FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 16.07.2014:

Junge Liberale in der Region plädieren für mehr Eigenverantwortung Interview mit neuem Vorstand – „Wettbewerb ist nichts Negatives“

Interviewpartner unserer Zeitung (von links): Christian Rademaker, Florian Manfred Pletz, Jens Beeck und Jannes Klaas. Foto: Christiane Adam
Interviewpartner unserer Zeitung (von links): Christian Rademaker, Florian Manfred Pletz, Jens Beeck und Jannes Klaas. Foto: Christiane Adam
Lingener Tagespost - Kreis Emsland

Lingen. Die Jungen Liberalen des Kreisverbandes Ems-Vechte (Julis) haben einen neuen Kreisvorstand. Kreisvorsitzender ist der Nordhorner Florian Manfred Pletz (21), seine Stellvertreter Christian Rademaker (27) aus Bad Bentheim und der Lingener Jannes Klaas (18). Unsere Zeitung hat mit ihnen und Jens Beeck, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der FDP Niedersachsen und Lingener Ratsherr, über die liberale Grundhaltung und Motivation junger Menschen, sich bei der FDP zu engagieren, gesprochen.
Herr Pletz, nach Ihrer Wahl haben Sie getwittert: #LiberalSeinIstKlasse! Was motiviert Sie, sich für eine Partei zu engagieren, die zurzeit nicht besonders im Trend liegt?
Florian Pletz: Zunächst einmal bin ich ein Mensch, der sich für Werte und Ziele, die mir wichtig sind, einsetzt. Ein Beispiel aus meinem Leben: Ich wollte Theater machen und habe kurzerhand eine eigene Theaterunternehmung gegründet. Im Politischen sehe ich das genauso: Wer etwas ändern will, muss sich engagieren. Für die Liberalen habe ich mich entschieden, weil ich in keiner anderen politischen Bewegung meine Grundwerte so sehr vertreten sehe. Die Eigenverantwortung eines jeden Menschen und seine Freiheit stehen bei mir im Vordergrund. Mein Eindruck: Viele Leute in Deutschland haben zusehends Angst vor Eigenverantwortung.
Haben Sie Beispiele?
Christian Rademaker: Wir haben mal mit Schülervertretern über das Thema Ganztagsschule diskutiert. Da hat uns schon irritiert, dass die Schüler selbst mehrheitlich gesagt haben, dass sie froh sind, wenn ihr Tag komplett durchstrukturiert wird. Freizeitgestaltung benötigt nicht das System Schule, das ist meine Meinung. So wird doch schon Schülern vorgelebt, dass alles geregelt ist.
Jannes Klaas: Mich als Lingener bewegt derzeit das Thema Sperrstunde in der Lingener Innenstadt. Es muss nicht immer gleich nach einer politischen Lösung gerufen werden. Die Betroffenen sind mündig und können sich untereinander einigen.
Pletz: Zudem würde eine Citystreife, die in dem Zusammenhang ja auch gefordert wird, geschätzt 35 000 Euro zusätzlich kosten. Wir halten das für überflüssig.
Rademaker: Letztlich stellt solch eine Regelung alle, die in der Stadt ausgehen wollen, unter Generalverdacht, sich zu betrinken und sich lautstark schlecht zu betragen.
Jens Beeck: Und dabei ist schon vieles geregelt. So ist beispielsweise in der Lingener Gefahrenabwehrverordnung untersagt, Alkohol in nicht konzessionierten öffentlichen Bereichen zu verzehren. Überspitzt gesagt: Man könnte nicht einmal ein Picknick mit einer Flasche Rotwein im Lingener Stadtpark machen.
Die FDP hat für viele das Image, die Partei der Besserverdienenden zu sein. Wie kommt in Ihrem Bekanntenkreis Ihre Mitgliedschaft an?
Rademaker: Die öffentliche Wahrnehmung der FDP ist anders, als die Liberalen wirklich sind. Das ist vielfach ein Kommunikationsproblem. Für mich zum Beispiel ist Wettbewerb nichts Negatives, in der öffentlichen Wahrnehmung ist das Wort allerdings sehr negativ besetzt. Es geht eher darum, dass wir den Menschen unsere Ideen und Weltanschauungen erklären müssen. Aber ja: Flapsige Kommentare sind in der Mitgliedschaft mit inbegriffen.
Klaas: Wir sind keine Spießer!
Pletz: Ich bin erstaunt, wie undifferenziert wichtig manchen die Mitgliedschaft anderer in der „richtigen“ Partei ist. Mir ist schon passiert, dass mir Menschen gesagt haben, sie kämen nicht mehr in meine Theatervorstellungen, weil ich in der falschen Partei sei. Aber es würde meiner Überzeugung widersprechen, deshalb nicht in die FDP zu gehen.
Beeck: Wir haben die Vision einer solidarischen Gesellschaft, in der dem Bedürftigen geholfen und dem Begabten Raum und Unterstützung zur Entfaltung gewährt wird. In der sich Menschen ohne inneren Widerspruch heimatverbunden und weltoffen engagieren.
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