FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 12.12.2009:

Zu wenig Schüler für Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule in Aschendorf

LT - Landkreis Emsland
tb Meppen. Der Schulausschuss des Landkreises Emsland hat sich intensiv mit der von einer Elterninitiative geforderten Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Aschendorf befasst. Der Ausschuss hatte keine Entscheidung zu fällen, nahm aber eine Einschätzung der Machbarkeit zur Kenntnis. Darin geht die Kreisverwaltung davon aus, dass eine neue IGS vorhandene Schulen gefährden würde.
Erster Kreisrat Reinhard Winter stellte ein ausführliches Zahlenwerk vor, dem er einige gesetzliche Voraussetzungen voranstellte. Danach hat die IGS-Initiative aus Aschendorf den Landkreis als Schulträger darum gebeten, die Heinrich-Middendorf-Haupt- und Realschule in eine Integrierte Gesamtschule umzuwandeln, um sie langfristig trotz zurückgehender Schülerzahlen zu sichern.
Das Niedersächsische Schulgesetz sehe diese Möglichkeit ausdrücklich vor, stelle aber Bedingungen, sagte Winter. So dürfe der Fortbestand des bestehenden gegliederten Schulsystems und seiner Schulen nicht gefährdet und müsse eine Mindestschülerzahl von etwa 130 pro Jahrgang 14 Jahre lang erreicht werden.
Winter verwies darauf, dass es keine grundsätzlichen Einwände gegen eine IGS gebe und es nicht um eine ideologische Debatte über Schulformen gehen könne. Das habe man mit der Einrichtung einer solchen Schule 1993 in Lingen bewiesen. Zudem sei das Schulangebot in keinem Flächenlandkreis Niedersachsens ähnlich umfangreich und gebe es mehr Wahlmöglichkeiten als im Emsland.
Dennoch stelle sich die Situation in Aschendorf anders dar als vor 16 Jahren in Lingen, wo emsländische Schüler aus Fürstenau zurückgekehrt seien. Die Gesamtschülerzahlen seien im Emsland seit 1996 um ein Drittel gesunken und sänken weiter. Zusammengefasst ergäben vorhandene belastbare Daten, dass mindestens 60 Schüler aus umliegenden Gemeinden die neue IGS in Aschendorf besuchen müssten. „Diese Schüler fehlen dann den vorhandenen Schulen“, sagte Winter und nannte die Sekundarstufe I in Rhede konkret gefährdet. Zumindest geschwächt würden Schulen in Lathen, Dörpen und der Samtgemeinde Nordhümmling. „Es würde gravierende Verwerfungen geben.“
Die sich anschließende Debatte im nicht ausschließlich durch Kreistagsabgeordnete besetzten Ausschuss schwankte zwischen Zustimmung zur Landkreisposition (Hans Flüteotte, CDU) und dem Vorwurf, gezielt passende Zahlen für eine Ablehnung der IGS ausgewählt zu haben (Peter Raske, SPD). Raske und Gerd Henkel (UWG) warfen die Frage auf, ob denn die Hauptschule überhaupt eine Zukunft habe und wenn nein, ob man dann nicht anders über eine IGS zu entscheiden habe. Beide sprachen sich für eine IGS aus und lobten das Engagement vor Ort. Raske forderte eine Öffnung der Schule auch für Kinder aus Ostfriesland.
Heiner Reinert (CDU), der ausdrücklich als Kreistagsabgeordneter und nicht als Regierungsschuldirektor sprach, wollte die Debatte über die IGS zum Anlass nehmen, über die Zukunft der Schulen insgesamt nachzudenken. Die Aufrechterhaltung eines wohnortnahen Schulsystems werde mancherorts schwierig genug.
Die Kreisverwaltung hatte dem Ausschuss in ihrer Vorlage vorgeschlagen, den Bericht zur Kenntnis zu nehmen inklusive erstens der Feststellung, dass nicht erkennbar sei, wie eine IGS den gesetzlichen Vorgaben gemäß, also ohne andere Schulen zu gefährden, einzurichten sei. Zweitens sollten vor einer abschließenden Beschlussfassung die beteiligten Kommunen rund um Papenburg nach ihrem Standpunkt befragt werden. Jens Beeck (FDP) stellte – unterstützt von allen Oppositionsparteien – zusätzlich den Antrag, schon jetzt auch die Eltern um ein Votum pro oder contra IGS zu bitten.
Mit 14 Ja- und 8 Nein-Stimmen wurde die Stellungnahme des Landkreises beschlossen. Die Befragung der Kommunen ging einstimmig durch, die der Eltern wurde mit 13 zu 9 Stimmen abgelehnt. Als Vorsitzender Georg Tranel den Punkt beschloss, war also kein abschließendes Urteil über die IGS gefallen. Zuständig sind zunächst die Räte vor Ort.
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