FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 30.08.2011:

Awo kündigt Hermes - Abenteuerspielplatz ist zurzeit geschlossen

Lingener Tagespost - Lokales
Lingen. Die Enttäuschung steht Ingrid Hermes ins Gesicht geschrieben. Eine „fristlose verhaltensbedingte Kündigung“ liegt seit wenigen Tagen bei ihr zu Hause auf dem Tisch – nach 16 Jahren als Leiterin des Awo-Abenteuerspielplatzes „Wunderland“ im Lingener Stadtteil „Goosmanns Tannen“ und Vorsitzende des Awo-Ortsvereins Lingen.
Wie berichtet, war es zu Querelen zwischen dem Awo-Kreisverband und deren 1. Vorsitzenden Astrid Jäger auf der einen Seite und Hermes auf der anderen gekommen. Hermes und weitere Vorstandsmitglieder waren zurückgetreten und hatten einen eigenen Verein gegründet, um sich stärker als unter dem Dach der Awo möglich, in die Seniorenarbeit einzubinden. Das war beim Kreisverband auf Skepsis gestoßen (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite).
„Zurzeit treibt mich nur eine Frage um: Was macht der Spielplatz?“, so Hermes. Mitarbeiterin Susanne Jansen sei bereits „betriebsbedingt“ gekündigt worden und sie nun fristlos. „Da bleibt nicht mehr viel.“ Der Spielplatz sei „ihr Kind“ und die vielen Beziehungen, die sie in den vergangenen 16 Jahren hier aufgebaut habe, würden nun zerschlagen.
„Ich habe noch nicht einmal die Möglichkeit gehabt, mich von den Kindern und Jugendlichen zu verabschieden“, bedauert die ehemalige Leiterin und fügt hinzu: „Die verstehen das doch sonst überhaupt nicht.“
Anwalt eingeschaltet
Auf die Frage, ob sie gegen die Kündigung vorgehen werde, antwortete Hermes: „Ich habe bereits einen Rechtsanwalt eingeschaltet und werde natürlich gegen die aus meiner Sicht nicht haltbare Kündigung vorgehen.“
Als „an den Haaren herbeigezogen“ und auf „persönliche Animositäten“ beruhend, wertete der Rechtsbeistand von Hermes die fristlose Kündigung: So ist die nicht haltbar.“
Hart ins Gericht geht auch der „Hausrat“ des Abenteuerspielplatzes mit dem Kreisverband: „Wir empfinden es im höchsten Maße als undemokratisch, uns bei einer Entscheidung solchen Ausmaßes komplett zu übergehen und zu ignorieren“, erklärte Ramona Abou Dahr, stellvertretende Vorsitzende, auf Anfrage.
Durch diese Entscheidung und einer weiteren Kündigung sei es dazu gekommen, dass der Spielplatz schon seit Tagen verschlossen sei. Das Wohl der Kinder sei bei dieser Entscheidung völlig ignoriert worden.
Abou Dahr: „Wir werden mit all uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, den höchst schädlichen Machtkampf des Awo-Kreisverbandes zu beenden. Die Maßnahmen des Vorstandes und der Geschäftsführung lassen uns keine andere Wahl.“
„Frau Hermes hat hervorragende Arbeit geleistet. Wir bedauern es sehr, dass ihr gekündigt wurde“, betonte Günter Schnieders, Fachbereichsleiter Jugend, Arbeit und Soziales bei der Stadt Lingen auf Anfrage. Man habe bereits in der Sache Gespräche aufgenommen und versuche, eine Lösung zu finden.

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Alfers: Keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Hermes mehr möglich
bm Lingen. Der AWO-Kreisverband hat Ingrid Hermes, bisher Leiterin des Stadtteiltreffs Abenteuerspielplatzes (ASP), aus verbandsinternen Gründen gekündigt. Grundlage hierfür ist nicht ihre pädagogische Tätigkeit auf dem ASP. Das erklärte Geschäftsführer Thomas Alfers auf Anfrage unserer Zeitung.
Alfers: „Grundsätzlich sei hierzu auf folgenden Umstand hingewiesen: Frau Hermes ist als Angestellte des Kreisverbandes arbeitsvertraglich dazu verpflichtet, alles zu unterlassen, was die Arbeiterwohlfahrt in der Öffentlichkeit schädigt. Als Leiterin des ASP hat sie zudem eine exponierte Stellung, die jede ihrer Handlungen in besonderer Weise Wirkung in der Öffentlichkeit entfalten lässt.“
Hermes sei zudem bisher gleichzeitig Angestellte des Kreisverbandes und Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Ortsverein Lingen.
„Auf der Mitgliederversammlung des Ortsvereins am 7. August ist sie als Ortsvereinsvorsitzende zurückgetreten. Sie hat bereits am Vortag in der Presse erklärt, dass sie zusammen mit anderen bisherigen Mitgliedern der Arbeiterwohlfahrt einen eigenen Verein gründet und zusammen mit anderen Mitgliedern der Arbeiterwohlfahrt die Seniorenarbeit fortführen wird“, betonte Alfers.
Gleichzeitig mit Hermes hätten eine Reihe von Mitglieder des Ortsvereins ihre Mitgliedschaft bei der Arbeiterwohlfahrt gekündigt. Die Kündigungen seien vollständig identisch gewesen.
Alfers: „Es möge sich jeder Interessierte fragen, ob eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Hermes als Leiterin des ASP unter diesen Umständen noch möglich ist – für den Kreisverband auf keinen Fall. Der Kreisverband bedauere die jetzt erfolgte einseitige Information des Hausrates. Der Hausrat hätte, bevor er eine Presseerklärung abgibt, den Kontakt mit dem Kreisvorstand suchen können. Dann hätte er auch die Gründe aus Sicht des Kreisverbandes erfahren können, statt sich ohne entsprechende Infos öffentlich zu äußern. Alfers: „Der Kreisverband wird in den nächsten Tagen den Hausrat zu einem Gespräch einladen und sich bemühen, den Abenteuerspielplatz schnellstens wieder zu öffnen.“
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