FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 07.06.2013:

Mittendrin statt nur dabei - Lingener Sportinklusionsprojekt „LinaS“ soll auf das ganze Emsland ausgeweitet werden

Lingener Tagespost - Kreis Emsland

Freren. Über 310 Menschen mit einer Behinderung sind derzeit dank des Projekts „LinaS“ (Lingen integriert natürlich alle Sportler) in mehr als 30 Lingener Vereinen sportlich aktiv. Einstimmig haben sich die Mitglieder des Kreissportausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung im Frerener Rathaus dafür ausgesprochen, dieses Projekt auf das ganze Emsland auszudehnen.

Zwischen 27 Sport- und Freizeitangeboten können die Menschen mit einem Handicap im Altkreis Lingen inzwischen auswählen. So gibt es unter anderem die Fußballteams „Mittendrin“ vom TuS Lingen, die „Lucky Löwen“ von Olympia Laxten, beim Lingener Judoverein wird inzwischen wie selbstverständlich inklusiv Sport getrieben, und auch der Islandpferde-Reitverein, die Lingener Rudergesellschaft, eine Tanzschule oder die DLRG sind aktiv mit dabei.

„Besonders gerne erinnere ich mich an eine Begebenheit am Speicherbecken in Geeste. Dort sind an einem Tag auch zwei Menschen mit einer Behinderung mit unter Wasser gegangen. Der Blick in deren Gesichter – dieses Erlebnis hat mich wirklich bewegt. Dieses Projekt kann auch emslandweit ganz großartig werden“, warb Ausschussmitglied und Kreisbehindertenbeauftragte Uschi Mersmann (CDU) aus Papenburg für das vom Kreissportbund Emsland geplante Projekt „Inklusion durch Sport im Emsland“.

2008 ins Leben gerufen und initiiert vom Sozialpädagogen Frank Eichholt, entstand 2010 durch das Christophorus-Werk in Lingen das auch von der Aktion Mensch mit 174 000 Euro geförderte und zwischenzeitlich bundesweit anerkannte und ausgezeichnete Inklusionsprojekt „LinaS“. Die Aktion Mensch-Förderung ist allerdings zum 1. Februar dieses Jahres ausgelaufen.

Jetzt soll das Projekt vom Kreissportbund (KSB) gemeinsam mit den drei großen emsländischen Einrichtungen der Behindertenhilfe – dem Christophorus-Werk in Lingen, dem St.-Lukas-Heim in Papenburg und dem St.-Vitus-Werk in Meppen – in einer zunächst dreijährigen Projektphase auf den ganzen Landkreis ausgeweitet werden. Zweieinhalb Personalstellen sollen dafür geschaffen werden: je eine halbe Stelle beim KSB für die organisatorische und beim Christophorus-Werk für die fachliche Gesamtkoordination. Dazu soll in jeder der drei beteiligten Hilfseinrichtungen eine halbe Stelle für Koordinationsaufgaben eingerichtet werden.

Die Gesamtkosten für die dreijährige Projektphase betragen 581 750 Euro – einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, dafür aus Kreismitteln 255 000 Euro zur Verfügung zu stellen. „Sport ist einfach der optimale Wegbereiter, Inklusion in unserer Gesellschaft erfolgreich umzusetzen“, freute sich der KSB-Geschäftsführer Günter Kleene. „Gut ist auch, dass hier der Breiten- und nicht nur der Leistungssport angesprochen wird. Das ist gut angelegtes Geld“, erklärte der SPD-Abgeordnete Carsten Primke aus Lingen. Zudem soll nach zwei Jahren das Projekt professionell analysiert werden. „Jetzt muss es darum gehen, die Herzen aller Sportler zu öffnen. Ich hoffe, dass sich viele Vereine an diesem Projekt beteiligen – es werden auf jeden Fall alle davon profitieren“, erklärte Uschi Mersmann abschließend.

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Vorbildlich

Mittendrin statt nur dabei: Unter diesem Motto treiben seit einigen Jahren in Lingen junge, jung gebliebene und ältere Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport. Alle gemeinsam. Nicht der sportliche Erfolg steht dabei im Vordergrund, sondern das Gemeinschaftserlebnis und die Freude am Sport.

Bei Menschen mit und ohne Handicap kann dadurch das Verständnis füreinander wachsen, werden auf dem Spielfeld oder in der Turnhalle Freundschaften geschlossen. Es wird schlicht normal, verschieden zu sein – dieser Slogan von Inklusionsbefürwortern ist in Lingen dank „LinaS“ seit einigen Jahren schon tausendfach mit Leben erfüllt worden. So erfolgreich, dass der Initiator Frank Eichholt schon gebeten wurde, dieses Projekt in Köln, Berlin, Hannover und München vorzustellen. So ist es nur folgerichtig, dieses Erfolgsprojekt auf das gesamte Emsland auszuweiten. Jetzt müssen die emsländischen Vereine und Betroffene diese Chance „nur“ noch am Schopfe packen.
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