FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 17.02.2010:

Mastställe im Emsland erinnern an Schweizer Käse

Mit bauplanerischen Mitteln weitere gewerbliche Anlagen verhindern
bm Lingen. Lingener Tagespost - Lokales „Wenn ich mir auf der Karte anschaue, wie viele Mastställe im Altkreis Lingen und im Emsland bereits stehen oder in Planung sind, werde ich unwiderstehlich an das Bild eines Schweizer Käses erinnert – ein Maststall neben dem anderen.“
Das erklärte Dr. Hermann Gördes, Fachanwalt für Verwaltungsrecht von der Kanzlei Streitbörger und Speckmann (Bielefeld), den Mitgliedern des Planungs- und Bauausschusses der Stadt Lingen.
Die Entwicklung der Tierzahlen in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim: Zuchtsauen im Jahr 1997 rund 188 000 – im Jahr 2007 rund 202 000 (+ 7,5 Prozent; Mastschweine im Jahr 1997 rund 425 000 – 2007 rund 850 000 (+ 100 Prozent); Masthähnchen im Jahr 1997 rund 9 ,7 Millionen – 2007 rund 25, 9 Millionen (+ 260 Prozent). Aktuell sind im Landkreis Emsland etwa 29 Millionen Geflügelplätze genehmigt und weitere neun Millionen beantragt, erklärte die Landwirtschaftskammer auf Anfrage unserer Zeitung .
Gördes machte weiter deutlich, dass Genehmigungsbehörden und Kommunen das Problem der vielen Mastställe hätten „schleifen lassen“, anstatt dem immer weiter voranschreitenden Bau dieser Ställe bauplanerisch entgegenzuwirken. „Nur allein deshalb haben wir heute den Wildwuchs dieser Mastställe“, betonte der Anwalt.
Daneben machte Gördes aber auch deutlich, dass es nicht darum ginge, die heimischen Landwirte in ihrer Existenz zu beschneiden. „Es geht in erster Linie darum, der gewerblichen Massentierhaltung einen Riegel vorzuschieben.“ Dies ginge unter anderem mit der Ausweisung besonderer Flächen für derartige Vorhaben. „Wenn Sie es tun, dann müssen Sie es aber auch ernsthaft tun, und nicht nur so tun als ob“, betonte der Fachanwalt in Richtung Planungs- und Bauausschuss.
Als „erschreckend“ wertete Uwe Hilling für die CDU die Ausführungen des Fachanwaltes. „Das ist nicht nur für die Stadt, sondern für das ganze Emsland ein Problem, betonte der Christdemokrat. „Das ist für uns neu. Deshalb müssen wir uns jetzt in der Sache beraten und klären, wie wir diesem Problem begegnen können,“ sagte Hilling.
„Das ist nicht neu. Die Problematik der Massentierhaltung wird im Emsland schon seit über zehn Jahren intensiv diskutiert“, konterte FDP-Ratsherr Jens Beeck. Allerdings wolle sich die CDU dieser Grundsatzfrage nicht stellen.
„Die Landwirtschaft gehört in unsere Region, aber wir müssen auch anderen Belangen, wie zum Beispiel dem Wohnen oder auch dem Tourismus, die nötige Aufmerksamkeit geben“, betonteBeeck. Es sei an der Zeit, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, um der immer weiter ausufernden gewerblichen Massentierhaltung endlich einen Riegel vorzuschieben.
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