FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 10.06.2011:

Im Pflegebereich droht ein Verdrängungswettbewerb - Pflegekonferenz zur Qualitätsoptimierung und Belegung der Heime

Lingener Tagespost - Kreis Emsland
rav Meppen. Mitglieder der Pflegekonferenz sowie Leiter und Mitarbeiter der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim haben sich bei einem Treffen im Kreishaus mit der Qualitätsoptimierung in der stationären Altenpflege, der „Zukunftsregion Gesundheit“ und der Belegung in den emsländischen Pflegeheimen beschäftigt.
Ergebnisse des von ihm initiierten Projektes „Entwicklung und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe“ erläuterte Dr. Klaus Wingenfeld vom Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld. Dokumentiert worden seien in Einrichtungen verschiedene Bereiche der Ergebnisqualität wie Erhalt und Förderung von Selbstständigkeit, Schutz vor gesundheitlichen Belastungen und Schäden, Unterstützung bei spezifischen Bedarfslagen, die Tagesgestaltung und soziale Beziehungen sowie die Zusammenarbeit mit Angehörigen. Wingenfeld hob hervor, dass man bei der Darstellung entsprechender Maßzahlen nicht mit Stichproben gearbeitet habe.
Als Fazit hielt er fest, dass unter Zugrundelegung der Projektkriterien sowohl eine Aufwertung des internen Qualitätsmanagements als auch eine Stärkung der Selbstverantwortung der Einrichtungen erreicht werde. Zudem stelle es Optionen zur Weiterentwicklung externer Prüfungen dar.
Über konkrete praktische Erfahrungen mit dem von Wingenfeld entwickelten Modellprojekt referierte Heiko Langheim, geschäftsführender Heimleiter der Einrichtung „Haus am Berg“ in Hasbergen: Ein nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen konzipiertes Pflegeheim mit acht Hausgemeinschaften bzw. 80 Plätzen in Wohnbereichsform. Man habe die Projektkriterien in Schulungen, Erhebungen und Tests in insgesamt 138 Stunden umgesetzt. Langheim bezeichnete die auf Fakten beruhende Komplettauswertung als sehr gutes Vergleichinstrument auch innerhalb der Einrichtung. Die Sozialdezernentin Henni Krabbe erläuterte die Handlungsempfehlungen für das emsländische Modell „Zukunftsregion Gesundheit“ und nannte mit Blick auf den Bereich Demenz und Versorgung unter anderem als Ziel den Aufbau eines Demenz-Servicezentrums, die Verbesserung der Diagnostik und Schulung sowie der nachfolgenden therapeutischen Angebote und die Stärkung der Angehörigen von betroffenen Menschen.
Abteilungsleiter Wilfried Ripperda legte bezüglich der Pflegeangebote im Emsland Zahlen vor: 1810 Seniorenwohnungen, 52 ambulante Pflegedienste, 237 bestehende und 44 geplante Tagespflegeplätze, 122 bestehende und sechs geplante Kurzzeitpflegeplätze sowie 1857 in 32 Heimen vorhandene und 455 in der Planung bzw. im Bau befindliche Pflegeplätze. Ripperda sprach von einem sich abzeichnenden Verdrängungswettbewerb, in dem der auf Pflege Angewiesene der Leidtragende sei.
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