FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 24.04.2014:

Urnenwände für den Neuen Friedhof - Der Nachfrage Rechnung tragen

Lingener Tagepost - Lokales

Lingen. Dort, wo noch im März die alte Kapelle auf dem Neuen Friedhof in Lingen gestanden hat, soll ein neu gestaltetes Areal mit Urnenwänden entstehen. Das Warum und Wieso erläuterten der Chef der Friedhofskommission, Florian Heinen, und Werner Breitenbach, als Architekt der Planungen im Gespräch mit unserer Zeitung.
„Wir verzeichnen seit 2008 eine Zunahme der Urnenbeisetzungen in unserem Geltungsbereich von 20 auf jetzt 34 Prozent“, erklärte Heinen und ergänzte, dass diese Beisetzungsform zu dem weitaus größten Teil auf dem Neuen Friedhof stattfinde. Zum Bereich gehören der Alte und Neue Friedhof sowie die in Baccum, Bramsche-Estringen, Darme, Holthausen-Biene und Schepsdorf gelegenen Friedhöfe.

Vor dem Hintergrund des Wandels in der Bestattungskultur heiße es nun, auch in Lingen entsprechende Angebote zu schaffen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Dabei sei es in erster Linie nicht das Geld, weshalb sich viele Menschen für eine Einäscherung entscheiden. „Es ist vielmehr so, dass man seinen Kindern keine Pflegedienste hinterlassen möchte, weil heute niemand mehr mit Bestimmtheit sagen kann, wohin es ihn in seinem Leben verschlägt“, hieß es.

Somit habe man sich entschlossen, ein Areal mit Urnenwänden zu bauen. Nach den ersten Planungen sollen am Standort der ehemaligen Kapelle an vier Wänden und acht Stelen 240 Einzel- und 40 Doppelkammern errichtet werden.

Baumbestattung
Auf die Frage, ob man seitens der Friedhofskommission schon etwas zu den Kosten sagen könne, schüttelte Heinen den Kopf. „Wir haben die Kosten noch nicht ermitteln können, weil auch unsere Planungen noch nicht abgeschlossen sind.“ Fest stehe allerdings, dass man die finanziellen Mittel für den Bau aus dem bestehenden Gebührenhaushalt stemmen wolle, sodass es zu keiner Mehrbelastung für die Grabeigentümer komme. Eine Umsetzung der Planungen solle noch in diesem Jahr erfolgen.

Nicht verkneifen konnte es sich der Chef der Friedhofskommission, darauf hinzuweisen, dass man nirgendwo in Deutschland so wenig Geld für ein Grab ausgeben müsse als in Lingen. Den Angaben der Stiftung Warentest vom März 2013 zufolge koste ein Grab in Esslingen am Neckar (nähe Stuttgart) für „nur“ 20 Jahre rund 5400 Euro. In Lingen dagegen koste eine vergleichbare Ruhestätte für 30 Jahre genau 594 Euro. „Damit sind wir deutschlandweit die Günstigsten“, betonte Heinen mit Blick auf die Gebührenordnung, die in den vergangenen Jahren nicht erhöht worden sei und auch nicht erhöht werden solle.

Abschließend wies Heinen darauf hin, dass auch die Anzahl der Baumbestattungen stetig zunähme. Die Urne würde in einem kleinen Grab im Schatten eines Baumes versenkt und mit einer Steinplatte, wenn gewünscht, nach oben verschlossen. Auch hier sei keine weitere Pflege vonnöten.


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Verwaltung des Friedhofs ist „einmalig“

bm Lingen. Nicht nur die Kosten für ein Grab sollen in Lingen nach Angaben von Florian Heinen, Chef der Lingener Friedhofskommission, in Deutschland einmalig günstig sein. Auch die Friedhofsverwaltung ist seinen Worten zufolge aufgrund ihrer Zusammensetzung, zumindest auf Bundesebene, einmalig. Näheres erläutert Heinen in der neuen „Kivelingszeitung 2014“.
Zusammenfassend heißt es in seinem Beitrag, dass davon auszugehen sei, dass auf dem „Alten Friedhof“ bereits im 13. Jahrhundert die ersten Beisetzungen stattgefunden haben. In den folgenden Jahrhunderten hatte jeder Lingener Bürger das Recht, eine Grabstelle zu erwerben. Zudem war es erlaubt, dass die Bürger ohne geistlichen Beistand oder Totengräber ihre Verstorbenen beisetzen durften. Aufgrund des Wechsels an Herrschern, den damit verbundenen Konfessionswechseln und der Belegung des Friedhofs mit Verstorbenen aller Konfessionen konnten auch die Eigentumsverhältnisse nicht eindeutig geklärt werden. Deshalb wurde in den 1840er-Jahren die Kirchhofskommission gegründet (Friedhofskommission), wie sie heute noch Bestand hat. Die Einmaligkeit besteht darin, dass Katholiken und Protestanten seit nunmehr 165 Jahren eine gemeinsame Friedhofsverwaltung bilden und zu gleichen Teilen Eigentümer des Neuen und Alten Friedhofes sind.
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