FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 15.08.2013:

RWE mottet zwei Erdgasblöcke ein - Zwischen April und September 2014 am Standort Lingen

NOZ - Wirtschaft

Lingen. „Kraftwerke Lingen – Ein Standort voller Energie“ heißt es in einer Broschüre des Energiekonzerns RWE. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entscheidung, zwei ältere Erdgasblöcke im Industriepark Süd zwischen April und September nächsten Jahres quasi „einzumotten“, stimmt diese Aussage aber nur noch bedingt.
Die sogenannten Dampfteile bei den Blöcken B und C des Erdgaskraftwerkes Emsland werden nach Angaben von Kraftwerksleiter Heinz-Jürgen Wüllenweber zwischen April und September konserviert und stehen dem Strom-Markt in dieser Zeit planmäßig nicht zur Verfügung. Im Herbst sollen sie dann, so die RWE, wieder zum Einsatz kommen.
Das Personal wird den weiteren Angaben des Energiekonzerns zufolge in den Blöcken B und C auf ein Minimum reduziert, um die notwendige Überwachung zu gewährleisten.
Das Erdgaskraftwerk besteht aus den beiden 1974/75 ans Netz gegangenen Blöcken B und C und dem Block D, das 2010 fertiggestellte Gas- und Dampfturbinenkraftwerk, kurz GuD. 700 Millionen Euro hat die RWE in den letzten Jahren in den Energiestandort Lingen investiert. 500 Millionen Euro flossen in die GuD-Anlage, 200 Millionen in zwei neue Gasturbinen von Hersteller Rolls-Royce für die Blöcke B und C. Doch richtig Gas geben konnte RWE seitdem in Lingen nicht. Die Energiewende in Deutschland macht die auf Gas basierende Stromproduktion derzeit unwirtschaftlich.
Unternehmenssprecher Lothar Lambertz nennt Zahlen: Bekam RWE noch vor zwei bis drei Jahren an der Strombörse in Leipzig 60 bis 65 Euro für die Megawattstunde Strom, sind es heute weniger als 37. Der Energiekonzern hat daraus die Konsequenz gezogen. Die Blöcke B und C im Erdgaskraftwerk weisen aufgrund ihres Alters eine höhere Kostenstruktur auf als das erst drei Jahre alte Gas- und Dampfturbinenkraftwerk.
Der Kraftwerksstandort Lingen hat eine lange Tradi tion. Bereits 1968 ging hier ein Demonstrationskernkraft werk in Betrieb, das 1977 stillgelegt wurde und sich im sogenannten sicheren Einschluss befindet. An seine Stelle trat 1988 das neue Kernkraftwerk Emsland, ein Druckwasserreaktor mit 1400 MW Leistung. Die drei Blöcke des Gaskraftwerkes hinzugerechnet, sind es über 3000.
Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone bedauerte die Entscheidung. In Lingen stehe eines der modernsten Gaskraftwerke Europas, die eine stabile Energieversorgung gewährleisten, und das bei einem relativ niedrigen CO 2 -Ausstoß. Jetzt sei die Bundespolitik dringend aufgefordert, sich zeitnah mit der Frage zu beschäftigen, wie die Netzstabilität im Zeichen der Energiewende auch zukünftig gewährleistet werden solle.
Zwei von drei Gasblöcken quasi „kaltgestellt“ und das Kernkraftwerk nur noch bis 2022 am Netz: Welche Per spektive hat der Energiestandort Lingen? „Es ist aktuell eine echt schwierige Situation“, sagte RWE-Sprecher Lambertz.
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