FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 30.07.2014:

Kritik an Medienarbeit beim WKT - Schirmherrin fehlt bei Eröffnung

Lingener Tagespost - Lokales

Lingen. Der Unmut im Kulturausschuss der Stadt Lingen wegen fehlender oder nur mäßiger überregionaler Berichterstattung über das Weltkindertheaterfest (WKT) ist groß.
So groß, dass es nicht nur harsche Kritik in Richtung Kultusministerin Gabriele Heinen-Kljajic als Schirmherrin wegen mangelnder Präsenz zur Eröffnungsfeier gab. Auch dem städtischen Kulturamt wurde mehr oder weniger vorgeworfen, hier ideenlos gewirkt zu haben.

Doch zunächst lief alles gut: Nach dem Besuch einer Aufführung der Kindertheatergruppe Theatrical Cultural Artistic Center „Populo“ aus Griechenland im Theater an der Wilhelmshöhe ging es hinüber in den Saal Wilhelmshöhe, um sich hier eine erste Zwischenbilanz vom künstlerischen Leiter des WKT, Nils Hanraets, geben zu lassen.

„Alles läuft hervorragend mit wunderbaren Aufführungen und einer unglaublichen Beteiligung“, ließ Hanraets die ersten Tage des Festivals Revue passieren. Zugleich dankte er der Stadt Lingen für ihr finanzielles Engagement in Höhe von 250 000 Euro und den Sponsoren mit einer weiteren Viertelmillion Euro, ohne die das WKT nicht stattfinden könne. Viel Lob zollte der künstlerische Leiter aber auch den Gastfamilien und dem beispielhaften ehrenamtlichen Engagement vieler Vereine und Verbände.

Nach all den lobenden Worten fand es Grünen-Ratsherr Michael Fuest „schade“, dass dies von den überregionalen Medien anscheinend nicht so wahrgenommen werde. „Wir haben uns die Finanzierung für dieses Fest mühsam zusammengeholt, und deshalb muss man sich über Mehrwert und Nachhaltigkeit unterhalten. Es muss etwas geschehen, sonst können wir das in dieser Form in vier Jahren knicken“, mahnte der Grünen-Ratsherr. In die gleiche Kerbe schlug, wenn auch nicht so drastisch, Björn Roth (CDU): „Ich kann das, was Michael Fuest gesagt hat, nur unterstreichen. Bei solchen Veranstaltungen müssen wir uns als Region stärker positionieren.“

Hanraets und Rudi Kruse, Fachbereichsleiter Kultur, hielten dagegen, dass man sehr wohl die Medien in vielfacher Form kontaktiert habe. „Die Kinder bekommen aber leider nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätten. Das Kindertheater hat einfach nicht den Stellenwert.“

Politiker als Zugpferd?
Dass man das WKT „auf keinen Fall knicken darf“, forderte Jens Beeck für die Liberale Fraktion. Vielmehr sei zu überlegen, ob man für dieses Festival nicht einen bekannten Schauspieler oder Politiker gewinnen könne. „Die bringen dann die erwartete Presse von allein mit“, schlug der Liberale vor.

Abschließend relativierte Fuest noch einmal seine Aussage mit den Worten, dass man nicht ganz auf das WKT verzichten sollte, aber: „Je weniger wir mit dem Festival von außen wahrgenommen werden, desto weniger Sponsoren werden wir auf Dauer auch bekommen.“

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Kommentar der LT:

Neue Wege gehen
Das Problem ist nicht neu: Das WKT leidet seit vielen Jahren unter mangelnder überregionaler Medienpräsenz. Und weil das Problem nicht neu ist, hätte man sich seitens der Verwaltung schon längst die Frage stellen müssen, wie sich ein solch einmaliges Festival besser verkaufen lassen kann.

Nur darauf zu verweisen, dass der Einsatz eines professionellen Pressebüros rund 125 000 Euro gekostet und damit den Budgetrahmen gesprengt hätte, ist zu wenig. Zumal die Stadt auch dann noch immer keine Garantie bekommen hätte, dass mehr Medien in Lingen präsent sind.

Der Vorschlag von Jens Beeck, bekannte Persönlichkeiten für das WKT zu gewinnen, ist nur ein denkbarer Weg, diesem medialen Defizit zu begegnen.

Deutlich wird der anscheinend nur spärliche Marktwert des WKT auch dadurch, dass die diesjährige Schirmherrin Gabriele Heinen-Kljajic, Ministerin für Wissenschaft und Kultur, oder ein Vertreter des Ministeriums zur Eröffnungsfeier nicht in Lingen waren. Auch wenn die Grünen-Politikerin in ihrem Broschüre-Grußwort das WKT hoch in den Himmel lobt, war der Weg von Hannover nach Lingen anscheinend zu weit. Schade.
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