FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 08.07.2011:

Testlinien: Busfahren für einen Euro - Start am 1. September geplant

Für das Stadtbus-System werben Politik und Verwaltung in Lingen. Das Projekt stellten (von links) Hermann Meyering (VGE), OB Krone, Uwe Hilling (CDU), Birgit Kemmer (Grüne), Michael Koop(CDU), Jens Beeck (FDP), Hajo Wiedorn (SPD) und Arno Ester (Wirtschaftsbetriebe) Foto: Ems-Vechte-Welle
Für das Stadtbus-System werben Politik und Verwaltung in Lingen. Das Projekt stellten (von links) Hermann Meyering (VGE), OB Krone, Uwe Hilling (CDU), Birgit Kemmer (Grüne), Michael Koop(CDU), Jens Beeck (FDP), Hajo Wiedorn (SPD) und Arno Ester (Wirtschaftsbetriebe) Foto: Ems-Vechte-Welle
Lingener Tagespost - Lokales
Lingen. Bessere Anbindung, bessere Taktung, günstigerer Preis: Auf zwei Linien soll in Lingen ab dem 1. September der Einsatz von Stadtbussen getestet werden. Vertreter aller Fraktionen, Arno Ester als Geschäftsführer der Stadtverkehr Lingen GmbH und Hermann Meyering von der Verkehrsgemeinschaft Emsland Süd (VGE) stellten das Vorhaben nun gemeinsam mit Oberbürgermeister Dieter Krone vor.
Eine wesentliche Verbesserung des bislang nur bedingt kundenfreundlichen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verspricht sich Krone von dem Projekt, für das bis 2012 eine Summe von 258 000 Euro in den Haushalt eingeplant und bereits genehmigt ist. Alle Fraktionen waren in einem Arbeitskreis beteiligt, um das Projekt anzuschieben, das nun über die VGE und die Stadtverkehr Lingen GmbH angegangen wird.
Die Stadtbusse sollen ab dem 1. September – vorausgesetzt entsprechende formale Genehmigungen liegen vor – zunächst auf den Routen vom Gauerbach zum Lingener Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sowie von Brögbern zum ZOB über den Zeitraum von zwei Jahren getestet werden. „Im Stundentakt werden alle wesentlichen Punkte in der Stadt angefahren“, erläuterte VGE-Geschäftsführer Meyering. Ausgeweitet werden auf den Linien 121 (Brögbern) und 111 (Gauerbach) auch die Zeiten: So sollen die Busse von 6 bis 20.30 Uhr sowie an Freitagen und Samstagen bis nach 22.30 Uhr fahren. Eingesetzt werden sollen neue Niederflurbusse mit 14 bis 22 Plätzen. Aufgrund der Zuwendung der Stadt sei ein günstiger Tarif für diese Linien möglich, so Meyering: „Jede Fahrt wird einen Euro kosten – egal wohin.“ Auf den anderen Linien, die bestehen bleiben und vor allem zu Schulzeiten bedient werden, bleibt es bei Fahrpreisen von 1,40 bis 2,90 Euro. Überdies kündigte Meyering eine „Schiet-Wetter-Karte“ für die Wintermonate sowie ein Semesterticket für Studenten ab dem Wintersemester an.
Keine Zielvorgabe
Lob erhielten Meyering und die VGE nicht nur von allen Fraktionen, sondern auch von Stadtverkehr-Geschäftsführer Ester: „Wir haben ein wirtschaftlich extrem günstiges Angebot erhalten. Wir sind heilfroh, dass das nun klappt.“ Oberbürgermeister Krone erklärte, dass es für die zweijährige Projektphase bislang keine Zielvorgabe gebe, wie viele Personen das Angebot nutzen müssen, damit die Linien über den Test hinaus betrieben werden. Einig waren sich die Vertreter der Fraktionen darin, dass die Subventionierung von 258 000 Euro und damit der günstige Tarif im Anschluss überprüft werden müsse. Jens Beeck (FDP) betonte: „Klar ist: Der ÖPNV ist nicht wirtschaftlich zu betreiben.“

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Kommentar der Lingener Tagespost

Den Versuch wert
Auto stehen lassen – und trotzdem bequem und günstig in die Innenstadt kommen. Seit langer Zeit gibt es diese schöne Vorstellung, nun wird mit dem Stadtbus-Projekt ausgelotet, ob sie dauerhaft Realität werden kann. Getragen wird der Test von allen politischen Fraktionen, von der Verwaltung und – durch ein von allen Seiten gelobtes Angebot – mit der VGE von der lokalen Wirtschaft. Diese Allianz ist ehrenwert, aber in der Sache auch notwendig.
Neben den ökologischen Vorteilen erfordert der Anspruch Lingens, attraktiver Hochschulstandort zu sein, bezahlbare Mobilität für jene, denen kein Auto zur Verfügung steht. Deutlich zum Ausdruck gebracht haben das im vergangenen Jahr Studenten aus dem Wohnheim in Brögbern, die im Rat einen besseren Nahverkehr einforderten. Sie wollten nicht hinnehmen, dass sie nach 18 Uhr mit dem Bus nicht wieder heim kamen – womit sich alteingesessene Lingener vielleicht schon abgefunden hatten.
Doch auch auf Letztere ist das Projekt Stadtbus angewiesen. Studenten allein werden die Linien nicht auslasten – und für kaum besetzte Busse wären Subventionen, die bei Ausweitung auf weitere Linien noch steigen müssten, schlecht zu rechtfertigen.
Deshalb werben die Beteiligten bei der Bevölkerung darum, die Busse ab September zu nutzen – und tun gut daran, den Lingenern in der zweijährigen Testphase den Umstieg auf den ÖPNV mit einem Fahrpreis von einem Euro schmackhaft zu machen. Den Versuch ist es wert.
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