FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 20.11.2010:

Berufsschulen in Meppen vor der Fusion - Deutliche Mehrheit im Schulausschuss für eine Zusammenlegung - Kontroverse Debatte

Kreis Emsland - LT,MT, Emszeitung

Dörpen/Meppen. Nach einer zum Teil emotional und kontrovers geführten Debatte hat der Schulausschuss des Kreistages mit deutlicher Mehrheit (17 Ja- gegen 4 Neinstimmen) die Fusion der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Meppen empfohlen. Vorbehaltlich des Beschlusses des Kreistages sowie der Genehmigung durch die Landesschulbehörde, soll die Verschmelzung zum 1. August 2012 erfolgen.
Von Klaus Dieckmann - „Der Vorstoß zur Zusammenlegung kommt aus den Schulen heraus“, zeigte Erster Kreisrat Reinhard Winter bei der Ausschusssitzung in der Mensa des Gymnasiums in Dörpen auf. Speziell die Probleme bei der Schaffung neuer Ausbildungsangebote an der BBS für land- und hauswirtschaftliche Fachrichtungen hätten die Überlegungen in Richtung einer Zusammenlegung gefördert. Hinzugekommen sei eine weiterhin sinkende Anzahl an zur Verfügung stehenden Lehrern. Im Jahr 1990 standen der Bildungsstätte nach Darstellung von Winter 51 Pädagogen zur Verfügung. In absehbarer Zeit dürften es nur noch 31 sein.
Die Schule zähle derzeit knapp 800 Schüler - mit sinkender Tendenz. Deutlich stärker aufgestellt ist die benachbarte BBS für kaufmännische und gewerbliche Fachrichtungen mit ihren nahezu 3300 Schülern.
Winter: „Wir reden hier nicht über die Auflösung einer Schule, sondern über die Zukunftsentwicklung des BBS-Standorts Meppen.“ Bei der engen Nachbarschaft und der bereits bestehenden Verzahnung dränge sich die Schaffung eines gemeinsamen Dachs mit einer Schulleitung, einer Verwaltung und einem Kollegium nahezu auf.
Für die CDU-Fraktion drückte Heinz Kloppenburg die Hoffnung aus, dass es gelingt, die beiden BBS zusammenzuführen. Damit könne sich der Schulverbund so aufstellen, dass er auch künftig Nachwuchskräfte speziell für den Bedarf auf dem heimischen Arbeitsmarkt schulen könne. Peter Raske (SPD) wertete die Zusammenlegung als „konsequenten Schritt“. Er bedauerte in diesem Zusammenhang, dass die gegebenen Chancen für eine Fusion nicht auch in Papenburg und Lingen genutzt worden seien.
Front gegen eine Beschlussempfehlung des Ausschusses bezogen indessen Jens Beeck (FDP), Gerd Henkel (UWG), Hans Vorholt (Lehrervertreter) und Jürgen Haupt (Vertreter Arbeitnehmerverbände). Übereinstimmend forderten sie, vor einem Votum des Ausschusses ein Meinungsbild von Lehrerkollegien und Elternschaft beider Berufsschulen einzuholen. Die Betroffenen vor „vollendete Tatsachen“ zu stellen, sei der falsche Weg und widerspreche in grundsätzlicher Weise der Möglichkeit einer „ergebnisoffenen Diskussion“. Der „Faktor Mensch“ (Haupt) werde bei der angelaufenen Systemdebatte nahezu ausgeklammert. Zudem gäben Kreisverwaltung und Ausschuss mit ihrer Empfehlung an den Kreistag eine Richtung vor, die in ihrem Charakter von „Endgültigkeit“ (Beeck) geprägt sei.
„Wir können den Gedankengang ja mal umdrehen“, konterte Heiner Reinert (CDU). Und er warf die Frage auf, wie die Diskussion wohl verlaufen wäre, wenn die Kreisverwaltung zunächst mit Lehrern und Eltern gesprochen hätte und erst danach den Schulausschuss als politisch verantwortliches Fachgremium über das Fusionsvorhaben informiert hätte.
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