FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 07.11.2009:

BI will konstruktiv mitarbeiten

LT - Lokales
Von Thomas Pertz Lingen. Viel Zeit und auch Geld hat die Bürgerinitiative „Arenawahn“ in das Thema Neubau der Emslandarena in Lingen gesteckt. In einem Gespräch mit unserer Zeitung äußerten Vertreter der BI deshalb die Erwartung, dass sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses in der Sitzung am kommenden Mittwoch konstruktiv mit den Vorschlägen der BI auseinandersetzen.
Diese Vorschläge sind in einem von der BI in Auftrag und über Spendengelder von Bürgern finanzierten Gutachten enthalten, das die Ingenieursgesellschaft Hoffmann Leichter aus Berlin erstellt hat. Das Büro kommt, wie berichtet, zu dem Ergebnis, dass sich der Neubau der Emslandarena durchaus am alten Standort der Lindenstraße realisieren lässt. Wörtlich heißt es darin, „dass am Standort Lindenstraße der für die umgebenden Wohnnutzungen lärmtechnisch verträgliche Betrieb einer Veranstaltungshalle mit 5000 Zuschauern bei 10 90 Stellplätzen (minimal 990) auch bei einem Ende der Veranstaltungen zu jeder beliebigen Nachtzeit möglich ist“.
Im Gespräch mit unserer Zeitung betonten BI-Vorsitzende Kornelia Spielmanns, Stefan Wittler, Dieter Krone und Thomas Ahues, dass der Neubau der Emslandarena an den alten Emslandhallen nicht nur lärmtechnisch möglich, sondern auch verkehrstechnisch machbar sei. Hinzu kämen städtebauliche Vorteile, so die BI. Krone nannte als Beispiel den Bau eines in der Stadt dringend notwendigen Vier-Sterne-Hotels, das im Bereich des Alten Hafens gebaut werden könne. Profitieren könne es von einem Parkhaus nördlich des Festplatzes, das auch im Zech-Gutachten vorgesehen sei. „Unser Konzept wertet den ganzen Bereich auf“, sprach Thomas Ahues von einem kombinierten Kongress- und Messezentrum mit dem FH-Standort Lingen in unmittelbarer Nähe.
Gegenüber der LT machten die BI-Vertreter deutlich, dass sie sich „nicht in eine Ecke drängen lassen wollen“. Die Kritik der Bürgerinitiative an dem von der Stadt und der CDU-Mehrheitsfraktion vorgesehenen Arenastandort an der B 214 geht nach ihrer Darstellung weit über eine mögliche Beeinträchtigung von Anliegern hinaus. Eine Investition auf dem Areal gegenüber der Hedon-Klinik und dem Kursa-na-Domizil ist aus der Sicht der BI eine unverantwortliche Verschwendung von Steuergeldern. „Geld ausgeben kann jeder, es sinnvoll anzulegen ist die Kunst“, betonte Wittler.
Die Schlussfolgerungen des Gutachtens des Büros Hoffmann Leichter böten den Vorteil, dass beide Hallen – die alte wie die neue – parallel zu nutzen seien, sagte Krone. Die laufenden Kosten am Standort Lindenstraße seien niedriger. Es ergebe sich eine gesamte Hallennutzfläche von 10 000 Quadratmetern mit inte-griertem Verkehrs- und Parkkonzept. Dagegen seien an der B 214 Leerstände an 300 Tagen im Jahr zu erwarten. „Zum Erdbeerpflücken brauchen wir aber kein Parkhaus“, spielte Wittler auf die aktuelle Nutzung der Fläche an.
Dass eine Multifunktionsarena lärm- und verkehrstechnisch mitten in der Stadt funktioniere, zeige die häufig von der Stadtverwaltung zitierte „Rittal Arena“ in Wetzlar. „Sie liegt sehr zentral, direkt neben einer Einkaufspassage, die viel größer ist als unsere in Lingen“, berichtete Krone von seinen Eindrücken nach einem Besuch der Halle. Die BI habe das Gefühl, dass die Stadt Lingen „immer das Rad neu erfinden will, anstatt sich das anderswo auch einmal abzugucken“.
Die vorgesehene Gesamtinvestition von 25 Millionen Euro ist den Berechnungen der BI zufolge am alten Standort nicht teurer, womöglich eher günstiger zu realisieren. Die lärmtechnischen Maßnahmen an der Lindenstraße würden dort gleichzeitig auch die aktuellen Lärmprobleme bei Trödelmärkten, Kirmesveranstaltungen etc. verbessern. Diese Zustände blieben unverändert, käme es zu einem Neubau an der B 214. Dort müssten ein Drittel der Gesamtkosten für Lärmschutzmaßnahmen ausgegeben werden, Geld, das für eine qualitativ hochwertige Arena fehle. Außerdem gingen wertvolle Gewerbeflächen für eine Investition verloren, die keine weiteren Arbeitsplätze schaffe. Alternative Gewerbebetriebe an der Bundesstraße sind nach Auffassung der BI als Drohkulisse im Falle eines Scheiterns der Arena dort völlig ungeeignet. Hier seien Ängste ohne Hand und Fuß bei den Bürgern geschürt worden, betonte Krone. „Auch andere Unternehmen müssten die Lärmschutzwerte dort einhalten“, sagte Spielmanns.
Die BI hat in den vergangenen Tagen in verschiedenen Veranstaltungen das Gutachten vorgestellt, vor Parteienvertretern ebenso wie in Bürgerversammlungen, zum Beispiel gestern Abend im Wohnpark Gauerbach. Die Mitglieder haben den Eindruck, dass die Ergebnisse des Gutachtens nicht ohne Eindruck geblieben sind. „Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir über einen zweiten Standort nicht nachgedacht“, gab Kornelia Spielmanns eine Äußerung wieder.
Nach ihren Worten hat der Projektleiter des Gutachtens von Hoffmann Leichter, Dipl.-Ing. Siegmar Gumz, auch Oberbürgermeister Pott die Ergebnisse der Studie vorgestellt. Für Gumz sei es unverständlich gewesen, dass die Stadt für die Standorte Lindenstraße und B 214 zwar Lärmgutachten habe erstellen lassen, aber keine Verkehrsgutachten. Diese hätten zwingend dazugehört.
„Wir sind keine Neinsager“, unterstrich Krone abschließend. Die Bürgerinitiative wolle konstruktiv am Wohl der Stadt mitarbeiten, so Kornelia Spielmanns (siehe auch die Seite Kreis Emsland).
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