine bereits durch das Bundesamt für Naturschutz bewilligte Maßnahme aufgrund angeführter Kommunikationsmängel gescheitert wäre. Um hier nicht ohne Hosen dazustehen, hat sich die Verwaltung dazu durchringen können, auf das Fällen von Gehölzen in dem für den Magerrasen vorgesehenen Gebiet zu verzichten.
Im Gegenzug lockerte die Politik ihre Blockadehaltung und stimmte dem Projekt nun zu. Dabei wäre es für die Beteiligten viel einfacher gewesen, wenn diese Gespräche vorher stattgefunden hätten.
Hoffentlich haben alle dazugelernt – zum Wohle für Mensch und Natur.
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