FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 15.06.2013:

Sozialausgaben steigen weiter - Überangebot im Emsland an Altenpflegeplätzen

Lingener Tagespost - Kreis Emsland

Haselünne. Einen imposanten Jahresbericht über die Sozialausgaben und Aufgaben des Landkreises Emsland hat Amtsleiter Richard Peters vorgelegt. Dabei setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. So stiegen die Sozialhilfekosten 2012 gegenüber dem Vorjahr um 4,91 Prozent auf 97,38 Millionen Euro.

Der Landkreis selber musste davon 16,035 Millionen Euro aufbringen (2011: 15,409 Millionen Euro). Die größten Brocken übernehmen dann Land und Bund. In der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Integration in der alten Dorfschule im Haselünner Ortsteil Andrup gab Peters als Gründe für die Kostensteigerungen höhere Regelsätze zur Sicherung des Lebensunterhaltes und höhere Pflegesätze an. Gleichwohl seien insgesamt immer mehr Emsländer auf Sozialhilfen angewiesen. So müssen immer mehr ältere und erwerbs unfähige Mitbürger eine „Grundsicherung im Alter“ in Anspruch nehmen. Die Zahl wuchs von 2906 auf 3113 Menschen an. Sie wurden mit insgesamt 13,429 Millionen Euro in 2012 unterstützt.

In der Kurzzeitpflege (mehrere Betreuungstage) wurden im vergangenen Jahr 2318 Menschen und in der Tagespflege 911 Bedürftige betreut. Durchaus kritisch äußerte sich der Sozialamtsleiter zur Entwicklung der stationaren Pflegeplätze im Emsland. So gebe es momentan 2169 Plätze, von denen nur 1980 belegt seien. Obwohl der Landkreis auch für die kommenden drei Jahre keinen signifikanten höheren Bedarf sieht, würden weitere Alten- und Pflegeheime gebaut. So sei eine Einrichtung in Haren mit 102 Plätzen im Bau und weitere in Lingen (11 Plätze), Meppen (109 Plätze), Papenburg (30 Plätze) und Twist (50 Plätze) in Planung. Peters wörtlich: „Wir haben ein Überangebot, das weiter zunimmt.“

Projekte zur Integration

Detailliert ging er auf die Situation der behinderten Menschen ein. Die Ausgaben für die Wohnstätten beziffert er auf 23,398 Millionen Euro und für ambulant betreutes Wohnen auf 3,536 Millionen Euro. Immer mehr behinderte Menschen suchen die beschützten Werkstätten auf. Zurzeit sind es 1576 Männer und Frauen. Die Ausgaben betrugen in 2012 hierfür 23,072 Millionen Euro. Mit mehreren Maßnahmen versucht der Landkreis, die Integration auch in den ersten Arbeitsmarkt zu forcieren. Dezernentin Sigrid Kraujuttis wies darauf hin, dass weitere Projekte geplant seien. Hierzu gehöre eine Werkstatt für Menschen mit Hirnschädigungen in Papenburg, Kurzzeitwohnplätze für behinderte Menschen in Lingen oder Wohntraining in Meppen, damit behinderte Menschen den Übergang vom stationären ins ambulante Wohnen bewältigen können. Sorgen bereitet dem Sozialamt die zunehmende Zahl junger Menschen mit starken Verhaltensauffälligkeiten. Hiesige Facheinrichtungen könnten einige junge Menschen im Alter von 16 und 17 Jahren bereits nicht mehr aufnehmen, da das Personal damit überfordert sei.

CDU-Kreistagsmitglied Arnold Terborg wies auf die zunehmenden Schwierigkeiten hin, gutes Fachpersonal für die Pflege zu finden. Ulrich Wilde (SPD) sieht den Hauptgrund dieser Misere in der schlechten Bezahlung der Fachkräfte.
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