FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 22.10.2009:

Weg frei für ein Krematorium in Biene?

LT - Lokales
Wirtschafts- und Grundstücksausschuss ist einstimmig dafür
lj/wrog Lingen. Gibt es künftig sowohl in Lingen als auch in Lohne ein Krematorium? Der Wirtschafts- und Grundstücksausschuss des Lingener Rates hat sich am Dienstagabend einstimmig in offener Abstimmung dafür ausgesprochen, dass ein Investor im Gewerbegebiet „Schüttelsand“ ein Krematorium errichten kann.
Voraussetzung dafür ist nach Angaben der Verwaltung, dass der Satzungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplans gefasst wird. Das entsprechende Bauleitverfahren ist laut Verwaltung abgeschlossen. Ursprünglich wollte sich auf dem jetzt für das Krematorium vorgesehenen Standort am Rande des Gewerbegebietes ein Autohaus ansiedeln. Deshalb wurde die dortige Grünfläche im Dreieck Umgehungsstraße/Meppener Straße/Schüttelsand durch ein Bauleitverfahren in das Gewerbegebiet einbezogen. Zwischenzeitlich zerschlug sich das Vorhaben „Autohaus“. Das Grundstück steht aber vorbehaltlich des Satzungsbeschlusses weiterhin für eine gewerbliche Nutzung zur Verfügung.
Der Verwaltungsausschuss (VA) wird sich voraussichtlich am Dienstag nächster Woche abschließend mit dem Thema befassen. Erster Stadtrat Dr. Ralf Büring geht davon aus, dass der VA den Beschluss des Fachausschusses bestätigt.
Birgit Kemmer (Grüne) und Edeltraut Graeßner (SPD) hielten den Standort nicht für ideal, stimmten aber trotzdem zu, um dem Investor eine Ansiedlung in Lingen zu ermöglichen. Frau Kemmer kritisierte, dass es zwischen der Stadt Lingen und Lohne einen regelrechten Wettlauf um ein Krematorium gebe.
Der Leiter der Wirtschaftsförderung, Helmut Höke, äußerte Verständnis für Bedenken der Bürger bei diesem sensiblen Thema, verwies aber erneut darauf, dass das jetzt favorisierte Grundstück alle Standortkriterien erfülle. Jens Beeck (FDP) warf dem Ortsrat Darme vor, durch seine Verweigerungshaltung die Ansiedlung eines Krematoriums auf dem Waldfriedhof Darme verhindert und damit dem Gesamtinteresse der Stadt geschadet zu haben.
Ausschussmitglied Reinhold Diekamp (CDU), der auch Mitglied des Ortsrates Holthausen ist, knüpfte die Zustimmung der CDU-Fraktionen im Stadtrat und im Ortsrat an Bedingungen. Diese lauten u. a.: Vorlage eines genehmigungsfähigen Bauantrages und eines Immissionsschutzgutachtens durch einen unabhängigen Sachverständigen, Unterschreitung der Grenzwerte durch Einbau entsprechender Filtertechnik, Prüfung, ob ein redundantes Mess- und Filtersystem installiert werden kann.
Wie berichtet, hatte der Ortsrat Holthausen am Montagabend den Standort im Gewerbegebiet mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen favorisiert das Gremium ein Areal auf der ehemaligen Hofstelle Kühlenborg an der Meppener Straße zwischen Holthausen und Altenlingen. Unterdessen haben sich Anlieger des Gewerbegebietes Schüttelsand in einem Brief an die Stadt gegen die Ansiedlung eines Krematoriums gewandt.
Die Lindemann Verkehrstechnik GmbH liegt direkt gegenüber dem geplanten Standort. Inhaber Magnus Lindemann strebt für den Fall, dass ein Krematorium am Schüttelsand entsteht, eine Erweiterung seines Betriebes an. Er möchte auf seinem Firmengelände ein Erotikcenter eröffnen. „Das meine ich todernst, es sind schon konkrete Interessenten dafür vorhanden“, erklärte er. Der Standort sei „für diese etwas andere Art der Verkehrstechnik“ hervorragend geeignet. Überlegungen in diese Richtung habe er erst nach Bekanntwerden der Pläne für ein Krematorium getroffen. „Das Krematorium bringt keine Leute mit Geld und senkt den Wert meines Grundstückes, also muss ich mich verändern“, so Lindemann.
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