FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 29.06.2011:

„Das war nicht ungefährlich“ - Sprengmeister Oltmann Harms über die Bombe in der Lingener Innenstadt

Lingener Tagespost - Kreis Emsland
Lingen. Einen Tag, nachdem eine amerikanische Fliegerbombe Lingen in Atem hielt, musste auch Oltmann Harms durchschnaufen. „Das war ganz schön lange gestern“, sagte der Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung.
Um 10 Uhr war der 62-Jährige über die Bombe nahe der Lingener Innenstadt an der Lindenstraße informiert worden, gegen 23 Uhr war die Schicht für ihn beendet. Nicht ohne Grund habe es so lange gedauert, betont er: „Diese Bombe in dieser niedrigen Tiefe, das war nicht ungefährlich.“ Bei Baggerarbeiten war das Überbleibsel des Zweiten Weltkrieges gefunden worden.
Dabei handelte es sich um eine sogenannte Demo-Bombe, fünf Zentner schwer, mit rund 126 Kilogramm Sprengstoff beladen. „Diese Bomben wurden in den ersten Jahren des Krieges und davor gefertigt, später wurde ein anderer Typ verwendet“, erläutert Harms, der in seinen 22 Jahren beim Kampfmittelräumdienst rund 300 Bomben unschädlich gemacht hat.
Dass die Bombe nicht wie vorgesehen um 17.30 Uhr entschärft werden konnte, lag laut Harms am Zünder: „Wahrscheinlich wurde dieser durch den Aufschlag und die Hitze so stark deformiert, dass wir ihn nicht herausbekommen haben.“ Der Sprengmeister vermutet, dass der Fundort an der Lindenstraße nicht der Abwurfort war. „Die Bombe lag nicht tief im Erdreich“, so Harms. „So wie ich das Gelände gesehen habe, vermute ich, dass die Bombe unbemerkt mit Schutt dorthin gekommen ist, als dort aufgefüllt wurde.“ Schließlich sprengte er die Bombe gegen 19.45 Uhr auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Wietmarschen-Lohne.
Sieben Info-Telefone
Erleichterung hatte schon zuvor bei der Stadtverwaltung um sich gegriffen, nachdem die Bombe vielen verschiedenen Stellen Arbeit bereitet hatte, um die Sicherheit von rund 3000 betroffenen Bürgern zu gewährleisten. Mitarbeiter des Bauhofes, der Fachbereiche Bürgerservices, Recht und Ordnung, des Personalamtes, der EDV, des Oberbürgermeisterbüros, der Erste Stadtrat Ralf Büring und Fachbereichsleiterin Katrin Möllenkamp als Teil des Gefahrenabwehrteams sowie Oberbürgermeister Dieter Krone waren an dem Einsatz rund um den Bombenfund beteiligt. Hinzu kamen viele weitere Mitarbeiter, die dafür sorgten, dass beispielsweise Veranstaltungen der Stadt abgesagt, die Bevölkerung auf die Warnung aufmerksam gemacht und Räume als mögliche Anlaufstellen vorbereitet werden konnten.
So stellten sie sicher, dass ab 14 bis circa 19.30 Uhr eine Hotline mit sieben Telefonen im Rathaus der Stadt geschaltet war, bei der besorgten Bürgern Auskunft zu Sammelplätzen, Transportmöglichkeiten und zum genauen Areal der Evakuierung gegeben wurde.
Engagiert, um die Bürger zu versorgen, waren zudem die Berufsbildenden Schulen, das DRK, das THW und die Ortsfeuerwehr Lingen, die mit rund 50 Leuten im Einsatz war.
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