FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 27.09.2010:

CDU will den Kopf nach dem Wahldebakel nicht in den Sand stecken

Ergebnis OB Wahl 2. Wahlgang
Ergebnis OB Wahl 2. Wahlgang
Lingener Tagespost - Lokales
Von Ludger Jungeblut - Lingen. „An dir hat es nicht gelegen.“ Der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Lingen, Heinz Tellmann, machte dem unterlegenen CDU-Oberbürgermeisterkandidaten Hans-Josef Leinweber Mut.
Wie Leinweber (54) verhehlte kein Christdemokrat bei der „Wahlparty“ im Konrad-Adenauer-Haus die grenzenlose Enttäuschung, die sich nach dem Debakel bei der Oberbürgermeisterwahl breitmachte. Dass es knapp werden würde, hatten Insider erwartet. Dass der parteilose Kandidat Dieter Krone allerdings 56,62 Prozent verbuchte und dem CDU-Kandidaten mit 43,38 Prozent eine derartig herbe Niederlage beibrachte, ließ die Christdemokraten ein Stück weit ratlos zurück.
Leinweber zeigte sich als fairer Verlierer. „Ich gratuliere dem Gewinner Dieter Krone und wünsche ihm, dass er den von ihm angekündigten Politikstil zum Wohl der Stadt Lingen auch durchsetzen kann.“ Bereits am Wahlabend waren sehr selbstkritische Töne zu hören. „Die Lingener CDU hat Fehler gemacht“, gab Tellmann unumwunden zu. JU-Kreisvorsitzender Philipp Heinrichs wurde noch deutlicher. „Es muss klar werden, wer in der CDU für dieses Debakel die Verantwortung trägt.“ Leinweber nahm er ausdrücklich von Kritik aus. „Ich weiß nicht, warum wir mit ihm nicht überzeugen konnten.“
Alle Führungskräfte der CDU wollen dem neuen Oberbürgermeister Krone die Hand zur Zusammenarbeit reichen. Es dürfe jetzt nicht zu einer Blockade im Stadtrat kommen. Man müsse im Interesse Lingens konstruktive Politik machen, hieß es.
Gregor Dziuba, ein Original der CDU und immer sehr engagiert, hatte gegen 17.30 Uhr die prophetischen Worte gewagt: „Heute werden Tränen fließen.“ Er meinte damit allerdings die geringe Wahlbeteiligung, die dann auch registriert wurde.
Wenige Minuten später kamen Hans-Josef Leinweber (und seine Ehefrau Renate) zum Konrad-Adenauer-Haus. Wie sie den Tag verbracht hätten, wollte unsere Zeitung wissen. „Ich war einige Stunden in der Natur“, sagte der CDU-Kandidat. Seine Ehefrau ruhte sich mittags aus, um fit für den Wahlabend zu sein.
Als dann ab 18.10 Uhr die Ergebnisse aus den Wahllokalen im Minutentakt mithilfe eines Beamers auf die Leinwand übertragen wurden, dachten viele CDU-Anhänger, im falschen Film zu sein. Für Krone wurden teils satte Mehrheiten registriert. Selbst in einigen Ortsteilen, den traditionell uneinnehmbar erscheinenden Hochburgen der CDU, musste sich Leinweber geschlagen geben. Schnell wurde klar, dass das Blatt nicht mehr zu wenden war.
Als sich die Niederlage abzeichnete, gab er sie unumwunden zu. „Da muss man durch“, sagte der Christdemokrat, während der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Geeste-Osterbrock, Josef Penning, die Hand freundschaftlich auf seine Schulter legte. „Wer weiß, wofür es gut ist“, meinte Renate Leinweber. Ihr Mann wird sich heute Morgen zunächst mit Parteifreunden im Konrad-Adenauer-Haus treffen und heute Nachmittag bereits wieder seinen Dienst als hauptamtlicher Bürgermeister in Geeste aufnehmen.
CDU-Stadtverbandsvorsitzender Hermann Gebbeken, seine Stellvertreterin Petra Lübbers und die Fraktionsvorsitzende Swenna Vennegerts wollen nach einer Fehleranalyse den Blick nach vorn richten: Schließlich sind in einem Jahr Kommunalwahlen. Petra Lübbers formulierte es so: „Man darf den Kopf nicht in den Sand stecken, dann sieht man nichts mehr.“
Erschrocken sei sie über die Wahlbeteiligung von unter 40 Prozent. „In Afghanistan gehen die Menschen das Risiko ein, erschossen zu werden, und in Lingen nehmen viele ihr Wahlrecht einfach nicht wahr.“
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