FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 07.05.2010:

Noch eine Biogasanlage in Baccum? Baccumer stellt Bauantrag – Neuer Busbahnhof bald fertig?– Neue Nutzung für Hotel Zur Post

LT - Lokales
bm Lingen. In unmittelbarer Nähe zu der bereits vorhandenen Biogasanlage des Viehhandels Overhoff am Baccumer Berg in Baccum soll eine weitere privilegierte Biogasanlage (max. 500 kW) gebaut werden.
Das erklärte am Mittwochabend der Lingener Stadtbaurat Georg Lisiecki im Rahmen des Planungs- und Bauausschusses der Stadt Lingen. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich bei dem Bauherrn um den Baccumer Land- und Gastwirt Georg Overhoff handeln, einen Vetter von Hermann, Paul und Christoph Overhoff, die bereits die zuerst genannte privilegierte Biogasanlage betreiben.
Mit dieser Feststellung beantwortete Lisiecki die Anfrage eines Baccumers in der Sitzung, ob an diesem Gerücht etwas dran sei. Lisiecki: „Seit heute Morgen, 9 Uhr, liegt der Verwaltung ein entsprechender Bauantrag vor, der aber unseren Ansprüchen in keiner Weise genügt. Es ist aber richtig, dass in unmittelbarer Nähe zu der bereits betriebenen Biogasanlage eine weitere privilegierte Anlage (max. 500 kW) gebaut werden soll.“
Zudem wollte der gleiche Fragesteller wissen, warum der Viehhandel Overhoff noch immer eine auf drei Tonnen beschränkte Straße mit seinen 40-Tonnern befahren dürfe. „Warum wird das nicht kontrolliert?“, wollte der Baccumer wissen.
Mit dieser und weiteren Fragen zur Biogasanlage in Baccum wird sich der Planungs- und Bauausschuss ausführlich am 19. Mai aus- einandersetzen.
Seitens der Baccumer SPD machte gestern Reinhold Hoffmann deutlich, dass man nach dem bisherigen Hin und Her eine derartige Vorgehensweise erwartet habe. Nachdem alle Versuche seitens des Viehhandels Overhoff zur Ausweisung eines Sondergebietes für ihre Biogasanlage gescheitert seien, versuche man laut Hoffmann unter dem Deckmantel der Privilegierung und ohne Rücksicht auf die Anlieger und das Jugendfreizeitheim Baccumer Mühle eine Erhöhung der Biogasproduktion mit allen Mitteln durchzusetzen. Hoffmann: „Die SPD wird sich mit den Bürgern diesem Vorhaben, und zwar mit allen verfügbaren Mitteln, entgegenstellen. Notfalls werden wir die Beantragung eines Landschaftsschutzgebietes in Betracht ziehen.“
Ortsbürgermeister Heiner Schomaker konnte gestern zu der Problematik keine Stellung beziehen, weil er sich im Urlaub befindet.
Thema des Planungs- und Bauauschusses war auch der Zentrale Omnibus-Bahnhof (ZOB) in Sachen Außenfassade und Beleuchtung. Man einigte sich hier mehrheitlich auf einen „Wittmunder Verblender“, versehen mit einer dunklen Fuge, weil dieser sich an die Bausubstanz der nachbarschaftlichen Häuser anpasse. Die Unterfläche des Daches soll mit hellen Trapezflächen verkleidet und hellen Lampen angestrahlt werden, um auch in der Nacht gut einsehbar zu sein.
„Zoff“ unter den Mitgliedern des Planungs- und Bauausschusses gab es wieder einmal in Sachen Denkmalpflege. Zuerst die gute Nachricht: Das völlig heruntergekommene Hotel Zur Post, Marienstraße 16, soll einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die schlechte Nachricht: Dadurch bleiben unter anderem weite Teile der denkmalgeschützten Fassade auf der Strecke, weil der neue Mieter für sein Modehaus (insgesamt 750 Quadratmeter) an dieser Stelle einen Eingang zur Marienstraße und nicht an der rechten Hausseite wünscht.
Während die SPD und der fraktionslose Ratsherr Robert Koop vehement gegen diese Bauabsichten wetterten, weil der Denkmalschutz auf der Strecke bliebe, zeigten sich die anderen Parteien zufrieden mit der geplanten neuen Nutzung des Gebäudes. Unisono war man der Meinung: „Es ist gut, dass sich hier nun auch endlich etwas tut.“

Kommentar der LT zur Biogasanlage in Baccum:

Vetternwirtschaft?
Von Burkhard Müller
Es riecht förmlich nach Vetternwirtschaft in Baccum. Da scheitert der Viehhandel Overhoff mit einer geplanten und schon dafür ausgelegten Erhöhung seiner Biogasanlagenkapazität und flugs findet sich ein Verwandter, der in die Bresche springt, um über einen anderen Weg doch noch das gesteckte Ziel zu erreichen. Es ist zwar alles rechtens und dennoch fühlt man sich an das Sprichwort „Nachtijall, ick hör dir trapsen“ erinnert.
Die Unternehmer scheinen langsam jede Bodenhaftung zu verlieren und wissen anscheinend gar nicht, wie tief die Gräben in der Dorfgemeinschaft sind, die sie aufgerissen haben. Ohne jede Rücksicht auf die Belange anderer und den gesellschaftlichen Frieden in Baccum soll das einmal gesteckte Ziel auch erreicht werden.
Die Krönung dessen aber ist ein anscheinend überhastet gestellter Bauantrag, der erst am Tag der Sitzung des Planungsausschusses eingereicht wurde. Wollte man damit dem Ortsteil eine „lange Nase“ zeigen und erklären, dass man das, was man wolle, auch immer bekomme?
Wenn dem so ist, so zeugt das von maßloser Selbstüberschätzung, die man jetzt in ihre Schranken weisen sollte.
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