FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 08.09.2011:

Vom Kumulieren und Panaschieren

Lingener Tagespost
wrog Meppen. Wie viele Stimmen hat jeder Wähler bei der Kommunalwahl, und wie kann man sie verteilen? Diese Frage steht heute im Mittelpunkt des „1x1“ der Kommunalwahl.

Was ist eine Kandidatenliste?
Bewerber einer Partei um ein Rats- oder Kreistagsmandat treten auf einer für jede Partei und für jeden Wahlbezirk aufgestellten Liste an. Die vorderen Plätze haben die größten Chancen, die hinteren Plätze nur dann, wenn diese Kandidaten sehr viele Stimmen erhalten.

Das unabhängige Bürgerforum Landkreis Emsland, das in Papenburg Kandidaten für den Kreistag aufgestellt hat, brauchte 30 Unterschriften von Unterstützern, da es bisher nicht im Kreistag vertreten war.

Was ist ein Einzelbewerber?
Die Wahlen zu den Räten und zum Kreistag sind Personenwahlen. Kandidaten müssen keiner Partei angehören. Auch Einzelbewerber benötigen mindestens 30 Unterschriften von Wahlberechtigten des Wahlbereichs, in dem sie antreten wollen. Sie erscheinen auch nur dort auf den Stimmzetteln.

Wie viele Stimmen hat jeder Wahlberechtigte?
Für die Kreistagswahl und die Wahlen zu den Samtgemeinde-, Gemeinde-, Stadt- und Ortsräten gilt: Jeder Wähler hat drei Stimmen. Er hat dabei die Möglichkeit des Kumulierens oder des Panaschierens.

Was bedeutet Kumulieren?
Beim Kumulieren gibt der Wähler seine drei Stimmen nur einer Gesamtliste oder einem einzigen Bewerber. Er häuft also seine Stimmen an.

Was bedeutet Panaschieren?
Beim Panaschieren verteilt der Wähler seine drei Stimmen auf mehrere Gesamtlisten oder mehrere Bewerber desselben oder verschiedener Wahlvorschläge. An die in den Listen vorgegebene Reihenfolge ist der Wähler dabei nicht gebunden.

Wie wird ausgezählt?
Für die Sitzverteilung zu diesen Wahlen wird das sogenannte Proportionalverfahren nach dem englischen Verfassungsjuristen Thomas Hare und dem deutschen Mathematikprofessor Horst Niemeyer angewendet. Hierbei wird die Zahl der Stimmen einer Partei multipliziert mit der Zahl der zu vergebenen Sitze; das Ergebnis wird durch die Zahl der Stimmen aller Parteien dividiert. Die Ganzzahl vor dem Komma ist dann die Zahl der jeweils erzielten Sitze. Sind auf diese Weise noch nicht alle Sitze verteilt worden, erhalten die Parteien mit den höchsten Bruchteilen nach dem Komma die fehlenden Sitze.

Wie viele Stimmen hat man bei der Landrats- und Bürgermeisterwahl?
Hier hat jeder Wähler nur eine Stimme.

Wer ist gewählt?
Gewählt als Landrat oder Bürgermeister ist, wer die meisten Stimmen erhalten hat. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Eine Stichwahl, wie z. B. noch letztes Jahr bei der Wahl des Lingener Oberbürgermeisters, findet nach einer Änderung des Wahlgesetzes nicht mehr statt. Gibt es nur einen Kandidaten, muss er nicht nur die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinen. Auch 25 Prozent der insgesamt Wahlberechtigten müssen für diesen Kandidaten gestimmt haben, damit er gewählt ist.
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