FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 28.06.2011:

Auf Augenhöhe mit Politikern

Politik auf Augenhöhe: Unter diesem Motto konnten Jugendliche mit Kreistagskandidaten wie Jens Beeck (FDP), David Hagenbäumer und Carsten Primke (SPD; von links) diskutieren. Foto: Carsten van Bevern
Politik auf Augenhöhe: Unter diesem Motto konnten Jugendliche mit Kreistagskandidaten wie Jens Beeck (FDP), David Hagenbäumer und Carsten Primke (SPD; von links) diskutieren. Foto: Carsten van Bevern
Lingener Tagespost - Lokales vom 28.06.2011
Lingen. „Wie bist du zur Politik gekommen? Und wieso gerade in dieser Partei?“ Diese Fragen hörten die Kreistagskandidaten und Mitglieder der CDU, der SPD und FDP, von den Grünen und den Linken im Ludwig-Windthorst-Haus jetzt häufiger: Unter dem Motto „Politik auf Augenhöhe“ hatte unter anderem der Kreisjugendring Interessierte zu einer Diskussion mit emsländischen Kreistagskandidaten eingeladen.
Und auf Augenhöhe diskutiert werden konnte an diesem Abend: War die Gruppe der angereisten Kommunalpolitiker doch annähernd so groß wie die der Fragensteller. Den Auftakt bildete ein sogenanntes Speed-Dating: Jeweils zwei Minuten hatte jeder Jugendliche Zeit, einen Parteienvertreter und seine Meinung zu aktuellen Themen näher kennenzulernen. Wobei man aufgrund des Zeitlimits häufig über eine reine Vorstellungsrunde nicht hinaus kam. Und der Ausspruch des FDP-Kreistagsmitglieds Jens Beeck „Warum kommen zu mir eigentlich nur JUler? Die kann ich doch eh nicht mehr überzeugen“ zeigte, welche politische Jugendorganisation im Vorfeld am erfolgreichsten für diese Veranstaltung geworben hatte.
An diese Runde schlossen sich Diskussionsrunden zu den Themen „Energie“ sowie „Jugend und außerschulische Aktivitäten“ an. Für ein „dezentral ausgelegtes Stromkonzept“ sowie kleinere Klassen in einem „Schulsystem, an dem nicht ständig reformiert wird“ setzte sich dabei Grünen-Politiker Nikolaus Schütte zur Wick ein.
„Das Zentralabi nach zwölf Jahren ist richtig“, betonte Jens Beeck (FDP). Zudem setzte er sich für ein Aufheben der starren Schulbezirke ein und bemerkte beim Thema Energie, dass „ein Atomausstieg in Deutschland weltweit noch kein Problem löst“.
Als „wenig durchdacht“ bezeichnete Friedhelm Wolski-Prenger (SPD) hingegen die Schulkonzepte für das Abitur nach zwölf Jahren. Und sein Parteifreund David Hagenbäumer betonte, dass bei der künftigen Energieversorgung „Stadtwerke und nicht große Konzerne wie die RWE als Anbieter auftreten sollten.“ Für einen früheren Atomausstieg und Nachbesserungen bei der Ausstattung autonomer Jugendzentren setzte sich der Vertreter der Linken ein: „Lingen ist hier mit seinem Alten Schlachthof ein Vorbild.“
Die Ganztagsschule sah Björn Roth von der CDU auch „als Chance für Vereine, die sich hier profilieren können. In der Jugendarbeit stehen wir sehr gut da. Wir müssen sehen, dass wir diesen Standard halten können.“ Und als Vorreiter bei den regenerativen Energien bezeichnete der JU-Kandidat Philipp Heinrichs das Emsland.

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Kommentar der LT

Politik erklären in zwei Minuten?
Schon seit Jahren engagieren sich zahlreiche junge Menschen im Lingener Kinder- und Jugendparlament. Über steigende Mitgliederzahlen können sich seit einiger Zeit zumindest im südlichen Emsland auch die Junge Union und die Jungsozialisten als Jugendorganisationen der beiden großen Volksparteien CDU und SPD freuen. Und auch die Jungen Liberalen melden sich in dieser Region regelmäßig zu Wort: Von Politikverdrossenheit in der jungen Generation kann man eigentlich nicht sehr viel spüren.
Doch dann lädt der Kreisj ugendring, das Ludwig-Windthorst-Haus sowie die Initiative „Generation 2.0“ zu einem Kennenlernen der Kreistagskandidaten ein und peppt diese Veranstaltung mit Kommunikationsformaten wie „Speed- Dating und einer „Fish-Bowl“-Diskussion auf. Nur: Fast niemand kommt. Interessierte außerhalb der Veranstalter schon einmal gar nicht. Da zeigt sich, dass das Werben um Interesse an Politik vor allem auf kommunaler Ebene – und genau an dieser Stelle werden die meisten Dinge entschieden, die auch den Lebensalltag der Jugendlichen prägen – nicht nachlassen darf. Ob allerdings jedes neue Kommunikationsformat wie „Speed- Dating“ dabei hilfreich ist, darf bezweifelt werden. In Zwei-Minuten-Abständen sollten dabei Jugendliche die Kandidaten und ihre Vorstellungen kennenlernen – mehr als eine kurze Begrüßung und ein bis zwei floskelhafte Sätze sind in dieser Zeit aber kaum möglich.
Politikinteresse wecken: Ja. Neue Formen ausprobieren: Ja. Aber es sollten Formen sein, die der Ernsthaftigkeit der Politik auch gerecht werden. Und dazu zählen mehr als zwei Minuten Redezeit.
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