FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 23.07.2014:

Zweisprachige Grundschule bei Rosen

Lingener Tagespost - Lokales

Lingen. Der Lingener Schulausschuss hat in seiner Sitzung am Montagabend den Bau einer bilingualen (zweisprachigen) Grundschule durch die Firma Rosen mehrheitlich befürwortet. Im Hinblick auf eine gleichmäßige Auslastung der 16 städtischen Grundschulen soll diese „Ersatzschule“ auf eine Einzügigkeit beschränkt sein.
Für eine derartige Einrichtung sprachen sich neun Mitglieder des Schulausschusses aus, zwei enthielten sich ihrer Stimme und zwei votierten dagegen.

Noch bevor Stefan Rühlmann, Geschäftsführer Rosen Technology & Research Center, die Gründe für deren Engagement im Primärbereich nennen konnte, machte Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone deutlich, warum aus Sicht der Verwaltung eine solch internationale Schule auch als „weicher Standortfaktor mit Alleinstellungsmerkmal“ gelte.

„Seit Jahren werde ich von international tätigen Unternehmen in Lingen, wie BP, GDF Suez oder Rosen, angesprochen, mich für eine bilinguale Erziehung im Primarbereich starkzumachen“, erläuterte der Oberbürgermeister. Durch das Angebot einer bilingualen Grundschule in Lingen solle das Anwerben von international ausgerichteten Fachkräften für Rosen und andere weltweit ausgerichtete Unternehmen erleichtert werden.

Mit der Schule solle ein Angebot für Schüler geschaffen werden, die auf die englische Sprache angewiesen seien. „Deshalb soll die Unterrichtssprache neben Deutsch auch Englisch sein“, erklärte der Verwaltungschef weiter. „Das bedeutet, dass nicht nur Englischunterricht ab der 1. Klasse erteilt wird, sondern auch andere Fächer in englischer Sprache unterrichtet werden.“ Daneben soll die Schule technisch ausgerichtet sein. Krone abschließend: „Neben Wolfsburg werden wir in naher Zukunft die Einzigen in Niedersachsen sein, die ein solches Angebot dank Rosen vorhalten können – ein Alleinstellungsmerkmal, das weiterhin zur Standortsicherung international tätiger Unternehmen beiträgt.“

Weiteren Angaben aus der Verwaltung zufolge werden sich die Einschulungszahlen in der Stadt in den kommenden sechs Jahren bei rund 420 Einschulungen jährlich auf stabilem Niveau halten. Gleichwohl solle die Ersatzschule ihr Angebot auf eine Klasse pro Jahrgang beschränken, um die Auslastung der öffentlichen Grundschulen nicht zu gefährden.

Für Rosen machte Rühlmann unter anderem deutlich, dass man mit dem Angebot die Eltern von Kindern des eigenen Unternehmens, Mitarbeiterkinder anderer international agierender Unternehmen und Kinder englischsprachiger Eltern ansprechen möchte. „Wir machen das nicht zum Spaß, weil das Unterhalten einer Schule nicht zu unserem Kerngeschäft gehört“, machte der Geschäftsführer deutlich. „Dennoch nehmen wir eine siebenstellige Summe in die Hand, um ein neues Angebot zu schaffen und damit unseren Standort und den Standort weiterer Firmen dauerhaft zu sichern.“

Gebaut und unterhalten soll die Schule zu einem großen Teil von Rosen, aber auch durch Schulgeld, Spenden und Stiftungen. Es gibt aber kein Geld von der Stadt. Während sich die CDU, die Liberale Fraktion und die Grünen für die Gründung aussprachen, votierten dagegen bzw. enthielten sich ihrer Stimme die SPD, die Bürgernahen und Monika Wübben als die Vertreterin der Lehrerschaft.

Während Marc Riße für die Bürgernahen das Fehlen weiterer Fakten monierte und deshalb erklärte, dass man sich enthalten werde, obwohl es sich um eine begrüßenswerte Idee handele, vermutete Margitta Hüsken von der SPD den Aufbau einer Elite-Schule: „Wir wollen eine solche Schule nicht bei Rosen, sondern an einem Standort, der für alle Kinder zugänglich ist – an einer städtische Schule.“

Dazu erklärte Krone, dass man das zwar versuchen könne, aber bis zu einer Entscheidung des zuständigen Kultusministeriums auch wohl noch 20 Jahre Wartezeit einplanen müsse.

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Kommentar der LT:
Eine gute Investition
Der geplante Bau einer internationalen Schule in Lingen ist nur zu begrüßen – weil sie niemandem wehtut, im Gegenteil: Das schulische Angebot in Lingen wird zukunftsorientiert erweitert.

Eigentlich hätte sich das niedersächsische Kultusministerium schon längst dieser Sache annehmen müssen. In Zeiten fortschreitender Globalisierung müsste das Ministerium schon viel früher die Zeichen der Zeit erkannt und den öffentlichen Grundschulen die Möglichkeit eingeräumt haben, bei Bedarf ein zweisprachiges Angebot anbieten zu dürfen – hat es aber nicht.

Das kann man nun trefflich bedauern, aber es ändert nichts an der Tatsache. Jetzt wird ein bilinguales Angebot gebraucht und nicht erst in ein paar Jahren, weil sich die Mühlen eines Ministeriums anscheinend nicht schneller drehen lassen.

Dass nun ein privates Unternehmen viel Geld in die Hand nimmt, um neben dem zweisprachigen Angebot auch dem Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachzukommen, ist klasse.

Keinen Grund zur Sorge müssen sich diejenigen machen, die dem Projekt noch argwöhnisch gegenüberstehen. Bis dato gab es aus diesen Reihen keinen Wunsch nach Zweisprachigkeit. Dieses Angebot kommt zusätzlich. Warum also Angst haben?
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