FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 21.09.2011:

LWT fehlen 380 000 Euro in der Kasse - Abrechnungen nur ungenügend

Lingener Tagespost - Lokales
Lingen. Ein Minus von rund 380 000 Euro klafft zurzeit in der Kasse des LWT (Lingen Wirtschaft und Tourismus). Der Grund: Eine Reihe von Veranstaltungen ging seit 2009 einher mit ungenügenden und fehlerhaften Abrechnungen.
Darauf verwies Oberbürgermeister Dieter Krone am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung. Weitere Gesprächsteilnehmer waren Erster Stadtrat Dr. Ralf Büring und Gesche Hagemeier, neue Geschäftsführerin des LWT. Sie hatte am 1. August die Nachfolge von Roman Otte angetreten, der aus gesundheitlichen Gründen das Amt aufgegeben hatte.
Als Beispiele wurden unter anderem der Spinola-Markt, die Verleihung des Comedy-Preises „Lingener Theo“, die Rosemeyer Classics, das Public-Viewing, Weihnachtsmärkte oder Konzerte wie das mit Simply Red im Juli 2009 auf dem Lingener Marktplatz genannt. „Das alles waren große Veranstaltungen, mit denen die Stadt auch überregional punkten konnte – aber es waren eben auch Events, die das Eigenkapital des LWT verzehrt haben“, erklärte Krone.
Daneben hätten auch die vom LWT verkauften Einkaufsgutscheine zu dem nicht unerheblichen defizitären Gesamthaushalt des Vereins beigetragen. Das Geld für die verkauften Gutscheine sei als „Haben“ auf dem Konto verbucht worden, obwohl diese Gelder ja eigentlich nur einen durchlaufenden Posten darstellten, hieß es aus der Runde. Büring: „Das ist sehr unerfreulich und nicht so gelaufen, wie
es eigentlich hätte laufen
sollen.“
Wie Oberbürgermeister Krone weiter erläuterte, hätte Roman Otte als früherer Geschäftsführer des LWT viel eher an die Stadt herantreten müssen, um die finanziellen Ungereimtheiten zu klären. Leider sei dieses anscheinend versäumt worden, sodass erst im Frühjahr dieses Jahres bekannt geworden sei, dass es um die finanzielle Situation des LWT nicht zum Besten stehe. Erst in den letzten Wochen sei das ganze Ausmaß der unzulänglichen Finanzführung deutlich geworden.
Beirat gegründet
„Wir haben als Stadt nicht gewusst, dass einige Veranstaltungen die vorab angenommenen Kosten sprengten. Hätte uns Roman Otte davon in Kenntnis gesetzt, hätten wir auch viel eher reagieren und wenn erforderlich die Notbremse ziehen können“, betonte Büring. Direkt dazu erklärte der Oberbürgermeister, dass man bereits vor Wochen einen Beirat eingerichtet habe, um damit dem LWT zur Seite zu stehen.
„Wir haben ein neues Kassen- und Abrechnungssystem eingeführt, um Tages- und Monatsabschlüsse direkt abrufen zu können. Außerdem werden wir dafür Sorge tragen, dass es eine transparente Teamarbeit geben wird, um bei Bedarf
sofort reagieren zu können“, betonte die neue Geschäftsführerin Gesche Hagemeier. Auch die Politik solle fortan besser informiert und in
die Planungen einbezogen werden.
An der Konstruktion des LWT werde festgehalten, weil der Verein viele Kräfte bündele, hieß es in der Gesprächsrunde. Oberbürgermeister Krone: „Der LWT wird sich verstärkt, wie etwa mit den sogenannten Unternehmensgesprächen, seinen Mitgliedern öffnen, um damit wieder eine größere Geschlossenheit zu bekommen.“ Vorher müsse allerdings klar Schiff gemacht werden, um der neuen Geschäftsführerin einen geregelten Start zu ermöglichen.

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Kommentar
Neue Chance mit Gesche Hagemeier
Die alte Geschäftsführung des LWT mit Roman Otte an der Spitze hat versagt – und auch der Vorstand des Vereins ist seiner Aufgabe nicht gerecht geworden. Anders ist das aktuelle Defizit in Höhe von 380 000 Euro nicht zu erklären.
Nicht oder nur ungenügend abgerechnete Veranstaltungen, eine veraltete Buchführung und ein Führungsteam, das sich in Teilen nicht verstanden hat, sind die Gründe für dieses finanzielle Debakel.
Allen war bekannt, dass die Chemie in der LWT-Führung zwischen Roman Otte, Gerd Schmidt und Erwin Heinen nicht stimmte und stark problembehaftet war – drei Häuptlinge sind zwei zu viel. Politik und Vorstand wären hier in der Pflicht gewesen, Abhilfe zu schaffen. Weil dieses nicht geschehen ist, kann man den schlechten finanziellen Ist-Zustand des LWT nicht allein dem ehemaligen Geschäftsführer zuschreiben – das wäre zu einfach und Roman Otte gegenüber auch nicht fair.
Mit Gesche Hagemeier hat nun eine neue Geschäftsführerin das Ruder in die Hand genommen, der es zuzutrauen ist, den Kurs neu zu bestimmen. Hagemeier ist nicht mit den alten Strukturen verwoben, kennt sie aber. Mithilfe von Vorstand und Politik sollte es ihr gelingen, mit dem LWT Handel und Wirtschaft der Stadt positiv zu begleiten und gestaltend mitzuwirken. Es ist an der Zeit.
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