FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 17.01.2012:

„Dunkelziffer“ bei Altenwohnungen - Bedarf für Senioren in Lingen ist schwer planbar – Viele Faktoren beeinflussen Entscheidung

Lingener Tagespost - Lokales

Lingen. Das Bekanntwerden der Planungen für den Bau eines Altenheimes am oberen Ende der Burgstraße hat zu Diskussionen darüber geführt, ob weitere Seniorenwohnungen in der Lingener Innenstadt errichtet werden sollten (wir berichteten). Doch wie viele solcher Wohnungen gibt es eigentlich, und wie wird sich der Bedarf entwickeln?
Antworten auf diese Fragen gab am Montag Günter Schnieders, Leiter des Fachbereichs Jugend, Arbeit und Soziales der Stadt Lingen. Grundsätzlich müsse zwischen Heimpflegeeinrichtungen für Menschen, die ihren Tagesablauf nicht mehr alleine bewerkstelligen könnten, und Seniorenwohnungen unterschieden werden. „Es gibt im gesamten Stadtgebiet 498 Pflegeplätze und 306 bei der Stadt registrierte Wohneinheiten für Senioren“, so Schnieders. Davon lägen im Kernbereich rund um die Fußgängerzone 64 Pflegeplätze im „Mutter Teresa Haus“ und 113 Wohneinheiten in verschiedenen Gebäuden. Es sei jedoch nicht möglich, alle seniorengerechten Wohnungen zu erfassen. Es gebe eine „Dunkelziffer“. Senioren würden beispielsweise ihre eigene Wohnung entsprechend umbauen. Diese Zahl und damit den eigentlichen Bedarf könne die Stadt nicht ermitteln.
„Es gibt bei fast allen Anbietern der bei uns registrierten Seniorenwohnungen mehr oder weniger lange Wartelisten. Daran lässt sich jedoch ein Bedarf festmachen“, erklärte Schnieders. Die Kombination von Wohnen und individuell zubuchbarer Leistungen wie zum Beispiel Pflege, Ernährung und hauswirtschaftlicher Leistungen sei gefragt. Von den Pflegeplätzen seien derzeit 90 Prozent (450) belegt.
2011 seien 9800 Lingener älter als 65 Jahre gewesen, was ca. 19 Prozent der Stadtbevölkerung entspreche. „2030 werden dies voraussichtlich 14 200 Menschen bei gleichbleibender Einwohnerzahl also ca. 27 Prozent sein“, erläuterte Schnieders ein weiteres Indiz für einen steigenden Bedarf. Diesen in konkrete Zahlen zu fassen, sei jedoch schwierig.
„Selbst wenn man die Bevölkerung heute befragen würde, wie und wo sie im Alter leben möchte, weiß man nie, ob sich die Menschen später dann auch wirklich so entscheiden“, nannte Schnieders als einen Grund. Zu viele Faktoren spielten dabei eine Rolle. Schnieders verwies auf ein 2009 im Ausschuss für Familie und Soziales vorgestelltes Konzept seines Fachbereiches. „Darin werden
unter anderem auch Mobilität sowie Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten berücksichtigt“, so der Fachbereichsleiter.
Mobilität und Wohnen
Überhaupt hingen Mobilität und Wohnen eng zusammen. So könne ein verbessertes Mobilitätsangebot – wie beispielsweise der „LiLi-Bus“ – die Entscheidung von Senioren über ihren Alterswohnsitz beeinflussen. „Wir wollen steuern, wollen Senioren grundsätzlich die Möglichkeit bieten, in Lingen zu wohnen“, erklärte Schnieders. So könne die Stadt Seniorenwohnungen in neuen Baugebieten planen und Investoren suchen. „Es greift aber nur ein Teil der Senioren auf Angebote zurück, die die Kommune macht“, begründete Schnieders das Problem einer genaueren Planung und Steuerung. „Den Bedarf zu greifen ist schwierig“, so der Fachbereichsleiter. Die Stadt stehe noch am Anfang, wolle aber einen Perspektivplan entwickeln, um den Herausforderungen des demografischen Wandels gerecht zu werden.
Persönlich hält Schnieders das Verhältnis von Jung und Alt in der Innenstadt für ausgewogen: „Ich denke, wir haben einen guten Mix, auch durch die Studenten.“
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