FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 20.04.2010:

Pott: Bleibe nicht nur im Herzen Lingener – Ratsfraktionen bedauern Weggang nach Hannover

Lingener Tagespost - Lokales
pe/ct Lingen. „Seit drei Tagen laufe ich neben mir her“, schilderte Lingens Oberbürgermeister am Montagnachmittag im Gespräch mit unserer Zeitung seine Gefühle. Nach zehn Jahren das Amt des Oberbürgermeisters abzulegen wie eine alte Jacke – das ist nicht seine Sache. Auch wenn sich der 55-jährige Schepsdorfer auf seine neue Aufgabe als Staatssekretär im Sozialministerium freut, waren ihm die aufwühlenden Stunden des vergangenen Wochenendes deutlich anzumerken.
„Ende letzter Woche kam die Anfrage aus der Landesregierung, ob ich mir vorstellen könnte, nach Hannover zu wechseln“, berichtete Pott. Für ihn selbst sei das Ganze völlig überraschend gekommen, betonte der Jurist, der eigentlich bis zum Jahr 2014 als Oberbürgermeister Lingens gewählt war. Stattdessen muss ihn nun der Rat am 28. April formal von seinen Amtsaufgaben entbinden.
Bereits Ende nächster Woche wird Pott als Staatssekretär der neuen Landesministerin und Deutsch-Türkin Aygül Özkan Lingen Richtung Landeshauptstadt verlassen. Aber nicht endgültig. Familie Pott zieht nicht um. Der 55-Jährige wird sich eine Wohnung in Hannover nehmen und deshalb zwischen Landeshauptstadt und Lingen hin- und herpendeln. „Ich bleibe nicht nur im Herzen Lingener“, teilte der Vater von fünf Kindern das Ergebnis des „Familienrates“ mit.
Er habe mit großer Leidenschaft die Stadt Lingen mitgestaltet, nun aber auch eine Chance gesehen, noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen, schilderte Pott seine Beweggründe für den Wechsel. Im Übrigen sei jeder ersetzbar, und niemand sollte an seinem Stuhl kleben. „Es kann einer Stadt guttun, wenn auch in der Führungsebene neue Sichtweisen Platz greifen können“, meinte Pott.
„Ich gratuliere ihm zu dieser Ernennung“, betonte Landrat Hermann Bröring. Damit werde gleichzeitig Potts kommunalpolitische Leistung gewürdigt. „Ich hätte ihn gerne in Lingen behalten, aber ich freue mich auch darauf, dass er nach Hannover kommt“, erklärte der Lingener CDU-Landtagsabgeordnete Heinz Rolfes.
Sie könne seine Entscheidung nachvollziehen, aber die Stadt verliere durch seinen Weggang einiges, resümierte die CDU-Fraktionsvorsitzende Swenna Vennegerts die Arbeit Potts. Die CDU stehe vor einer großen Herausforderung, da sie innerhalb weniger Monate durch den Tod des bisherigen Fraktionsvorsitzenden Werner Schlarmann und nun durch den Weggang von Pott zwei herausragende Persönlichkeiten in Lingen verliere. Der Neubeginn könne aber auch eine Chance sein, „auch wenn jetzt erst einmal die Traurigkeit überwiegt.“
Für Lingen bedeute das einen harten Einschnitt, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Hajo Wiedorn gegenüber unserer Zeitung. Wiedorn war vom Oberbürgermeister ebenso wie die Vertreter der anderen Ratsfraktionen persönlich informiert worden. „Ich habe ihm für seine neue Aufgabe viel Glück gewünscht“, sagte der Sozialdemokrat. Für den Oberbürgermeister stelle es eine große Chance dar, in ein solches Ressort zu wechseln. „Ich hoffe, dass er sich in dieser Position weiter für Lingen einsetzt und für seine Heimatstadt etwas erreichen kann“, so der SPD-Politiker. Pott habe in Lingen vieles angeschoben. Dies gelte es nun für seinen Nachfolger, der ein nicht einfaches Erbe antrete, zu Ende zu bringen.
„Der Wechsel von Heiner Pott nach Hannover kommt für uns überraschend“, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Jens Beeck. „Aber wir freuen uns für ihn.“ Birgit Kemmer von den Grünen sah in dem neuen Amt eine „große Chance, die ihm von Herzen gegönnt sei“. Sie machte sich allerdings Gedanken, wie es nun mit der Stadt Lingen weitergehe. „Pott ist eine Persönlichkeit, die muss man erst einmal ersetzen“, so die Politikerin weiter. Ihre Sorge sei vor allem, dass jetzt innerhalb von nur sechs Monaten ein Nachfolger gefunden werden müsse. „Hoffentlich gibt es da jetzt keinen Schnellschuss.“
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