FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 04.12.2013:

Wie viele Spielplätze braucht Lingen? 33 von 125 Plätzen in der Diskussion – Jens Beeck kritisiert fehlende Informationen

Lingener Tagespost - Lokales

Lingen. Wie viele Spielplätze werden in der Stadt Lingen benötigt? 125 wie aktuell, nur noch 92 oder eine Anzahl irgendwo dazwischen? Diese Frage ist im Beirat „Spielräume“ des Jugendhilfeausschusses diskutiert worden: FDP-Ratsherr Jens Beeck fehlen für eine Beantwortung detailliertere Informationen für die Ratsmitglieder. Die Stadt will aber erst mit allen eventuell betroffenen Anwohnern und Spielplatzpaten sprechen.

Aber von Anfang an: Vor etwa elf Jahren ist in Lingen der Beirat „Spielräume“ ins Leben gerufen worden, weil bei den städtischen Spielplätzen ein hoher Sanierungsbedarf vorgelegen hat. Nach der Abarbeitung dieses Bedarfs ruhte die Ausschussarbeit einige Zeit. Vor einigen Jahren ist der Beirat auf Grundlage der „Spielleitplanung“ (siehe Infobox) aber wieder reaktiviert worden.

Mehr Spielflächen für ältere Kinder und Jugendliche, die Umgestaltung von Spielflächen unter Themenschwerpunkten sowie die Einbeziehung der Schulhöfe wurden seinerzeit empfohlen. „In diesem Bereich ist auch schon einiges geschehen“, erklärte Silke Hüter vom Fachdienst Jugendarbeit am Montag in der Beiratssitzung. Als Beispiele führte sie die Jugendtreffs in Baccum und Schepsdorf, die BMX-Strecke in Reuschberge, die umgestalteten Spielplätze in Darme an der Wellbergstraße zum Thema Wasser, in Laxten am Pferdeweg und an der Pommernstraße („Klettern“), in Reuschberge an der Holbeinstraße („Felsen“) und an der Strootstraße („Hügel“) auf. Zudem seien die Schulhöfe der Paul-Gerhardt-Schule sowie der Grundschule in Schepsdorf bereits umgestaltet worden.

Im Zuge der parallel laufenden Spardiskussionen in der Stadt sollte aber auch überprüft werden, ob und welche Spielplätze zurückgebaut werden können, um laufende Kosten zu sparen. Nach Aussage von Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone Anfang November gegenüber der Lingener Tagespost macht man sich in der Stadtverwaltung aktuell über 33 Plätze Gedanken.

So wurde um jeden Spielplatz ein 400-Meter-Radius gelegt. „Das ist die Entfernung, die laut einer DIN-Norm Kinder ohne elterliche Begleitung gehen können, wenn keine Hauptstraße überquert werden muss“, erklärt der zuständige Fachbereichsleiter Günter Schnieders. Anschließend soll zunächst mit Anliegern, Spielplatzpaten und Interessengemeinschaften gesprochen werden. „Wir wollen nicht, dass Betroffene aus der Zeitung über die Schließung eines Spielplatzes erfahren müssen“, betonte Schnieders und bat um Verständnis, „da dieses Verfahren viel Zeit in Anspruch nimmt.“

„Es ist richtig, sich hierbei Zeit zu lassen, auch aus den Ortsräten kamen schon gute Anregungen zu diesem sensiblen Thema“, erklärte Björn Roth (CDU). „Es kann aber nicht sein, dass wir seit fast zwei Jahren beraten und von der Stadt noch keine verlässlichen Rahmendaten und Informationen zu den grundsätzlich für eine Schließung ins Auge gefassten Plätzen bekommen haben“, kritisierte FDP-Ratsherr Jens Beeck „den fehlenden Informationsfluss“. Diese Situation sei „schlicht unbefriedigend. Politische Willensbildung sollte auch parallel zu den städtischen Planungen stattfinden können.“

Laut der Stadt sollen die Gespräche mit Betroffenen bis Mitte 2014 geführt werden. „Bei der Sitzung im Mai werden wir weiter sein“, versprach Schnieders.

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Kommentar der LT (van Bevern)

Gut, aber ...

Der Ansatz, beim sensiblen Thema Spielplatzplanung nicht mit einer Liste der in der Diskussion stehenden Kinderspielflächen vorschnell an die Öffentlichkeit zu gehen und erst mit allen Betroffenen zu sprechen, ist sehr gut: Denn ist ein Spielplatz erst aufgegeben und sogar bebaut worden, lässt sich nicht mehr so einfach ein neuer Spielplatz anlegen, falls wieder junge Familien in die Gegend ziehen.

Aber auch die Kritik von Jens Beeck ist stimmig: Warum soll es nicht möglich sein, parallel zum verwaltungsinternen Erarbeiten der Vorschläge auch dem Rat weitergehende Infos zukommen zu lassen und diese in nicht-öffentlicher Sitzung zu diskutieren? Der Rat sollte zeitnäher in das Verfahren einbezogen werden – er ist es schließlich, der letztlich über die Schließung abstimmen wird.

Und es können – ohne großen Verlust – an verschiedenen Stellen in der Stadt Plätze aufgegeben werden. Ein Beispiel gefällig? Im Bereich Hannoveraner-, Kiesberg- und Heinrich-Schniers-Straße befinden sich in einem Radius von rund 200 Metern drei Spielplätze und ein Bolzplatz. Auch als Anlieger dieses Bereiches und Vater eines jungen Sohnes kann ich da nur sagen: Das ist des Guten doch zu viel.
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