FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 09.04.2011:

Emslandarena - Integrierte bauliche Lösung?

Emslandarena Lingen

Die Emslandarena ist, nach längeren Irrungen, auf einem guten Weg. Diesen Weg gehen wir jetzt konsequent und ohne weitere Verzögerungen. Nachdem die Finanzierung Ende 2010 endgültig gesichert werden konnte, der Rat am 16.12.2010 den Beschluss zum Bau der Arena gefasst hat, sind mittlerweile die Generalplanerleistungen auf der Basis des vorgestellten Konzeptes vergeben. Details der Planungen sind weiter beeinflussbar, insoweit bleibt jede Anregung willkommen, die zu einer Verbesserung der Konzeption führt.
Dazu gehören Anregungen, statt eines separaten Baukörpers einen An- oder Umbau vorzunehmen, allerdings nicht mehr. Diese Grundsatzfrage ist seit Ende 2009 diskutiert und - aus Sicht der FDP richtig - entschieden. Gegen einen Anbau spricht insbesondere, dass massive Einschränkungen des Betriebs der bestehenden Hallen während der Bauzeit der Arena notwendig würden. Zudem ergeben sich bei einem Anbau Schwierigkeiten im späteren Betrieb. Nachdem auch eine integrierte Baulösung durch die beratenden Ingenieurbüros geprüft worden ist, haben die zuständigen Ratsgremien weitgehend einvernehmlich diese Lösung nicht mehr weiter verfolgt. Die in der Diskussion befindlichen Einsparungsargumente sind auch nicht alle nachvollziehbar. Ziel der bestehenden Konzeption ist gerade nicht, die künftigen Veranstaltungen mit den bestehenden Toiletten- oder Gastronomieanlagen zu versorgen, sondern eine deutliche Aufwertung des Veranstaltungsumfelds. Die separaten Baukörper ermöglichen zudem eine parallele Nutzung der Halle und der Arena für Veranstaltungen, die dann deutlich mehr Besucher versorgen müssen, als dies mit den bestehenden Anlagen möglich wäre. Ausgangspunkt für die ursprünglichen Überlegungen war immer, dass die gute geographische Lage Lingens und das bei den Veranstaltern hoch anerkannte Mitarbeiterteam der Emslandhallen gute Voraussetzungen sind, um die schon jetzt hochklassigen Veranstaltungen am Standort Lingen zu sichern und durch eine nachhaltige Verbesserung des Schwachpunktes, nämlich der baulichen Situation, sogar auszubauen. Dieses Ziel ist zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen nicht durch An- oder Umbauten zu erreichen. Die erneute Grundsatzdiskussion wird im politsichen Raum wesentlich von jenen befeuert, die das Projekt Emslandarena immer abgelehnt haben. Die Strategie, durch immer weitere neue Diskussionen die Umsetzung der Planungen so lange zu verzögern, bis durch den endgültigen Wegfall der finanziellen Förderung durch Dritte gar keine Arena mehr gebaut werden kann, wird nicht erfolgreich sein.

LT vom 09.04.2011:

Lingen. Über 40 Leserbriefe, mehr als 100 Zeitungsartikel, Kommentare, zahlreiche Rats- und Ausschusssitzungen und sicherlich unzählige Gespräche „über den Gartenzaun“: Das Thema Emslandarena bewegt viele Menschen in Lingen und der ganzen Region.
Von Carsten van Bevern - Noch immer ist der erste Spatenstich für diese neue Multifunktionsarena nicht gesetzt worden - obschon alles bereits Anfang 2008 begann. Zu dieser Zeit kündigte der damalige Oberbürgermeister Heiner Pott (CDU) den geplanten Umbau der Emslandhallen zur Emsland arena an. Über 6000 Plätze, davon allein 5000 Sitzplätze, sollte diese Halle verfügen, der zu dieser Zeit noch in der ersten Handballbundesliga spielende HSG Nordhorn sollte Heimspiele austragen und auch die Aufzeichnung einer „Wetten dass..?“-Sendung möglich sein. Geplanter Baubeginn der auf rund 19-Millionen-Euro geschätzten Investition: Ende 2009.
Lärmgutachten führten schließlich zum Plan, die Arena auf dem Laxtener Esch an der B 214 gegenüber der Hedonklinik zu errichten. Dieser Plan führte zur Gründung der Bürgerinitiative Arenawahn - und diese wies in einem aus Spendengeldern finanzierten eigenen Lärm- und Verkehrsgutachten die Möglichkeit nach, die Arena doch am zunächst geplanten Standort bei den bestehenden Emslandhallen zu bauen. Einbrechende Gewerbesteuereinnahmen und der Weggang von Oberbürgermeister Heiner Pott führten schließlich faktisch zum Stillstand der Arenaplanungen.
Nach der Wahl des ehemaligen Sprechers der BI Arenawahn, Dieter Krone, zum neuen Lingener Oberbürgermeister und angesichts wieder steigender Gewerbesteuerzahlungen wurden die Pläne für die - in der Größe reduzierte - Arena wieder forciert. Mitte Dezember vergangenen Jahres stimmte der Rat schließlich mit 34 Ja- und 2 Neinstimmen für den Plan einer eigenständigen „optimierten Arena“ mit 3200 Sitz- und maximal 4800 Plätzen. Als ein Gegner „outete“ sich dabei der Grünen-Ratsherr Michael Fuest, Robert Koop von den „Bürgernahen“ hätte laut Fuests Aussage auch dagegengestimmt - er stand allerdings nach einem Gerichtstermin in Osnabrück im Stau.
Bekannt wurden in dieser Zeit allerdings Vorschläge des ehemals bei der Stadt angestellten Ingenieurs und Baustatikers Wilhelm-G. Meyerhoff, die Arena integriert in bzw. an die Emslandhallen angebaut „deutlich kostengünstiger“ zu bauen. Nach weiteren Leserbriefen und Behandlung der Vorschläge in den Ratsfraktionen prüfte im Auftrag der Stadt schließlich die Nürnberger Contech Immobilienentwicklungs GmbH als „externer Sachverständiger“ diese Vorschläge - mit eben dieser Contech arbeitet die Stadt allerdings schon längere Zeit bei den Arenaplanungen zusammen (wir berichteten).
Nach weiteren Diskussionen werden die Vorschläge von Meyerhoff nun vom bei der Stadt angestellten Architekten Rainer Perkuhn geprüft und sollen in einem Ratsausschuss vorgestellt werden. Für eine in die Emslandhallen integrierte Arena hat sich unterdessen auch der langjährige Emslandhallenleiter Atze Storm eingesetzt.

