FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 28.09.2011:

Energie und Phosphor aus der Kläranlage - Bundesumweltministerium unterstützt neues Projekt in Lingen mit rund 1,24 Millionen Euro

Freuen sich über die Zuwendung aus Berlin: Jens Beeck, Arno Ester und Laurenz Hüer (von links). Foto: Burkhard Müller
Freuen sich über die Zuwendung aus Berlin: Jens Beeck, Arno Ester und Laurenz Hüer (von links). Foto: Burkhard Müller
Lingener Tagespost - Lokales
Lingen. Wie man mehr Energie produzieren, Klärschlamm verringern, daraus Profit schlagen und zusätzlich noch das immer seltener werdende Phosphor rückgewinnen kann, beherrscht deutschlandweit bisher anscheinend nur die Stadtentwässerung als Lingener Eigenbetrieb. Wie sonst ist es zu erklären, dass diese gerade im Aufbau befindliche führende Technologie mit fast 1,24 Millionen Euro Investitionszuschuss vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert wird?

„Wir bauen die erste Anlage in Deutschland, und darauf sind wir natürlich mit dem gesamten Team der Kläranlage sehr stolz“, erklärten Arno Ester, Betriebsleiter, Laurenz Hüer, Leiter Kläranlage, und Jens Beeck, Vorsitzender des Betriebsausschusses Stadtentwässerung, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 4,3 Millionen Euro, die Schritt für Schritt bis 2014 verbaut werden sollen.

„Am Beispiel der Lingener Kläranlage soll gezeigt werden, dass Kläranlagen, die weithin als größte Einzelverbraucher von Kommunen in Sachen elektrischer Energie gelten, Kläranlagen von gestern sind“, betonte Hüer und ergänzte: „Wir wollen nicht nur eine Null-Energie-Anlage, sondern ein Klärwerk, das Energie erwirtschaftet und gleichzeitig 30 Prozent des eingeschwemmten Phosphors zurückgewinnen kann.“ Die Lingener wollten damit zeigen, dass es trotz weiterer Anlagen und des zusätzlichen Energiebedarfs für die Phosphor-Rückgewinnung immer noch möglich sei, Strom und Wärme zu produzieren und einzuspeisen.

Besonderes Merkmal und Voraussetzung für die gleichzeitige Umsetzung von Energieeffizienz, das Schonen von Ressourcen und der Leistungssteigerung sei das am Cutec-Institut gemeinsam mit P.C.S. Hamburg entwickelte Verfahren der getrennten thermischen Hydrolyse und Faulung von Überschussschlamm. Hüer: „Die Zusammenarbeit zwischen den Instituten und uns als praktischem Anwender lief und läuft einfach rund. Es wäre sonst nicht gelungen, so viel zusätzliche Energie aus dem Klärschlamm rückzugewinnen und als wertvollen Rohstoff zu vermarkten.“

Seitens der Stadtentwässerung solle nun im Rahmen des Vorhabens die Detailplanung, die Bau- und Installationsphase, die Inbetriebnahme und Untersuchung einzelner Verfahrensstufen sowie eine Analyse und Optimierung des Gesamtprozesses erfolgen. „Zudem soll ein Messprogramm mit wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt werden, um die Änderungen der Energie- und Stoffbilanzen verfolgen zu können. Damit wollen wir eine durch Wissenschaft und Praxis belastbare Erfolgskontrolle erhalten“, betonte
Ester.

Am Dienstag rief Ester aus Berlin in der Redaktion an, um mitzuteilen, dass das Lingener Vorhaben seitens des Ministeriums gelobt worden sei. „Das ist hier heute Morgen alles ganz prima gelaufen, und wir haben für unser Projekt auch den Zuwendungsbescheid über rund 1,24 Millionen Euro erhalten“, freute sich der Betriebsleiter. Mit diesem Vorhaben wolle man die Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie erneut beispielhaft aufzeigen.
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