FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 12.11.2011:

Für 2013 geforderte Betreuungsquote wird in Lingen bereits übertroffen

Lingener Tagespost - Lokales
Lingen. Bis 2013 sollen bundesweit für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren Betreuungsangebote bereitstehen. Zum bislang in Lingen geschaffenen Angebot und zur Nachfrage äußerte sich Günter Schnieders, der zuständige Fachbereichsleiter bei der Stadt Lingen.
Laut dem Statistischen Bundesamt liegt die Betreuungsquote der in Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreuten Kindern unter drei Jahren in Deutschland bei 25,4 Prozent und in Niedersachsen bei 19,1 Prozent. Wie sieht die Situation in Lingen aus?
In Lingen stehen für rund 36 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze in Kinderkrippen und altersübergreifenden Gruppen zur Verfügung; weitere 60 Plätze werden über die Kindertagespflege angeboten. Mit dem Perspektivplan Kita 2008–2013 hat die Stadt Lingen den Ausbau von Betreuungsplätzen konsequent auf den Weg gebracht. Dabei wurden neben den Bundesmitteln, Zuschüssen des Landkreises und der Kita-Träger erhebliche Investitionen durch die Stadt erbracht.
Die Quote von 25,4 Prozent entspricht aktuell 517 000 Kindern. Bis 2013 sollen laut den Beschlüssen des Krippengipfels 2007 für 750 000 Kinder Betreuungsangebote bereitstehen. Wie viele Plätze sind bislang in Lingen geschaffen worden?
Für die von der Bundesregierung angekündigte Quote von 35 Prozent müssten für die 1251 Kinder unter drei Jahren in Lingen 438 Plätze geschaffen werden. Es stehen 448 Plätze in Kindertagesstätten und rund 60 in der Kindertagespflege („Tagesmütter“) zur Verfügung. Die Quote wurde also in Lingen aufgrund der hohen Nachfrage und des schnellen Ausbaus bereits übertroffen.
Eine gesetzlich festgelegte Quote muss ja nicht zwingend mit dem Wunsch der Eltern vor Ort übereinstimmen. So geht der Hauptgeschäftsführer des Gemeindebundes, Gerd Landsberg, in einem Interview mit unserer Zeitung von einer größeren Nachfrage aus. Wie groß ist die Nachfrage in Lingen?
Ab dem 1. August 2013 besteht in Deutschland ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr. Dies bedeutet, dass die Nachfrage durch die Eltern weitaus höher sein kann als die bisher vorgegebene Zielmarke von 35 Prozent. Die Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2010/2011 und die aktuelle Warteliste ergeben bereits einen Bedarf von rund 43 Prozent. Ich gehe derzeit davon aus, dass wir in Lingen künftig für rund 50 Prozent aller Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze benötigen.
Es muss also auch in Lingen noch nachgebessert werden. Wie soll das geschehen?
Um ab 2013 das Ziel zu erreichen, fehlen nach unseren Erhebungen rund 150 Plätze in Kindertagesstätten und Tagespflege. Durch flexible Lösungen in einigen Kitas konnten in diesem Jahr zusätzliche Plätze geschaffen werden. Für die nächsten Jahre bis einschließlich 2013 werden in weiteren Kitas Krippengruppen und altersübergreifende Gruppen eingerichtet. So werden 2012 die Kindertagesstätten St. Ansgar und St. Elisabeth saniert und für die Kleinkindbetreuung vorbereitet.
Die Betreuung der unter Dreijährigen kann nicht nur in Kitas gewährleistet werden, sondern auch in der sogenannten Kindertagespflege. Was können Eltern hier erwarten?
Durch die Angebote in der Tagespflege haben die Eltern eine Wahlmöglichkeit zwischen der institutionellen Betreuung in der Kita mit ihren vielen Möglichkeiten oder einer Betreuung im häuslichen Rahmen in der Tagespflege. Unser Ziel ist, die Tagespflege als zusätzliche Säule für die Betreuung insbesondere der Kinder unter drei Jahren zu etablieren. Die Tagespflege bietet eine hohe Flexibilität und nach Bedarf eine stundenweise Betreuung. Die Tagespflegepersonen erhalten eine Ausbildung im Umfang von 160 Stunden und werden regelmäßig fortgebildet. Die Koordinierung, pädagogische Begleitung und die Sicherung der Qualität erfolgen durch die Stadt.
Die Koalition beschloss ein Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen – 100 Euro monatlich im zweiten und 150 Euro im dritten Lebensjahr. Der Gemeindebund lehnte das ab und forderte, das Geld in den unterfinanzierten Kita-Ausbau zu stecken. Wie stehen Sie dazu?
Grundsätzlich ist es immer gut, Familien bei der Kinderbetreuung zu fördern, wenn die Belange von Eltern und Kindern berücksichtigt werden. Das Betreuungsgeld greift meines Erachtens jedoch zu kurz. Es hilft den Eltern insbesondere bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wenig, die auf das Einkommen durch Erwerbstätigkeit angewiesen sind. Hier ist der Betrag von 100 Euro im zweiten und 150 Euro im dritten Lebensjahr zu gering. Zudem können die eventuell benötigte Förderung eines Kindes und der damit verbundene Besuch einer Kita durch das Betreuungsgeld verhindert oder verzögert werden. Schließlich darf man den mit dieser neuen Leistung verbundenen Verwaltungsaufwand nicht unterschätzen.
Ein Blick in die Zukunft zum Abschluss: Wie wird sich die Betreuungssituation für Kinder bis zu und über drei Jahren künftig in Lingen darstellen? Was wäre wünschenswert?
Ein Blick in das Jahr 2013 und darüber hinaus: Das Angebot der Betreuung für Kinder unter drei Jahren wird sich weiter etablieren. Dafür ist es wichtig, dass wir neben dem quantitativen Ausbau auch den Fokus auf einen qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung legen. So übernimmt die Stadt seit Jahren – ohne eine gesetzliche Verpflichtung – die Kosten einer Drittkraft in den Krippengruppen. Auch die Belastung der Erzieher müssen wir im Blick behalten und rechtzeitig über Konzepte nachdenken. Insgesamt sind wir in Lingen aber auf einem sehr guten Weg.
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