FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 09.07.2011:

Ausschuss lehnt drei Trassenvarianten ab - 380-kV-Hochspannungsleitung soll nicht durch Naturschutzgebiet „Moorschlatts und Heiden“ führen

Lingener Tagespost - Lokales
Lingen. Der Planungs- und Bauausschuss der Stadt Lingen hat sich einstimmig gegen drei Trassenvarianten für die 380-kV-Höchstspannungsleitung ausgesprochen, über die vornehmlich Strom aus
Offshore-Windanlagen in
der Nordsee von Dörpen zum Niederrhein transportiert werden soll. Zudem
beauftragte der Ausschuss die Verwaltung damit, bis zum Planfeststellungsverfahren des Landkreises Emsland eine Erdverkabelung zu prüfen.
Im Raumordnungsverfahren des Landkreises ist auch Lingen zur Stellungnahme zum Verlauf der Trasse für die Leitung aufgefordert. In ihrem Bericht im Ausschuss lehnte die Verwaltung dabei die Varianten B 6, B 7 und B 8 strikt ab, bei denen die Leitung durch das Naturschutzgebiet und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) „Moorschlatts und Heiden“ in Wachendorf führen würde. Auf einer Länge von etwa 1200 bis 1300 Metern würde die Leitung das Gebiet durchqueren.
Im Sinne des Naturschutzes sei dort vor Jahren – als Ausgleichsmaßnahme – eine von zwei 110-kV-Stromleitungen der Deutschen Bahn zurückgebaut worden. „Insbesondere wegen des Naturschutzes bestehen große Bedenken seitens der Stadt“, betonte Peter Bohn von der Verwaltung. Zudem schlage man vor, eine Erdverkabelung zu fordern. Die Stadt favorisiere eine Trassenführung entlang der Autobahn 31, die das Lingener Gebiet nur knapp tangieren würde, so Bohn. Möglich sind auch Varianten westlich der Autobahn, bei denen Lingen nicht mehr betroffen wäre.
„Die Trasse an der Autobahn ist die einzig akzeptable“, unterstützte SPD-Fraktionsvorsitzender Hajo Wiedorn die Ausführungen der Verwaltung. Eine Erdverkabelung begrüßte zunächst auch Uwe Hilling (CDU), sie passe besser in die Landschaft. Er stellte jedoch klar: „Die Hochspannungsleitung ist erforderlich.“
Kritik an Erdverkabelung
Kritischer sah Jens Beeck (FDP) die Erdverkabelung. Und das, wie er betonte, nicht nur wegen der „sechs- bis neunfach“ höheren Kosten. „Die Verwertbarkeit unserer Liegenschaften würde durch die Erdverkabelung massiv beschränkt“, sagte Beeck. Er führte aus, dass es nicht damit getan sei, einen Graben zu ziehen und dort ein Stromkabel hineinzulegen. So sei – aufgrund der Abstrahlung und des möglichen Zugriffs für Reparaturen – eine Schneise von 110 bis 120 Metern entlang der Erdverkabelung notwendig. In dieser Schneise sei keine Nutzung des Landes mehr möglich. Deshalb sei doch zu prüfen, ob Strommasten nicht verträglicher für die Kommune seien. Zudem hielt er fest: „Im Landkreis ist Lingen von der kV-Leitung am geringsten betroffen.“
Ähnlich kritisch hatte sich Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, im Mai bei einer Diskussionsveranstaltung des CDU-Kreisverbandes im Gasthof Klaas in Lingen zum Thema Erdverkabelung geäußert.
Druckversion Druckversion 
Suche

Jens Beeck - Unser Abgeordneter in Berlin


Mitglied werden