FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 07.09.2011:

Ein Podium – viele Meinungen - Lingener Kommunalpolitiker diskutierten auf Einladung von VHS und LT in Halle IV

Sie diskutierten über kommunalpolitische Themen in Lingen (von links): VHS-Programmbereichsleiter Jürgen Blohm, Robert Koop (Die BürgerNahen), Birgit Kemmer (Bündnis 90/Die Grünen), Jens Beeck (FDP), Irene Vehring (CDU), LT-Redaktionsleiter Thomas Pertz sowie Bernhard Bendick (SPD).Foto: W. Roggendorf
Sie diskutierten über kommunalpolitische Themen in Lingen (von links): VHS-Programmbereichsleiter Jürgen Blohm, Robert Koop (Die BürgerNahen), Birgit Kemmer (Bündnis 90/Die Grünen), Jens Beeck (FDP), Irene Vehring (CDU), LT-Redaktionsleiter Thomas Pertz sowie Bernhard Bendick (SPD).Foto: W. Roggendorf
Lingener Tagespost - Lokales
Lingen. Rund 150 Zuhörer waren am Montagabend der Einladung von Volkshochschule (VHS) und Lingener Tagespost gefolgt und hörten in der Halle IV der Podiumsdiskussion von Vertretern der im Stadtrat sitzenden Parteien und Wählergruppen zu.
In der von Jürgen Blohm (VHS) und Thomas Pertz (LT) moderierten Veranstaltung bezogen Birgit Kemmer (Bündnis 90/Die Grünen), Irene Vehring (CDU), Jens Beeck von der FDP, der Sozialdemokrat Bernhard Bendick und Robert Koop für die Wählervereinigung „Die Bürgernahen“ Stellung zu aktuellen Themen und ihren Schwerpunkten im derzeit laufenden Kommunalwahlkampf.
Die Christdemokraten setzten auf die Themen Bildung, Wirtschaft und Ehrenamt, erklärte die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Vehring. Für Bündnis 90/Die Grünen seien die Wiederaufforstung der im Altenlingener Forst gerodeten Flächen, der öffentliche Personennahverkehr und eine nachhaltige Stadtentwicklung im Zeichen des demografischen Wandels von Bedeutung, hob Birgit Kemmer vom Kreisvorstand der Grünen hervor.
Die Schwerpunkte der SPD, so Bendick, lägen in den Bereichen Bildung, Familienpolitik und dem Bau eines Fernwärmenetzes. Der Liberale Beeck sah Wirtschafts- und Arbeitsmarktthemen als ebenso wichtig an wie die kommunale Haushaltspolitik und die Energiewende.
Für die BürgerNahen lehnte Koop die geplante Emslandarena ab, forderte ebenso wie Kemmer die Wiederaufforstung des Altenlingener Forstes und sprach sich für sichere Arbeitsplätze und eine Energiepolitik mit der Errichtung eines Nahwärmenetzes aus.
Zwar war man sich auf dem Podium weitestgehend einig, dass die Bürgerbeteiligung gestärkt werden müsse, aber über das „Wie“ gab es unterschiedliche Auffassungen. Während sich Kemmer und Vehring gegen anonyme Kritik in Internetforen aussprachen, hielt Koop diese Art der Meinungsäußerung für „manchmal gut“. Beeck setzte auf einen Dialog, der – wie im Falle der geplanten Emslandarena – zu Ergebnissen führe. Bendick forderte die Bürger auf, Sitzungen der Gremien zu besuchen und Fragen nicht nur an die Verwaltung, sondern auch an die lokalen Politiker direkt zu stellen.
Ein weiteres Thema war die Ganztagsbetreuung. Vehring sprach sich für einen Ausbau der Ganztagsbetreuung aus. Diese müsse aber durch ausgebildete Kräfte und nicht von rein ehrenamtlich Tätigen erfolgen, merkte Kemmer an. Bendick hielt ein Umdenken bei den Betrieben für notwendig. Derzeit würden die Bürger akzeptieren, jederzeit für die Betriebe abrufbar zu sein, kritisierte er. Der Sozialdemokrat forderte, bei allen Überlegungen zur Ganztagsbetreuung das Wohl der Kinder im Blick zu behalten. Beeck lehnte ein Grobkonzept für alle ab, sprach sich stattdessen für intelligente flexible Lösungen aus. Er sah in einer Ganztagsbetreuung Probleme auf die Vereine der Stadt zukommen. Koop entgegnete, das Problem der Vereine sei nicht die Betreuung, sondern die Frage, ob sie noch Kinder in ihren Reihen hätten oder nicht.
Auch über den demografischen Wandel wurde diskutiert (siehe Bericht unten).

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Bauen ja, aber wo? – Innenstadt gegen Ortsteile
Unterschiedliche Auffassungen zur Ausweisung von neuen Baugebieten in Lingen

wrog Lingen. Politik kann kompliziert sein, muss mit Widersprüchen und Kompromissen leben. Dies wurde bei der Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl besonders beim Thema demografischer Wandel und den daraus resultierenden Folgen für die Ausweisung von Baugebieten mehr als deutlich.
Robert Koop (Die Bürgernahen) sprach sich kategorisch gegen neue Baugebiete in den Ortsteilen aus. Für solche Baugebiete müsste eine eigene Infrastruktur und eine Verkehrsanbindung an die Innenstadt geschaffen werden, was er nicht für sinnvoll halte. Die Ausweisung ständig neuer Baugebiete gehe unter dem Gesichtspunkt nachhaltiger Stadtentwicklung nicht. Zudem müsse man nicht nur an den Bau von Häusern, sondern auch an bezahlbaren Wohnraum für Hartz-IV-Empfänger denken.
Jens Beeck von der FDP betonte, dass mit dem Alten Hafen und dem Emsauenpark derzeit in der Innenstadt zwei größere Bereiche in Planung seien. Dazu parallel größere Baugebiete in den Ortsteilen zu schaffen, könne für die Gesamtentwicklung der Stadt nicht gut sein.
Sozialdemokrat Bernhard Bendick gab zu, dass es in dieser Frage innerhalb der Lingener SPD-Ortsvereine unterschiedliche Auffassungen gebe. Man könne sich altersgerechte Wohnungen in den Ortsteilen vorstellen. Zugleich verwies auch Bendick auf den Emsauenpark und das auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Dust geplante Baugebiet. Er gab zu bedenken, dass in Schepsdorf das Baugebiet neben der Kirche in fünf Jahren noch nicht „vollgelaufen“ sei. Die Schepsdorfer hätten stattdessen lieber ausgebaut oder aufgestockt.
Birgit Kemmer, Bündnis 90/Die Grünen, hielt es für zumutbar, wenn Bauwillige innerhalb des Stadtgebietes umziehen müssten. Dem widersprach die Christdemokratin Irene Vehring. Es könne nicht richtig sein, dem Bürger vorzuschreiben, wo er hinzuziehen habe. Sie sprach sich für begrenzte Baumöglichkeiten in den Ortsteilen aus. Diese Ansicht teilte in einer Wortmeldung Ortsbürgermeister Peter Scholz (Schepsdorf, CDU). Die Ortsbürgermeister seien nicht daran interessiert, einen Gegensatz „Ortsteile – Innenstadt“ aufzubauen. Trotzdem müssten sich aber auch die Ortsteile gleichmäßig entwickeln können.
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