FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 01.06.2013:

Emsland hat weniger Einwohner als gedacht - Zensus 2011 korrigiert aber Lingener Zahl nach oben

Lingener Tagespost - Seite 1

Hannover. In Deutschland leben weniger Menschen als angenommen. Das hat eine erste Auswertung der Volkszählung (Zensus 2011) ergeben. Der Trend zeigt sich in leichter Form auch für das Emsland und sehr stark für die Stadt Osnabrück. Lingen bildet in der Region eine Ausnahme.
Wie der Landesbetrieb für Statistik gestern in Hannover mitteilte, zählte Osnabrück nach der Berechnung auf Grundlage des Zensus Ende 2011 nur noch 154 513 Einwohner. Das sind 10 508 weniger als nach der alten Berechnungsbasis. Dieses Minus von 6,4 Prozent ist nach Angaben der Statistiker bundesweit das sechstgrößte bei den Städten mit über 100 000 Einwohnern. Oldenburg zog mit 157 706 Bürgern an Osnabrück vorbei.
Die Verantwortlichen in der Osnabrücker Stadtverwaltung zeigten sich überrascht. „Wir können uns diese Zahl nicht annähernd erklären“, sagte Rita Maria Rzyski, Allgemeine Vertreterin des Oberbürgermeisters. Man habe zwar mit einem Rückgang gerechnet, jedoch nicht in diesem Ausmaß. „Unser Melderegister spricht eine andere Sprache“, erklärte die Stadträtin. Die darin verzeichnete Einwohnerzahl liegt um 2613 Personen höher.
Im Lingener Rathaus dagegen gab es gestern nach dem Zahlenstudium aus Hannover überaus zufriedene Gesichter. Die Einwohnerzahl der Stadt ist mit 51 735 höher als bisher angenommen. Bislang war die Landesstatistikbehörde von einer Einwohnerzahl von 51 007 in Lingen ausgegangen. „Bei den kreisangehörigen Städten mit 50 000 Einwohnern und mehr ist Lingen die einzige Stadt, die deutliche Zuwächse zu verzeichnen hat“, sagte Oberbürgermeister Dieter Krone gestern. „Das ist ein fantastisches Ergebnis für unsere Stadt und beweist, dass wir die richtigen Akzente in der Stadtentwicklung gesetzt haben.“ Im Landkreis Emsland leben mit 311 634 Einwohnern 0,6 Prozent weniger Menschen als zuvor angenommen.
Die erste Volkszählung im wiedervereinten Deutschland ergab auch insgesamt eine geringere Einwohnerzahl: 2011 lebten in der Bundesrepublik gut 80,2 Millionen Menschen. Nach den alten Berechnungsgrundlagen war man von rund 1,6 Millionen Einwohnern mehr ausgegangen.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist die Diskrepanz in den Zahlen vornehmlich darauf zurückzuführen, dass erheblich weniger Ausländer in Deutschland leben als bisher angenommen. Allein dadurch ergebe sich eine Lücke von 1,1 Millionen Bürgern (14,9 Prozent). Insgesamt weist die Statistik für die Bundesrepublik 6,2 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit aus. 15 Millionen Einwohner stammten aus einer Zuwandererfamilie.
Für die Kommunen geht es bei den neuen Daten um bares Geld. Die Berechnung des Länderfinanzausgleichs und der Zuweisungen an die Kommunen orientiert sich unter anderem an den jeweiligen Einwohnerzahlen. Erhebliche Einbußen drohen jetzt etwa der hoch verschuldeten Hauptstadt Berlin, die statt der vermuteten 3,47 Millionen lediglich 3,29 Millionen Einwohner hat. Der Stadtstaat muss nach den Worten des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) im Rahmen des Länderfinanzausgleichs für 2012 und 2013 jeweils 470 Millionen Euro zurückzahlen.
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