Kommentar LT

Die Schublade aufmachen
Von Carsten van Bevern - Eine Emslandarena wird in Lingen gebaut. Diese Entscheidung ist gefallen und das ist gut so - steht doch damit fest, dass nicht nur Lingener Bürger weiterhin Konzerte wie jüngst von Unheilig, Comedy mit Atze Schröder oder in einer höherwertigeren Arena auch Konzerte mit Stars einer Größenordnung von Chris de Burgh nicht nur auf dem Marktplatz einmal live erleben können.
Doch welche Lösung ist die beste und - bei der jeweils gebotenen Leistung - die kostengünstigste? Eine gegenüber den Emslandhallen gebaute frei stehende Arena, wie der derzeitige und mit großer Mehrheit gefasste Ratsbeschluss besagt? Oder doch eine in die Emslandhallen integrierte Arena, wie unter anderen der Baustatiker Wilhelm-G. Meyerhoff und der langjährige Emslandhallenleiter Atze Storm meinen? Das ist abschließend nur schwer zu beurteilen.
Was man mit Sicherheit sagen kann: Wenn angesehene Bürger dieser Stadt - in diesem Fall beides ehemalige städtische Angestellte - sich intensiv mit derartigen Fragen beschäftigen und Vorschläge dazu machen, dann haben sie ein Anrecht darauf, dass diese vernünftig und unabhängig geprüft werden. Zumindest Meyerhoff wurde aber einfach in öffentlicher Sitzung von leitenden Mitarbeitern der Bauverwaltung mit dem lapidaren Satz „Das ist zu teuer und nicht darstellbar“ abgespeist und auch persönlich diskreditiert.
Denn wie hieß es bei der Antrittsrede Dieter Krones: „Ich wünsche mir eine Stadt, wo alle Bürger ihre Ideen einbringen können. Wo pfiffige Vorschläge, egal von wem, nicht einfach in irgendwelchen Schubladen verschwinden, sondern umgesetzt werden. Diesen Weg sollte man weitergehen.“ Also in solchen Fällen die Schublade wirklich aufmachen.

Parteien:
Uwe Hilling, CDU: Der Rat hat sich im Dezember nach umfassender Diskussion und Prüfung von drei Varianten auf Vorschlag des Oberbürgermeisters und der Verwaltung mit überwältigender Mehrheit bei zwei Gegenstimmen für die optimierte Arena entschieden. Diese Entscheidung war und ist richtig. Gleichwohl nehmen wir die Hinweise und Anregungen der Herren Meyerhoff und Storm ernst. Die Hinweise sind von der Stadtverwaltung Schritt für Schritt zu prüfen und abzuarbeiten. Es sollte jetzt alles getan werden, um die Arena schnellstmöglich bauen zu können.

Hajo Wiedorn, SPD: Die Planungen müssen von Grund auf überdacht werden. Durch die Vorschläge Meyerhoffs könnten Bau- und Folgekosten in erheblichem Umfang eingespart werden. Diese Planungen sind nach einer ersten Beurteilung durch die Sozialdemokraten realistisch. Die SPD erwartet, dass dies von der Verwaltung ohne Vorbehalte geprüft und vorgestellt wird. Die Bewertung darf auf keinen Fall durch das Nürnberger Büro ConTech vorgenommen werden. Diese Firma hat im bisherigen Verfahren nicht immer richtig gelegen.

Jens Beeck, FDP: Die Emslandarena ist, nach längeren Irrungen, auf gutem Weg. Diesen Weg gehen wir konsequent und ohne weitere Verzögerungen. Details der Planungen sind beeinflussbar. Dazu gehören Anregungen, statt eines separaten Baukörpers einen An- oder Umbau vorzunehmen, allerdings nicht mehr. Diese Grundsatzfrage ist richtig entschieden worden. Die Strategie, durch weitere Diskussionen die Umsetzung so lange zu verzögern, bis durch den Wegfall finanzieller Förderung durch Dritte gar keine Arena mehr gebaut werden kann, wird nicht erfolgreich sein.

Birgit Kemmer, Grüne: Wir Grüne begrüßen die neuen Vorschläge von den Herren Meyerhoff und Storm, die ihre Sachkenntnis einbringen können. Wir wollen mehr Transparenz und erwarten von der Verwaltung, dass die Vorschläge in allen Einzelheiten überprüft werden. Eine Kosten Nutzen-Analyse der beiden Modelle von einem unabhängigen Büro wäre sicherlich hilfreich.
Druckversion Druckversion 
Suche

Jens Beeck - Unser Abgeordneter in Berlin


FREI-BRIEF

Mitglied werden