FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 07.06.2014:

Dem Sextäter auf die Mailbox gesprochen - Heftige Kritik der Opposition an Informationspolitik – Mittwoch erneut Thema im Rechtsausschuss

NOZ - Nordwest vom 07.06.2014

Osnabrück. Genauso wie die Fahndung nach Schwerverbrecher Reinhard Rühs läuft auch die Debatte über seine Flucht weiter. Scharfe Kritik übte am Freitag die Opposition nach einer Unterrichtung des Unterausschusses Justizvollzug und Straffälligenhilfe durch das Landesjustizministerium.
Marco Genthe von der FDP sagte nach der Veranstaltung, die in den Räumen der Justizvollzugsanstalt Vechta stattfand: „Durch diese Informationspolitik ruiniert das Ministerium die Akzeptanz der Sicherungsverwahrung in der Öffentlichkeit.“ Thema im Unterausschuss war unter anderem der Anruf von Rühs in der JVA, über den unsere Zeitung Donnerstag berichtet hatte. Zum Zeitpunkt des Anrufs liefen bereits Ermittlungen gegen den 51-Jährigen wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 13-Jährigen während eines Freiganges. Dazu Genthe: „Wir haben von diesem Anruf zuerst nur aus der Zeitung erfahren. Dieses Verhalten gegenüber den Abgeordneten ist respektlos.“
Nach Informationen unserer Zeitung hatte das 13-jährige Mädchen den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch vom Freitagabend in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei der Polizei in Lingen angezeigt. Zwischen 1 und 2 Uhr morgens soll dann die JVA über die Anzeige informiert worden sein.
Gegen acht Uhr morgens versuchte demnach ein Gefängnismitarbeiter, Rühs anzurufen – eine Auflage für den Freigang war das Mitführen eines Mobiltelefons. Rühs soll allerdings nicht abgenommen haben, weswegen der Mitarbeiter ihm auf die Mailbox gesprochen habe. Zwei Stunden später soll Rühs dann zurückgerufen und unter anderem zugesagt haben, in die JVA zurückzukommen. Das passierte offenkundig aber nicht. Wie Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer am Freitag erklärte, soll ein weiteres Gespräch gegen 18 Uhr stattgefunden haben. Damit vergingen rund 17 Stunden zwischen Anzeige und letztem Telefonkontakt mit Rühs.
Die nächste Möglichkeit zur Klärung offener Fragen bietet sich den Landespolitikern am Mittwoch. Dann tagt der Rechtsausschuss in Hannover, wo ebenfalls Rühs auf der Tagesordnung steht.
Möglicherweise wird es dann auch um ein Gutachten gehen. Das soll dem Sicherungsverwahrten Rühs zwar Besserung attestiert haben, entlassungsfähig sei er aber noch nicht. Unterzeichnet worden sein soll das Gutachten am Montag, 2. Juni. Da war der Schwerverbrecher allerdings längst abgetaucht.
Druckversion Druckversion 
Suche

Jens Beeck - Unser Abgeordneter in Berlin


FREI-BRIEF

Mitglied werden